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Gentamicin bei Kindern: Kinderformularium Dosierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Kinderformularium (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Gentamicin ist ein parenterales Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside. Es wird primär zur Behandlung von schweren Infektionen eingesetzt, die durch gramnegative Mikroorganismen verursacht werden.

Der Wirkungsmechanismus beruht auf einer Störung der Proteinbiosynthese am bakteriellen Ribosom. Dies führt zu einer Hemmung der Translation und resultiert in einer bakteriziden Wirkung.

Die Pharmakokinetik von Gentamicin ist bei Kindern, insbesondere bei Früh- und Neugeborenen, sehr variabel. Im Allgemeinen weisen Kinder eine kürzere Halbwertszeit und eine höhere Clearance auf als Erwachsene.

Besondere klinische Situationen erfordern eine genaue Beachtung der Kinetik. So ist bei Neugeborenen mit hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie (HIE) unter Hypothermie die Clearance reduziert, während bei einer ECMO-Therapie das Verteilungsvolumen erhöht sein kann.

Empfehlungen

Das Kinderformularium formuliert folgende Empfehlungen zur Anwendung und Überwachung von Gentamicin.

Applikation und Handhabung

Für die intravenöse Gabe wird eine Infusionsdauer von 30 bis 60 Minuten empfohlen, um hohe Spitzenkonzentrationen zu vermeiden. Eine langsame Injektion über 2 bis 3 Minuten ist möglich, wird aber weniger bevorzugt.

Es wird ausdrücklich davor gewarnt, Aminoglykoside in derselben Infusionslösung mit anderen Medikamenten zu mischen. Dies gilt insbesondere für:

  • Betalaktam-Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine) aufgrund chemisch-physikalischer Inaktivierung

  • Diazepam

  • Furosemid

  • Heparin-Natrium

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)

Aufgrund des Risikos für Oto- und Nephrotoxizität wird ein regelmäßiges therapeutisches Drug Monitoring empfohlen. Die Kontrolle des Talspiegels wird generell angeraten, um Kumulationen zu vermeiden.

Die Monographie definiert folgende Zielspiegel für die Therapie:

PatientengruppeSpitzenspiegel (1 h nach Gabe)Talspiegel (vor nächster Gabe)
Neugeborene8 - 12 mg/l< 0,5 - 1 mg/l
Kinder > 1 Monat15 - 20 mg/l< 0,5 - 1 mg/l

Es wird empfohlen, ein Verhältnis von Spitzenspiegel zur minimalen Hemmkonzentration (MHK) von mindestens 8 einzuhalten.

Nierenfunktionsstörungen

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung zwingend erforderlich. Es wird empfohlen, das Dosierungsintervall in Abhängigkeit von der glomerulären Filtrationsrate (GFR) auf 24 bis 48 Stunden zu verlängern.

Zudem wird eine Dosisreduktion nach Maßgabe der gemessenen Serumspiegel angeraten. Eine zweimal wöchentliche Kreatininbestimmung wird zur Überwachung empfohlen.

Dosierung

Die Monographie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die intravenöse Gabe bei schweren gramnegativen Infektionen vor:

Altersgruppe / IndikationDosierungApplikation / Intervall
Frühgeborene (< 32 SSW, Alter 0-7 Tage)5 mg/kgalle 48 Stunden (über 15-30 Min)
Frühgeborene (32-37 SSW, Alter 0-7 Tage)5 mg/kgalle 36 Stunden (über 15-30 Min)
Frühgeborene (Alter 1-4 Wochen)4 mg/kg1x täglich
Neugeborene4 mg/kg1x täglich
Kinder (1 Monat bis 12 Jahre)7 mg/kg1x täglich
Jugendliche (12 bis 18 Jahre)5 mg/kg (bei Sepsis/ITS bis 7 mg/kg)1x täglich
HIE mit Hypothermie (ab 36 SSW, Tag 0-1)5 mg/kgalle 36 Stunden

Bei empirischem Einsatz kann laut Monographie auf Spiegelbestimmungen verzichtet werden. Bei gezielter Therapie wird die erste Spiegelbestimmung vor der zweiten Gabe empfohlen.

Kontraindikationen

Die Anwendung von Gentamicin ist kontraindiziert bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Aminoglykoside

  • Myasthenia gravis

  • Gleichzeitiger intravenöser Behandlung mit Ataluren (verstärkte Nephrotoxizität)

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💡Praxis-Tipp

Die Monographie warnt vor einer verlängerten neuromuskulären Blockade, wenn Gentamicin zeitgleich mit nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien (wie Rocuronium oder Cisatracurium) eingesetzt wird. Es wird eine besonders sorgfältige postoperative Überwachung empfohlen, da die Muskelrelaxation nach anfänglicher Erholung wieder zunehmen kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine Infusionsdauer von 30 bis 60 Minuten. Dies dient dazu, toxisch hohe Spitzenkonzentrationen im Blut zu vermeiden.

Laut Monographie wird bei Neugeborenen und Kindern ein Talspiegel von unter 0,5 bis 1 mg/l vor der nächsten Gabe angestrebt. Hohe Talspiegel erhöhen das Risiko für Nieren- und Gehörschäden.

Nein, es wird ausdrücklich davor gewarnt, Aminoglykoside mit Betalaktam-Antibiotika in einer Lösung zu mischen. Es kommt dabei zu einer chemisch-physikalischen Inaktivierung der Wirkstoffe.

Bei Neugeborenen mit hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie (HIE) unter Hypothermie ist die Medikamenten-Clearance reduziert. Es wird eine angepasste Dosierung von 5 mg/kg alle 36 Stunden empfohlen.

Die Monographie nennt Nephrotoxizität und Ototoxizität als kritische Nebenwirkungen. Während Nierenfunktionsstörungen oft reversibel sind, können Schädigungen des Gehörs und des Gleichgewichtsorgans irreversibel sein.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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