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Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO)Nephrologie

KDIGO-Leitlinie 2023: Akute Nierenschädigung (AKI & AKD)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die akute Nierenerkrankung (AKD) umfasst Nierenfunktionsstörungen von unter 3 Monaten; die akute Nierenschädigung (AKI) ist eine Subkategorie mit Beginn innerhalb von 7 Tagen.
  • Die Diagnose basiert auf Serumkreatinin und Urinausscheidung, wird aber zunehmend durch neue Biomarker (z.B. NGAL, KIM-1, Cystatin C) ergänzt.
  • Prävention und Therapie fokussieren sich auf ein individualisiertes Flüssigkeitsmanagement und die Vermeidung von Nephrotoxinen.
  • Eine strukturierte Nachsorge sollte 3 Monate nach einem AKI-Ereignis erfolgen, um den Übergang in eine chronische Nierenerkrankung (CKD) zu erkennen.
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Hintergrund

Die akute Nierenerkrankung (AKD) und die akute Nierenschädigung (AKI) sind häufige klinische Syndrome mit hoher Morbidität und Mortalität. Die Inzidenz liegt bei 114 bis 174 Fällen pro 10.000 Personenjahre. Sie treten oft bei Patienten mit multiplen chronischen Erkrankungen auf und erhöhen das Risiko für die Entwicklung und Progression einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) sowie für kardiovaskuläre Ereignisse.

Definition und Klassifikation

SyndromZeitfensterDefinition / Kriterien
AKD< 3 MonateStrukturelle oder funktionelle Nierenanomalien
AKI< 7 TageSubkategorie der AKD; Anstieg des Serumkreatinins (SCr) oder Abfall der Urinausscheidung (innerhalb von 48h bis 7 Tagen)

Die Diagnostik stützt sich primär auf das Serumkreatinin (SCr) und die Urinausscheidung. Da SCr Limitationen aufweist (z.B. bei Sepsis, Leberdysfunktion, Schwangerschaft oder veränderter Körperzusammensetzung), werden zunehmend alternative Biomarker zur Risikostratifizierung und Phänotypisierung herangezogen:

Biomarker-TypBeispiele
FunktionellCystatin C, Proenkephalin, kinetische eGFR
Stress/SchadenNGAL, KIM-1, IL-18, L-FABP, IGFBP7, TIMP-2

Prävention und Management

Das Management zielt auf die Vermeidung weiterer Nierenschäden ab. Wichtige Säulen der Therapie und Prävention sind:

  • Flüssigkeitsmanagement: Einsatz von Kristalloiden (z.B. 0,9% NaCl vs. balancierte Lösungen). Die Volumengabe muss individualisiert erfolgen (z.B. mittels Point-of-Care-Ultraschall [POCUS]), um sowohl Volumendepletion als auch eine pathologische Flüssigkeitsüberladung zu vermeiden.
  • Hämodynamik: Überwachung von Blutdruck und Nierenperfusion, ggf. zielgerichteter Einsatz von Vasopressoren.
  • Nephrotoxine: Vermeidung oder Dosisanpassung nephrotoxischer Medikamente (z.B. NSAR, Protonenpumpeninhibitoren, iodhaltiges Kontrastmittel, spezifische Antibiotika).
  • Medikamenten-Stewardship: Pausieren bestimmter Medikamente bei akuter Krankheit ("Sick Day Guidance") und Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion oder während einer Nierenersatztherapie.

Nierenersatztherapie (KRT)

Bei schwerer AKI kann eine Nierenersatztherapie indiziert sein. Die Leitlinie adressiert folgende Kernaspekte:

AspektOptionen / Bemerkung
ModalitätenKontinuierliche KRT (CKRT), intermittierende Hämodialyse (IHD), prolongierte intermittierende KRT (PIKRT) oder akute Peritonealdialyse (PD)
AntikoagulationRegionale Citratantikoagulation, unfraktioniertes/niedermolekulares Heparin; bei HIT: Argatroban, Fondaparinux, Danaparoid
DeeskalationRegelmäßige Überprüfung der Indikation zur Beendigung der KRT oder Transition in eine chronische Erhaltungstherapie

Nachsorge

Patienten mit AKI haben ein erhöhtes Langzeitrisiko für Mortalität, erneute Hospitalisierungen und CKD-Progression.

  • Zeitpunkt: Eine Reevaluation sollte 3 Monate nach dem AKI-Ereignis erfolgen.
  • Ziel: Erfassung von Nierenerholung, persistierender AKD oder dem Übergang in eine CKD, um frühzeitig sekundärpräventive Maßnahmen einzuleiten.

💡Praxis-Tipp

Planen Sie bei jedem Patienten mit überstandener AKI eine routinemäßige Nierenfunktionskontrolle nach 3 Monaten ein, um den Übergang in eine chronische Nierenerkrankung (CKD) rechtzeitig zu erkennen und nephrotoxische Dauermedikationen zu reevaluieren.

Häufig gestellte Fragen

Die akute Nierenerkrankung (AKD) beschreibt Nierenanomalien von unter 3 Monaten Dauer. Die akute Nierenschädigung (AKI) ist eine Subkategorie der AKD mit einem akuten Beginn innerhalb von 7 Tagen.
Neben dem klassischen Serumkreatinin werden funktionelle Marker wie Cystatin C sowie Stress- und Schadensmarker wie NGAL, KIM-1, IL-18 und L-FABP zur Beurteilung herangezogen.
Die Leitlinie empfiehlt eine klinische und laborchemische Evaluation 3 Monate nach dem Ereignis, um eine Chronifizierung (CKD) auszuschließen.

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