Blutausstrich Befundinterpretation: Gesundheit.gv.at

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at (2026) beschreibt die Grundlagen und die Befundinterpretation des mikroskopischen Blutausstrichs. Moderne Analysegeräte erstellen in der Regel ein automatisches Differenzialblutbild.

Für bestimmte medizinische Fragestellungen reicht diese automatisierte Zuordnung der weißen Blutkörperchen jedoch nicht aus. In diesen Fällen wird ein manueller Blutausstrich angefertigt, um die Blutzellen mikroskopisch zu überprüfen.

Für die Untersuchung wird ein Tropfen Blut auf einen Objektträger aufgebracht, dünn ausgestrichen und luftgetrocknet. Anschließend erfolgt eine Färbung nach Wright oder May-Grünwald-Giemsa, bevor das Präparat unter dem Mikroskop begutachtet wird.

Empfehlungen

Manuelles Differenzialblutbild

Der wichtigste Schritt bei der Untersuchung ist laut Leitlinie die Erstellung des manuellen Differenzialblutbildes. Hierbei werden genau 100 weiße Blutkörperchen ausgezählt und prozentual bestimmten Gruppen zugeordnet.

Es wird davon ausgegangen, dass diese 100 Zellen repräsentativ für die Gesamtheit aller Leukozyten sind. Zu den standardmäßig erfassten Zellgruppen gehören:

  • Neutrophile Granulozyten und stabkernige neutrophile Granulozyten

  • Eosinophile und basophile Granulozyten

  • Lymphozyten und Monozyten

Vorstufen und Sonderformen der Leukozyten

Bei schweren Entzündungen, Leukämien oder unter Chemotherapie können Vorstufen der Granulozyten im Blut auftreten. Die Leitlinie beschreibt folgende Entwicklungsstufen und Sonderformen, die im Befundkommentar erfasst werden:

ZelltypBeschreibung / Ursprung
BlastenUnreife Vorstufen sämtlicher Leukozyten aus dem Knochenmark
PromyelozytenEntwickeln sich aus Myeloblasten
MyelozytenEntwickeln sich aus Promyelozyten
MetamyelozytenEntwickeln sich aus Myelozyten
Lymphatische Reizformen"Virozyten", treten bei Virusinfektionen (z. B. Pfeiffer'sches Drüsenfieber) auf
Atypische LymphozytenAuffällige, morphologisch nicht näher zuordenbare lymphatische Zellen
LGL-ZellenGroße Lymphozyten mit Granula im Zellplasma
PlasmazellenAntikörper produzierende Lymphozyten
LymphoblastenMorphologisch meist nicht von Blasten der Granulopoese unterscheidbar

Erythrozytenmorphologie

Neben den weißen Blutkörperchen werden auch die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) mikroskopisch inspiziert. Folgende morphologische Auffälligkeiten können laut Leitlinie im Befundkommentar erwähnt werden:

BefundBeschreibung
NormoblastenJunge Erythrozyten mit dunklem (pyknotischem) Zellkernrest
AnisozytoseAuffällige Größenschwankung der Erythrozyten
PoikilozytoseAuffällige Formschwankung der Erythrozyten
FragmentozytenKaputte, deformierte oder fragmentierte Erythrozyten
SphärozytenRunde Erythrozyten
Target-ZellenErythrozyten in Schießscheibenform

Weiterführende Diagnostik

Bei klärungsbedürftigen Auffälligkeiten im Blutausstrich wird eine weiterführende Diagnostik beschrieben. Hierbei kommt die Leukozyten-Typisierung mittels Durchfluss-Zytometrie (FACS) zum Einsatz.

Dieses automatisierte Verfahren bestimmt spezifische Oberflächenstrukturen auf den Leukozyten. Anschließend werden die Zellen nach vorgegebenen Kriterien qualifiziert und quantifiziert.

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💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass das Auftreten von Granulozyten-Vorstufen (wie Blasten oder Promyelozyten) im peripheren Blutausstrich ein Warnsignal darstellt, welches auf schwere Entzündungen, Leukämien oder die Folgen einer Chemotherapie hindeutet. Bei unklaren oder auffälligen morphologischen Befunden wird als nächster diagnostischer Schritt eine Leukozyten-Typisierung mittels Durchfluss-Zytometrie (FACS) beschrieben.

Häufig gestellte Fragen

Ein manueller Blutausstrich wird angefertigt, wenn bestimmte medizinische Fragestellungen durch das automatische Differenzialblutbild des Analysegerätes nicht ausreichend geklärt werden können. Die Blutzellen werden dann mikroskopisch überprüft.

Laut Leitlinie werden für das manuelle Differenzialblutbild genau 100 weiße Blutkörperchen unter dem Mikroskop ausgezählt. Diese Menge gilt als repräsentativ für die Gesamtheit aller Leukozyten im Blut.

Virozyten, auch lymphatische Reizformen genannt, sind besondere Formen von Lymphozyten. Sie treten typischerweise bei bestimmten Virusinfektionen auf, wie beispielsweise beim Pfeiffer'schen Drüsenfieber.

Diese Begriffe beschreiben morphologische Auffälligkeiten der roten Blutkörperchen. Eine Anisozytose bezeichnet eine auffällige Größenschwankung, während eine Poikilozytose eine auffällige Formschwankung der Erythrozyten beschreibt.

Bei klärungsbedürftigen Auffälligkeiten wird eine Leukozyten-Typisierung empfohlen. Diese erfolgt laut Leitlinie mittels Durchfluss-Zytometrie (FACS), um Oberflächenstrukturen der Zellen automatisiert zu bestimmen und zu quantifizieren.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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