Serumeiweiß-Elektrophorese (EPH): Gesundheit.gv.at

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Serumeiweiß-Elektrophorese (EPH) ist ein etabliertes medizinisches Laborverfahren zur Auftrennung von Eiweißstoffen im Blutserum. Die Proteine werden dabei in einem elektrischen Feld anhand ihrer physikalischen Eigenschaften, wie Größe und elektrischer Ladung, in verschiedene Fraktionen unterteilt.

Laut der Information von Gesundheit.gv.at dient die Untersuchung primär dem Nachweis von Störungen des Eiweißstoffwechsels, sogenannten Dysproteinämien. Die grafische Darstellung der aufgetrennten Proteine erfolgt in einem Pherogramm als Extinktions-Ort-Kurve.

Es wird zwischen der klassischen Gelelektrophorese und der moderneren Kapillarelektrophorese unterschieden. Letztere bietet eine höhere Auflösung und ermöglicht eine detailliertere Auftrennung bestimmter Proteinfraktionen in einer flüssigen Phase.

Empfehlungen

Indikationen und Interpretation

Die Ergebnisse der Elektrophorese lassen Rückschlüsse auf verschiedene pathologische Prozesse zu. Es wird darauf hingewiesen, dass die Untersuchung insbesondere bei folgenden Verdachtsdiagnosen diagnostische Hinweise liefert:

  • Lebererkrankungen

  • Akute oder chronische Entzündungen

  • Eiweißverlusterkrankungen (beispielsweise Nierenerkrankungen)

  • Veränderungen der Immunglobuline

Proteinfraktionen

Die Auftrennung des Serums erfolgt in definierte Fraktionen. Die relativen Prozentwerte können anhand des Gesamteiweißes in absolute Mengen (Gramm pro Liter) umgerechnet werden.

AnalyseverfahrenIdentifizierte Proteinfraktionen
Klassische GelelektrophoreseAlbumin, Alpha-1-Globulin, Alpha-2-Globulin, Beta-Globulin, Gamma-Globulin
KapillarelektrophoreseAlbumin, Alpha-1-Globulin, Alpha-2-Globulin, Beta-1-Globulin, Beta-2-Globulin, Gamma-Globulin

Diagnostik der monoklonalen Gammopathie

Eine zentrale Bedeutung hat die EPH bei der Erkennung einer monoklonalen Gammopathie (Paraproteinämie). Diese zeigt sich als schmale Bande, der sogenannte M-Gradient, im Bereich der Beta- oder Gamma-Fraktion.

Zur weiteren Abklärung eines M-Gradienten wird die Durchführung einer Immunfixation empfohlen, um den genauen Typ des Paraproteins zu bestimmen. Ursächlich können maligne Erkrankungen des lymphatischen Systems oder eine monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifikanz (MGUS) sein.

Monitoring bei MGUS

Bei Vorliegen einer MGUS wird aufgrund des Entartungsrisikos eine regelmäßige Kontrolle empfohlen. Die Serumeiweiß-Elektrophorese sollte in diesen Fällen alle sechs bis zwölf Monate wiederholt werden.

Bei einem absoluten Anstieg des M-Gradienten ist eine weiterführende Diagnostik zwingend erforderlich. Hierzu zählen laut Quelle eine Knochenmarkuntersuchung, eine Leukozytentypisierung sowie ein Schädelröntgen.

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💡Praxis-Tipp

Bei Menschen über 70 Jahren findet sich in ein bis drei Prozent der Fälle eine monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifikanz (MGUS). Es wird betont, dass diese asymptomatische Veränderung ein Risiko für die Entwicklung einer malignen Erkrankung birgt. Daher ist eine konsequente laborchemische Verlaufskontrolle im Intervall von sechs bis zwölf Monaten essenziell, um einen Anstieg des M-Gradienten frühzeitig zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen

Ein M-Gradient zeigt sich als schmale Bande in der Beta- oder Gamma-Fraktion und ist das Kennzeichen einer monoklonalen Gammopathie. Er entsteht durch die unkontrollierte Überproduktion eines bestimmten Antikörpers durch entartete Plasmazellen.

Zur genauen Bestimmung des Paraprotein-Typs wird eine Immunfixation empfohlen. Steigt der M-Gradient im Verlauf an, sind laut Quelle weiterführende Untersuchungen wie eine Knochenmarkpunktion oder ein Schädelröntgen indiziert.

Bei einer monoklonalen Gammopathie unbestimmter Signifikanz (MGUS) wird eine regelmäßige Überwachung empfohlen. Die Serumeiweiß-Elektrophorese sollte alle sechs bis zwölf Monate wiederholt werden, um eine maligne Entwicklung rechtzeitig zu erkennen.

Die Kapillarelektrophorese ist ein moderneres Verfahren, das in einer flüssigkeitsgefüllten Kapillare stattfindet und eine höhere Auflösung bietet. Dadurch kann die Beta-Globulin-Fraktion zusätzlich in eine Beta-1- und Beta-2-Fraktion aufgetrennt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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