Liquorzytologie Laborwert: Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Die Informationen von Gesundheit.gv.at beschreiben die Liquorzytologie als eine einfache und kostengünstige Methode zur Abklärung krankhafter Prozesse im zentralen Nervensystem (ZNS). Dabei handelt es sich um die mikroskopische Untersuchung von Zellen in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor).
Der Liquor umgibt Gehirn und Rückenmark und dient dem Schutz vor Druck, der Ernährung sowie dem Abtransport von Stoffwechselprodukten. Bei neurologischen Erkrankungen kann eine Untersuchung dieser Flüssigkeit erforderlich sein.
Die Gewinnung des Liquors erfolgt in der Regel durch eine Lumbalpunktion. Diese wird meist zwischen dem dritten und vierten oder dem vierten und fünften Lendenwirbelkörper durchgeführt.
Empfehlungen
Die Quelle von Gesundheit.gv.at beschreibt folgende diagnostische Schritte und Abläufe:
Diagnostische Schritte der Liquoruntersuchung
Laut den Informationen umfasst die Untersuchung des Liquors mehrere Stufen:
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Beurteilung des Aussehens (Makroskopie) hinsichtlich Farbe und Trübung
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Ermittlung der Zellzahl von roten und weißen Blutkörperchen
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Liquorzytologie zur Bestimmung des Differenzialzellbildes
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Klinisch-chemische Untersuchung (Messung von Glukose, Laktat und Eiweiß)
Befunde in der Liquorzytologie
Die wichtigste Aufgabe der Zytologie ist die Ermittlung des relativen Verhältnisses der weißen Blutkörperchen. Darüber hinaus können laut Quelle verschiedene krankhafte Strukturen identifiziert werden:
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Hämatoidinkristalle als Zeichen eines Blutabbaus (zum Beispiel nach Gehirnblutungen)
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Bakterien und Pilze bei einer Gehirnhautentzündung
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Zellen von malignen Lymphomen
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Tumorzellen von Gehirnmetastasen
Verarbeitung und Färbung
Es wird betont, dass das zellhaltige Material möglichst rasch aufgearbeitet werden muss, da die Zellen mit der Zeit zugrunde gehen. Die Verarbeitung erfolgt in einem zytologischen Speziallabor mittels Zytozentrifuge.
Als Standardfärbungen kommen die Färbung nach May-Grünwald-Giemsa (MGG) sowie nach Papanicolaou (PAP) zum Einsatz. Bei speziellen Fragestellungen können Spezialfärbungen oder immunzytochemische Verfahren ergänzt werden.
Erweiterte Diagnostik
Als weiteres Spezialverfahren wird die Leukozytentypisierung (Durchflusszytometrie beziehungsweise FACS-Untersuchung) genannt. Diese dient der genaueren Untersuchung der Lymphozyten, insbesondere zur Abklärung maligner Lymphome im ZNS.
Befunderstellung
Der schriftliche Befund wird laut Quelle in drei Abschnitte unterteilt. Zunächst wird die Qualität des Materials beurteilt, gefolgt von einer morphologischen Beschreibung und der abschließenden Klassifizierung nach Bewertungsgruppen.
Klassifikation der Zytologiebefunde
Für die Liquorzytologie gibt es keine klassischen Referenzwerte. Stattdessen erfolgt die Einteilung in Österreich nach den Bewertungsgruppen der Österreichischen Gesellschaft für Zytologie (ÖGZ):
| Bewertungsgruppe | Bedeutung |
|---|---|
| 0 | Nicht beurteilbar |
| A | Kein Anhaltspunkt für Malignität (Bösartigkeit) |
| B | Auffällig, unklare Dignität (Gut- bzw. Bösartigkeit unklar) |
| C | Malignitätsverdächtig, maligne (bösartig) |
💡Praxis-Tipp
Die Quelle betont die Notwendigkeit einer möglichst raschen Aufarbeitung des gewonnenen Liquors. Da die Zellen im Untersuchungsmaterial nicht unbegrenzt haltbar sind und mit der Zeit zugrunde gehen, ist ein zügiger Transport in ein zytologisches Speziallabor essenziell für eine verlässliche Befundung.
Häufig gestellte Fragen
Die Gewinnung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit erfolgt laut Gesundheit.gv.at meist durch eine Lumbalpunktion. Diese wird in der Regel zwischen dem dritten und vierten oder dem vierten und fünften Lendenwirbelkörper durchgeführt.
Als Standardverfahren werden die Färbungen nach May-Grünwald-Giemsa (MGG) und Papanicolaou (PAP) eingesetzt. Bei speziellen Fragestellungen können laut Quelle auch Spezialfärbungen für Fett, Eisen oder Bakterien sowie immunzytochemische Färbungen erfolgen.
Die Bewertungsgruppe B nach den Richtlinien der Österreichischen Gesellschaft für Zytologie (ÖGZ) beschreibt einen auffälligen Befund mit unklarer Dignität. Das bedeutet, dass nicht eindeutig geklärt ist, ob die Zellveränderungen gutartig oder bösartig sind.
Hämatoidinkristalle entstehen durch den Abbau des roten Blutfarbstoffes im Gewebe. Laut den Informationen von Gesundheit.gv.at können diese beispielsweise nach Gehirnblutungen im Liquor nachgewiesen werden.
Für die Liquorzytologie gibt es keine klassischen numerischen Referenzwerte. Das Untersuchungsergebnis wird stattdessen in standardisierte Bewertungsgruppen (0 bis C) eingeteilt, um die Dignität der Zellen zu klassifizieren.
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Quelle: Laborwert: Liquorzytologie (LIQUORZYTO) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.