CochraneIa2021

Kalzium-Supplementierung: Prävention der Hypertonie

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Bluthochdruck ist ein weltweites Gesundheitsproblem und ein wesentlicher Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Bereits geringfügige Senkungen des Blutdrucks können das Risiko für Schlaganfälle und ischämische Herzkrankheiten signifikant reduzieren.

Epidemiologische Studien weisen auf einen umgekehrten Zusammenhang zwischen der Kalziumaufnahme und der Höhe des Blutdrucks hin. Eine ausreichende Kalziumversorgung wird daher als möglicher präventiver Ansatz diskutiert.

Der vorliegende Cochrane Review (2021) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit einer Kalzium-Supplementierung zur Vorbeugung einer primären Hypertonie. Die Meta-Analyse schließt Daten von normotensiven Personen aller Altersgruppen ein.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zur Kalziumgabe bei normotensiven Personen wie folgt zusammen:

Blutdrucksenkende Effekte

Laut Meta-Analyse führt eine erhöhte Kalziumaufnahme zu einer leichten, aber signifikanten Senkung des Blutdrucks. Es wird eine Reduktion des systolischen Werts um durchschnittlich 1,37 mmHg und des diastolischen Werts um 1,45 mmHg beschrieben (Evidenzgrad hoch).

Alters- und Geschlechtsunterschiede

Die blutdrucksenkende Wirkung lässt sich in verschiedenen Subgruppen nachweisen. Es wird hervorgehoben, dass der Effekt bei jüngeren Personen unter 35 Jahren stärker ausgeprägt ist als bei älteren.

  • Systolischer Blutdruck bei Personen unter 35 Jahren: Reduktion um 1,86 mmHg

  • Systolischer Blutdruck bei Personen ab 35 Jahren: Reduktion um 0,97 mmHg

  • Der Effekt zeigt sich bei beiden Geschlechtern, unabhängig von der basalen Kalziumaufnahme

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

In den eingeschlossenen Studien wurden keine unerwünschten Ereignisse durch die Kalzium-Supplementierung berichtet. Es ergaben sich keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Nierensteine oder kardiovaskuläre Ereignisse.

Dosierung

Der Review beschreibt einen dosisabhängigen Effekt der Kalzium-Supplementierung auf den Blutdruck. Folgende durchschnittliche Blutdrucksenkungen werden in Abhängigkeit von der täglichen Dosis berichtet:

Tägliche KalziumdosisEffekt auf systolischen BlutdruckEffekt auf diastolischen BlutdruckEvidenzqualität
Unter 1000 mg-0,02 mmHg-0,41 mmHgModerat
1000 bis 1500 mg-1,05 mmHg-2,03 mmHgHoch
Über 1500 mg-2,79 mmHg-1,35 mmHgModerat bis Hoch
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Obwohl die absolute Blutdrucksenkung durch Kalzium mit 1 bis 2 mmHg gering erscheint, betont der Review die hohe klinische Relevanz auf Populationsebene. Es wird darauf hingewiesen, dass bereits eine Reduktion des systolischen Blutdrucks um 2 mmHg die Schlaganfallmortalität um etwa 10 % senken kann. Besonders bei jüngeren Normotensiven zeigt die Supplementierung den stärksten präventiven Effekt.

Häufig gestellte Fragen

Ja, laut dem Cochrane Review führt eine Kalzium-Supplementierung bei normotensiven Personen zu einer leichten Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks. Dieser präventive Effekt tritt unabhängig vom Geschlecht auf.

Die Meta-Analyse zeigt einen dosisabhängigen Effekt. Eine signifikante systolische Blutdrucksenkung wird vor allem bei Dosen über 1000 mg pro Tag beobachtet, wobei Dosen über 1500 mg den stärksten Effekt zeigen.

In den ausgewerteten Studien des Reviews wurden keine unerwünschten Ereignisse wie Nierensteine berichtet. Die Autoren weisen darauf hin, dass eine hohe Kalziumaufnahme sogar ein schützender Faktor gegen Nierensteine sein könnte.

Der Review stellt fest, dass die blutdrucksenkende Wirkung bei Personen unter 35 Jahren stärker ausgeprägt ist. Dennoch ist auch bei Personen ab 35 Jahren ein signifikanter, wenn auch geringerer Effekt messbar.

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Quelle: Cochrane Review: Calcium supplementation for prevention of primary hypertension (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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