IQWiG2023Neurologie

Lasmiditan bei Migräne: Akuttherapie und Dosierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung A23-35 befasst sich mit dem Wirkstoff Lasmiditan. Dieser ist zur Akutbehandlung der Kopfschmerzphase von Migräneattacken mit oder ohne Aura bei Erwachsenen zugelassen.

Ziel des Berichts ist die Bewertung des Zusatznutzens von Lasmiditan im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Die Bewertung erfolgt im Rahmen der frühen Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte Daten aus placebokontrollierten Studien ein. Ein direkter Vergleich mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie fehlte jedoch.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Der G-BA legte als Vergleichstherapie eine patientenindividuelle Akutbehandlung fest. Diese umfasst laut Bericht:

  • Selektive Serotonin-5-HT1-Rezeptoragonisten (Triptane wie Sumatriptan, Zolmitriptan oder Rizatriptan)

  • Nicht steroidale Antirheumatika (Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen)

Bewertung der Evidenz

Der pharmazeutische Unternehmer legte die Studien SAMURAI, SPARTAN und CENTURION vor. In diesen randomisierten kontrollierten Studien wurde Lasmiditan lediglich mit Placebo verglichen.

Aufgrund des fehlenden Vergleichs mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie stuft das IQWiG diese Studien als nicht geeignet ein. Es liegen somit keine relevanten Daten für die Fragestellung vor.

Fazit zum Zusatznutzen

Das IQWiG kommt zu einem eindeutigen Ergebnis bezüglich des therapeutischen Wertes. Ein Zusatznutzen von Lasmiditan gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist nicht belegt.

Dosierung

Laut den im Bericht zitierten Angaben zur qualitätsgesicherten Anwendung gelten folgende Dosierungen für Erwachsene:

WirkstoffInitialdosisDosisanpassungMaximaldosis pro 24 h
Lasmiditan100 mg50 mg (bei Unverträglichkeit) oder 200 mg (bei unzureichender Wirkung)200 mg

Eine zweite Dosis derselben Stärke kann eingenommen werden, falls der Kopfschmerz innerhalb von 24 Stunden nach erstem Ansprechen erneut auftritt. Zwischen den Einnahmen müssen laut Dokument mindestens 2 Stunden liegen.

Kontraindikationen

Das Dokument nennt folgende Warnhinweise und Einschränkungen für die Anwendung:

  • Nach der Einnahme darf für mindestens 8 Stunden kein Fahrzeug geführt werden.

  • Bei gleichzeitiger Gabe anderer serotonerger Arzneimittel wird eine Überwachung empfohlen (Gefahr eines Serotonin-Syndroms).

  • Bei Auftreten einer schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktion ist die Therapie sofort zu beenden.

  • Die Anwendung während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.

  • Es wird empfohlen, auf Anzeichen eines Missbrauchs zu achten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt für den Praxisalltag ist die strikte Einschränkung der Fahrtüchtigkeit. Laut Dokument dürfen Behandelte nach jeder Einnahme von Lasmiditan für mindestens 8 Stunden kein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen, selbst wenn sie sich subjektiv dazu in der Lage fühlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Lasmiditan gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Es wurden keine geeigneten direkten Vergleichsstudien vorgelegt.

Der G-BA definiert eine patientenindividuelle Therapie mit Triptanen (z. B. Sumatriptan) oder NSAR (z. B. Ibuprofen) als Vergleichstherapie. Die Auswahl richtet sich nach Vorbehandlung und Schwere des Anfalls.

Die empfohlene Initialdosis beträgt 100 mg. Bei Bedarf kann die Dosis laut Fachinformation auf 200 mg erhöht oder auf 50 mg reduziert werden.

Das Dokument weist darauf hin, dass nach jeder Einnahme für mindestens 8 Stunden kein Fahrzeug geführt werden darf. Dies gilt unabhängig vom subjektiven Befinden.

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Quelle: IQWiG A23-35: Lasmiditan (Migräne) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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