Kolorektales Karzinom: Diagnostik, Therapie & Nachsorge
Hintergrund
Das kolorektale Karzinom (KRK) gehört zu den häufigsten malignen Tumoren in Deutschland. Die Erkrankung tritt meist im höheren Lebensalter auf, wobei die Inzidenz und Mortalität in den letzten Jahren erfreulicherweise rückläufig sind.
Die vorliegende S3-Leitlinie der AWMF bietet umfassende und evidenzbasierte Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge. In der aktuellen Version wurden insbesondere die Kapitel zur Pathologie, Supportivtherapie und Rehabilitation neu strukturiert und erweitert.
Zudem wurden die Empfehlungen zu Risikogruppen, wie dem hereditären kolorektalen Karzinom, sowie zur neoadjuvanten und adjuvanten Therapie weitreichend aktualisiert. Ein besonderer Fokus liegt nun auch auf der molekularpathologischen Diagnostik und personalisierten Therapieansätzen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist bei einem nachgewiesenen MSI-H/dMMR-Status im UICC-Stadium II eine adjuvante Chemotherapie mit Fluoropyrimidinen nicht indiziert, da diese Tumoren eine bessere Prognose aufweisen und von der Therapie nicht profitieren. Es wird zudem betont, dass bei diesen Tumoren im metastasierten Stadium primär eine Immuncheckpointinhibitor-Therapie zum Einsatz kommen soll.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt Personen mit durchschnittlichem Risiko den Beginn der Darmkrebs-Vorsorge ab dem 50. Lebensjahr. Eine feste obere Altersgrenze wird aufgrund der steigenden Lebenserwartung nicht vorgegeben.
Das Kontrollintervall richtet sich nach der Histologie. Laut Leitlinie wird bei 1 bis 2 low-risk-Adenomen eine Kontrolle nach 7 bis 10 Jahren empfohlen, bei high-risk-Adenomen bereits nach 3 Jahren.
Es wird empfohlen, prätherapeutisch den CEA-Wert zu bestimmen (Ausnahme: T1-Tumoren). In der Nachsorge dient der CEA-Wert als zuverlässiger Hinweis auf ein mögliches Rezidiv.
Die Leitlinie empfiehlt eine TNT bei Vorliegen von Risikofaktoren wie cT4, cN2, einem positiven zirkumferentiellen Resektionsrand (mrCRM+) oder dem Befall lateraler Lymphknoten.
Das LARS beschreibt Funktionsstörungen wie Inkontinenz und imperativen Stuhldrang, die häufig nach einer Stomarückverlagerung auftreten. Die Leitlinie verweist hier auf multimodale Therapieansätze wie Beckenbodentraining und Ernährungsberatung.
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Quelle: AWMF 021-007: Kolorektales Karzinom (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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