Klinische Ernährung: Therapie bei Leberzirrhose & MASLD
Hintergrund
Sowohl Über- als auch Unterernährung spielen für die Prognose von Patienten mit Lebererkrankungen eine entscheidende Rolle. Bei chronischen Lebererkrankungen besteht häufig eine Mangelernährung mit gestörter Körperzusammensetzung.
In den letzten Jahren zeigt sich zudem eine Zunahme von Adipositas und sarkopener Adipositas in diesem Patientenkollektiv. In der klinischen Praxis wird das Potenzial der Ernährungstherapie als metabolisches Management oft unterschätzt.
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer strukturierten Ernährungsintervention. Ziel ist es, die Morbidität und Mortalität bei verschiedenen hepatologischen Krankheitsbildern zu senken.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass Patienten mit Leberzirrhose aufgrund entleerter hepatischer Glykogenspeicher sehr schnell in eine katabole Stoffwechsellage geraten. Es wird daher dringend empfohlen, diesen Patienten eine kohlenhydratreiche Spätmahlzeit zu verordnen. Dadurch lassen sich der nächtliche Muskelabbau und das Risiko einer Hypoglykämie effektiv minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für nicht-adipöse Patienten mit Leberzirrhose eine Eiweißzufuhr von 1,2 bis 1,5 g/kg Körpergewicht pro Tag. Eine Eiweißrestriktion wird auch bei Vorliegen einer hepatischen Enzephalopathie ausdrücklich nicht empfohlen.
Es wird eine umgehende Substitution von Vitamin B1 (Thiamin) noch vor Beginn der Ernährungstherapie empfohlen. Zudem rät die Leitlinie zu einem pragmatischen Einsatz von oralen Multivitamin- und Zinkpräparaten.
Bei mangelernährten Patienten rät die Leitlinie von einer strikten kochsalzarmen Diät ab. Die Geschmacksarmut führt häufig zu einer reduzierten Nahrungsaufnahme, was die Mangelernährung und Prognose weiter verschlechtert.
Laut Leitlinie wird eine mediterrane Diät empfohlen, da diese die hepatische Steatose und Insulinsensitivität auch unabhängig von einem Gewichtsverlust verbessert. Bei Übergewicht wird zusätzlich eine Kalorienrestriktion zur Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent angestrebt.
Es wird empfohlen, innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach einer erfolgreichen Transplantation mit einer oralen leichten Vollkost, Trinknahrung oder enteralen Sondenernährung zu beginnen.
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Quelle: Klinische Ernährung in der Hepatologie (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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