Laborwert IgM (Immunglobulin M): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Immunglobulin M (IgM) ist ein Antikörper, der bei der primären Immunantwort gebildet wird. Laut der Information von Gesundheit.gv.at erfolgt die Produktion bei erstmaligem Kontakt des Körpers mit einem Krankheitserreger.
Antikörper werden von Plasmazellen, einer Untergruppe der B-Lymphozyten, gebildet. Sie dienen dem Schutz vor körperfremden Strukturen wie Mikroorganismen, Tumorzellen oder Toxinen.
Eine Besonderheit von IgM-Antikörpern ist, dass sie die Plazentaschranke nicht passieren können. Dies unterscheidet sie von IgG-Antikörpern und schützt das ungeborene Kind vor mütterlichen Isohämagglutininen, falls Mutter und Kind unterschiedliche Blutgruppen aufweisen.
Empfehlungen
Die Quelle beschreibt folgende diagnostische und klinische Aspekte rund um den Laborwert IgM:
Labordiagnostik
Im medizinischen Labor wird empfohlen, die Antikörper IgG, IgA und IgM stets gemeinsam im Blut zu messen und zu beurteilen.
Für die Diagnostik stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
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Serumeiweiß-Elektrophorese: Auftrennung der Eiweißstoffe, wobei sich Antikörper in der γ-Globulin-Fraktion befinden.
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Immunfixation: Dient dem eindeutigen Nachweis und der Klassifizierung einer übermäßigen Vermehrung eines bestimmten Antikörpertyps (monoklonales M-Protein).
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Quantitative Bestimmung: Messung der Antikörperkonzentration in Gramm pro Liter (g/L).
Referenzwerte
Die Quelle gibt folgende geschlechtsunabhängige Referenzwerte für IgM an:
| Altersgruppe | Referenzbereich | Einheit |
|---|---|---|
| Bis 18 Jahre | 0,40–1,47 | g/L |
| Über 18 Jahre | 0,34–2,48 | g/L |
Isohämagglutinine und Blutgruppen
IgM-Antikörper fungieren als natürlich vorkommende Isohämagglutinine, die mit der Blutgruppe in Zusammenhang stehen. Die Verteilung stellt sich wie folgt dar:
| Blutgruppe | Vorhandene Isoagglutinine |
|---|---|
| A | Anti-B |
| B | Anti-A (Anti-A1 und Anti-A2) |
| 0 | Anti-A und Anti-B |
| AB | Keine Isoagglutinine |
Abweichungen und Gammopathien
Eine Vermehrung der Antikörper (Hypergammaglobulinämie) wird in zwei Formen unterteilt:
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Polyklonale Gammopathie: Reaktives Geschehen bei chronischen Entzündungen, Autoimmunerkrankungen oder schweren Lebererkrankungen.
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Monoklonale Gammopathie: Vermehrung eines bestimmten Immunglobulins, was auf ein malignes Lymphom oder eine unbestimmte Signifikanz (MGUS) hinweisen kann.
Bei einer diagnostizierten MGUS (monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifikanz) wird eine Kontrolle der Serumeiweiß-Elektrophorese alle sechs bis zwölf Monate empfohlen.
Steigt der M-Gradient absolut an, ist laut Text eine weiterführende Diagnostik wie eine Knochenmarkuntersuchung oder Leukozytentypisierung erforderlich.
💡Praxis-Tipp
Bei der Diagnose einer monoklonalen Gammopathie unbestimmter Signifikanz (MGUS) wird laut Quelle eine regelmäßige Verlaufskontrolle mittels Serumeiweiß-Elektrophorese alle sechs bis zwölf Monate angeraten. Es wird darauf hingewiesen, dass erst bei einem absoluten Anstieg des M-Gradienten eine invasive Diagnostik wie die Knochenmarkpunktion erforderlich wird.
Häufig gestellte Fragen
Die Bestimmung von IgM dient dem Nachweis einer primären Immunantwort bei Erstkontakt mit einem Erreger. Laut Quelle wird der Wert im Labor stets gemeinsam mit IgG und IgA beurteilt.
Ein erhöhter Wert kann auf eine polyklonale Gammopathie bei chronischen Entzündungen oder Lebererkrankungen hinweisen. Es wird zudem beschrieben, dass eine monoklonale Erhöhung ein Hinweis auf ein malignes Lymphom oder eine MGUS sein kann.
Nein, im Gegensatz zu IgG-Antikörpern können IgM-Antikörper die Plazentaschranke nicht passieren. Der Text erklärt, dass mütterliche Isohämagglutinine dem ungeborenen Kind daher keinen Schaden zufügen.
Dabei handelt es sich um die unkontrollierte Vermehrung eines einzigen Plasmazell-Klons, der identische Antikörper produziert. Zur genauen Abklärung des Typs wird laut Quelle eine Immunfixation durchgeführt.
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Quelle: Laborwert: IgM (IGM) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.