Zellzahl im Liquor (ZZL): Referenzwerte & Diagnostik
Hintergrund
Der Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit) umgibt das zentrale Nervensystem (ZNS) und dient dessen Schutz, der Nährstoffversorgung sowie der Abfuhr von Stoffwechselprodukten. Bei Verdacht auf neurologische Erkrankungen liefert die Untersuchung des Liquors essenzielle diagnostische Hinweise.
Die Gewinnung der Flüssigkeit erfolgt in der Regel durch eine Lumbalpunktion auf Höhe der Lendenwirbelkörper L3/L4 oder L4/L5. Anschließend wird das Material im Labor makroskopisch, mikroskopisch und klinisch-chemisch analysiert.
Ein zentraler Bestandteil dieser Diagnostik ist die Bestimmung der Leukozytenzahl im Liquor (ZZL). Eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen deutet auf entzündliche oder infektiöse Prozesse im Gehirn oder Rückenmark hin.
💡Praxis-Tipp
Um eine traumatische Punktionsblutung von einer echten ZNS-Blutung zu unterscheiden, wird die portionsweise Gewinnung des Liquors beschrieben. Klärt sich der Liquor nach der ersten blutigen Portion auf, ist eine ZNS-Blutung unwahrscheinlich. Der zytologische Nachweis von Makrophagen mit phagozytierten Erythrozyten oder Hämosiderin beweist hingegen eine stattgefundene Blutung im ZNS.
Häufig gestellte Fragen
Laut der Quelle liegt der Referenzwert für die Leukozytenzahl im Liquor bei unter 4 Zellen pro Mikroliter (<4 /µL). Dieser Wert gilt einheitlich für alle Altersgruppen und Geschlechter.
Eine Leukozytenzahl von über 300/µL ist ein starker Hinweis auf eine eitrige, meist bakterielle Meningitis. In diesem Fall überwiegen in der Zytologie typischerweise die neutrophilen Granulozyten.
Die Diagnostik umfasst die makroskopische Beurteilung, die Zellzählung, die Differenzialzytologie sowie klinisch-chemische Messungen. Die Zellzählung kann manuell in einer Fuchs-Rosenthal-Kammer oder maschinell erfolgen.
Eine Vermehrung von eosinophilen Granulozyten im Liquor kann auf Parasiten, eine Tuberkulose oder Fremdkörper hindeuten. Die genaue Einordnung erfolgt über das Differenzialzellbild.
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Quelle: Laborwert: Leukozytenzahl im Liquor (ZZL) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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