Leukozytenzahl im Liquor (ZZL): Gesundheit.gv.at

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit) umgibt das zentrale Nervensystem (ZNS) und dient dessen Schutz, der Nährstoffversorgung sowie der Abfuhr von Stoffwechselprodukten. Bei Verdacht auf neurologische Erkrankungen liefert die Untersuchung des Liquors essenzielle diagnostische Hinweise.

Die Gewinnung der Flüssigkeit erfolgt in der Regel durch eine Lumbalpunktion auf Höhe der Lendenwirbelkörper L3/L4 oder L4/L5. Anschließend wird das Material im Labor makroskopisch, mikroskopisch und klinisch-chemisch analysiert.

Ein zentraler Bestandteil dieser Diagnostik ist die Bestimmung der Leukozytenzahl im Liquor (ZZL). Eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen deutet auf entzündliche oder infektiöse Prozesse im Gehirn oder Rückenmark hin.

Empfehlungen

Das Gesundheitsportal beschreibt ein strukturiertes Vorgehen bei der Liquordiagnostik. Die Untersuchung umfasst die makroskopische Beurteilung, die Ermittlung der Zellzahl, die Zytologie sowie die klinisch-chemische Analyse von Parametern wie Glukose, Laktat und Eiweiß.

Die Zählung der weißen Blutkörperchen erfolgt entweder mikroskopisch in einer speziellen Fuchs-Rosenthal-Kammer oder automatisiert durch Blutbildautomaten. Als Referenzwert für gesunde Personen aller Altersgruppen und Geschlechter gilt eine Leukozytenzahl von <4 /µL.

Interpretation der Zellzahl

Die Höhe der Zellzahl liefert laut der Quelle erste Hinweise auf die zugrunde liegende Pathologie:

ZellzahlMögliche Ursache
> 300 /µLEitrige (bakterielle) Meningitis
30 bis 300 /µLMöglicherweise virale Meningitis
4 bis 30 /µLChronisch entzündlicher oder nicht-entzündlicher Prozess

Differenzialzytologie

Zusätzlich zur reinen Zellzahl wird eine mikroskopische Differenzierung der Leukozyten beschrieben. Die Verteilung der Zelltypen ermöglicht eine genauere diagnostische Einordnung:

Überwiegender ZelltypDiagnostischer Hinweis
Neutrophile GranulozytenEher bakterielle Infektion
LymphozytenViraler oder chronischer Prozess
Eosinophile GranulozytenParasiten, Tuberkulose, Fremdkörper

Beurteilung von roten Blutkörperchen

Die Quelle weist darauf hin, dass auch rote Blutkörperchen im Liquor diagnostisch relevant sind. Um eine artifizielle Blutung durch die Punktion von einer echten ZNS-Blutung zu unterscheiden, wird der Liquor stets portionsweise gewonnen.

Ist nur die erste Portion blutig, spricht dies eher gegen eine Blutung im ZNS. Bei einer stattgefundenen ZNS-Blutung zeigen sich in der Zytologie neben einer Verfärbung des Liquors folgende Auffälligkeiten:

  • Reichlich rote Blutkörperchen

  • Makrophagen (Fresszellen) mit phagozytierten Erythrozyten

  • Hämosiderin-Ablagerungen in den Fresszellen

  • Orange leuchtende polygone Hämatoidinkristalle

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💡Praxis-Tipp

Um eine traumatische Punktionsblutung von einer echten ZNS-Blutung zu unterscheiden, wird die portionsweise Gewinnung des Liquors beschrieben. Klärt sich der Liquor nach der ersten blutigen Portion auf, ist eine ZNS-Blutung unwahrscheinlich. Der zytologische Nachweis von Makrophagen mit phagozytierten Erythrozyten oder Hämosiderin beweist hingegen eine stattgefundene Blutung im ZNS.

Häufig gestellte Fragen

Laut der Quelle liegt der Referenzwert für die Leukozytenzahl im Liquor bei unter 4 Zellen pro Mikroliter (<4 /µL). Dieser Wert gilt einheitlich für alle Altersgruppen und Geschlechter.

Eine Leukozytenzahl von über 300/µL ist ein starker Hinweis auf eine eitrige, meist bakterielle Meningitis. In diesem Fall überwiegen in der Zytologie typischerweise die neutrophilen Granulozyten.

Die Diagnostik umfasst die makroskopische Beurteilung, die Zellzählung, die Differenzialzytologie sowie klinisch-chemische Messungen. Die Zellzählung kann manuell in einer Fuchs-Rosenthal-Kammer oder maschinell erfolgen.

Eine Vermehrung von eosinophilen Granulozyten im Liquor kann auf Parasiten, eine Tuberkulose oder Fremdkörper hindeuten. Die genaue Einordnung erfolgt über das Differenzialzellbild.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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