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Kryptogener Schlaganfall bei PFO: Indikation & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ein kryptogener Schlaganfall ist ein Hirninfarkt, für den trotz umfassender neurologischer und kardiologischer Diagnostik keine eindeutige Ursache gefunden werden kann. Bei jüngeren Patienten mit dieser Diagnose wird häufig ein offenes Foramen ovale (PFO) festgestellt.

Ein PFO ist eine angeborene, persistierende Verbindung zwischen dem rechten und linken Herzvorhof. Es stellt eine potenzielle Gefahrenquelle dar, da venöse Thromben über diesen Rechts-Links-Shunt in den arteriellen Kreislauf gelangen und eine paradoxe Embolie auslösen können.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) haben 2018 eine gemeinsame Leitlinie zu diesem Thema veröffentlicht. Da der vorliegende Quelltext lediglich die Metadaten umfasst, basiert diese Zusammenfassung auf dem Titel der Leitlinie und ergänzt allgemeines medizinisches Hintergrundwissen.

Klinischer Kontext

Epidemiologie: Ein offenes Foramen ovale (PFO) findet sich bei etwa 25 Prozent der Allgemeinbevölkerung als asymptomatische Normvariante. Bei jüngeren Patienten mit einem kryptogenen Schlaganfall ist die Prävalenz eines PFO jedoch signifikant höher und liegt bei bis zu 50 Prozent. Pathophysiologie: Das PFO ist eine persistierende, klappenartige Verbindung zwischen dem rechten und linken Vorhof des Herzens. Bei einem Druckanstieg im rechten Vorhof kann es zu einem Rechts-Links-Shunt kommen, wodurch venöse Thromben unter Umgehung des Lungenfilters in den arteriellen Kreislauf gelangen und paradoxe Embolien auslösen können. Klinische Bedeutung: Die Identifikation eines PFO bei Patienten mit unklarem zerebralem Ischämieereignis ist entscheidend für die Ursachenklärung und die Sekundärprävention. Es gilt, das individuelle Rezidivrisiko abzuschätzen und eine fundierte Entscheidung bezüglich der weiteren therapeutischen Strategie zu treffen. Diagnostische Grundlagen: Die Diagnostik umfasst in der Regel eine transösophageale Echokardiografie (TEE) mit Kontrastmittelgabe und Valsalva-Manöver zum Nachweis des Rechts-Links-Shunts. Ergänzend wird eine umfassende neurologische und kardiologische Abklärung durchgeführt, um andere Schlaganfallursachen wie Vorhofflimmern sicher auszuschließen.

Wissenswertes

Das Rezidivrisiko nach einem kryptogenen Schlaganfall bei Vorliegen eines PFO hängt von verschiedenen anatomischen und klinischen Faktoren ab. Ein begleitendes Vorhofseptumaneurysma oder ein ausgeprägter Rechts-Links-Shunt gelten als Risikofaktoren für weitere paradoxe Embolien.

Als anatomische Hochrisikokriterien gelten vor allem ein großes Shuntvolumen und das Vorhandensein eines Vorhofseptumaneurysmas. Auch eine prominente Eustachische Klappe oder ein Chiari-Netzwerk können den Blutfluss so lenken, dass paradoxe Embolien begünstigt werden.

Der Goldstandard zum Nachweis eines PFO ist die transösophageale Echokardiografie (TEE) mit intravenöser Gabe von agitiertem Kontrastmittel. Ein korrekt ausgeführtes Valsalva-Manöver ist dabei essenziell, um eine vorübergehende Druckumkehr in den Vorhöfen zu provozieren und den Shunt sichtbar zu machen.

Der Risk of Paradoxical Embolism (RoPE) Score ist ein klinisches Instrument zur Abschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass ein entdecktes PFO tatsächlich ursächlich für den Schlaganfall war. Er berücksichtigt Faktoren wie das Alter des Patienten, das Fehlen vaskulärer Risikofaktoren und kortikale Infarktmuster.

Vor der Einstufung als kryptogen müssen klassische Ursachen wie Makroangiopathien der hirnversorgenden Gefäße und kardiale Emboliequellen wie Vorhofflimmern ausgeschlossen werden. Hierfür sind unter anderem ein Langzeit-EKG und eine detaillierte Gefäßbildgebung zwingend erforderlich.

Eine paradoxe Embolie liegt vor, wenn ein Thrombus aus dem venösen System über einen Rechts-Links-Shunt, wie etwa ein PFO, in den arteriellen Kreislauf übertritt. Dort kann der Embolus Gefäßverschlüsse verursachen, die typischerweise zu zerebralen oder peripheren Ischämien führen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Evaluation eines PFO als mögliche Ursache für einen kryptogenen Schlaganfall wird eine enge interdisziplinäre Fallbesprechung zwischen Neurologie und Kardiologie empfohlen. Es ist essenziell, vor einer Entscheidung zu einem interventionellen PFO-Verschluss andere Schlaganfallursachen, insbesondere ein okkultes Vorhofflimmern, durch ein ausreichend langes Rhythmusmonitoring auszuschließen.

Häufig gestellte Fragen

Ein kryptogener Schlaganfall liegt vor, wenn trotz standardisierter und umfassender neurologischer sowie kardiologischer Diagnostik keine eindeutige Ursache für den Hirninfarkt identifiziert werden kann.

Der Goldstandard für den Nachweis und die morphologische Beurteilung eines PFO ist die transösophageale Echokardiographie (TEE). Häufig wird diese Untersuchung mit einem Kontrastmittel-Bubble-Test kombiniert, um den Rechts-Links-Shunt sichtbar zu machen.

Ein interventioneller Verschluss wird typischerweise bei jüngeren Patienten diskutiert, die einen kryptogenen Schlaganfall erlitten haben. Voraussetzung ist, dass das PFO nach interdisziplinärer Einschätzung als wahrscheinlichste Ursache für eine paradoxe Embolie angesehen wird.

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Quelle: Kryptogener Schlaganfall und offenes Foramen ovale Gemeinsame Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Deutschen (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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