Calcium in der Schwangerschaft: Cochrane Review
Hintergrund
Bluthochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft, insbesondere die Präeklampsie, stellen eine Hauptursache für mütterliche und neonatale Morbidität und Mortalität dar. Bisher gibt es außer der vorzeitigen Entbindung keine kausale Therapie für die Präeklampsie.
Historisch wurde vermutet, dass eine Calciumsupplementierung den Blutdruck senken und somit schwangerschaftsinduzierten Hypertonien vorbeugen könnte. Calcium ist kostengünstig, breit verfügbar und gilt als sicher für Mutter und Kind.
Ein aktueller systematischer Cochrane Review (2025) untersuchte nun die Wirksamkeit der Calciumgabe. Dabei wurden sowohl Vergleiche mit Placebo als auch unterschiedliche Dosierungsstrategien analysiert.
Empfehlungen
Calcium im Vergleich zu Placebo
Laut Review zeigt die Evidenz, dass eine Calciumgabe im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich keinen oder nur einen minimalen Einfluss auf das Auftreten einer Präeklampsie hat.
Bei der Betrachtung großer Studien mit über 500 Teilnehmerinnen bestätigte sich dieses Ergebnis mit hoher Evidenzsicherheit.
Bezüglich weiterer Endpunkte kommt die Meta-Analyse zu folgenden Ergebnissen:
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Mütterliche Sterblichkeit oder schwere Morbidität: Wahrscheinlich kein Unterschied
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Perinataler Verlust und Totgeburten: Wahrscheinlich kein oder nur minimaler Unterschied
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Frühgeburten (vor der 37. Schwangerschaftswoche): In großen Studien zeigte sich kein Unterschied (hohe Evidenzsicherheit)
Niedrig dosiertes vs. hoch dosiertes Calcium
Der Review verglich zudem eine niedrige Dosis (500 mg/Tag) mit einer hohen Dosis (1500 mg/Tag).
Es zeigte sich kein relevanter Unterschied bezüglich der Prävention einer Präeklampsie zwischen den beiden Dosierungen.
Auch bei den Raten für perinatale Verluste, Totgeburten und Frühgeburten ergaben sich laut Analyse keine signifikanten Unterschiede zwischen den Dosisgruppen.
Einschränkungen der Evidenz
Die Autoren betonen, dass die meisten inkludierten Frauen erst im zweiten Trimenon mit der Einnahme begannen.
Es bleibt daher unklar, ob ein früherer Beginn in der Schwangerschaft einen präventiven Nutzen hätte.
Zudem zeigte der Ausgangsstatus (Basis-Calciumaufnahme oder individuelles Präeklampsie-Risiko) keinen Einfluss auf die Ergebnisse.
Dosierung
| Dosierungsstrategie | Tägliche Dosis | Effekt auf Präeklampsie-Risiko |
|---|---|---|
| Niedrig dosiert | 500 mg | Kein Unterschied zu hoher Dosis |
| Hoch dosiert | 1500 mg | Kein Zusatznutzen belegt |
💡Praxis-Tipp
Laut dem aktuellen Cochrane Review bietet die routinemäßige Calciumsupplementierung ab dem zweiten Trimenon keinen relevanten Schutz vor einer Präeklampsie. Es wird darauf hingewiesen, dass auch bei Frauen mit hohem Risiko oder niedriger basaler Calciumaufnahme kein signifikanter Nutzen belegt werden konnte. Zukünftige präventive Ansätze sollten sich laut den Autoren auf andere Strategien fokussieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review (2025) hat die Calciumgabe im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich keinen oder nur einen minimalen Einfluss auf das Auftreten einer Präeklampsie. Dies wurde durch Daten aus großen Studien mit hoher Evidenzsicherheit bestätigt.
Die Meta-Analyse verglich niedrige Dosen (500 mg täglich) mit hohen Dosen (1500 mg täglich). Es zeigte sich kein relevanter Unterschied bezüglich der Wirksamkeit zwischen den beiden Dosierungen.
Die Auswertung großer Studien zeigte, dass eine Calciumsupplementierung keinen signifikanten Einfluss auf die Rate an Frühgeburten vor der 37. Schwangerschaftswoche hat. Die Evidenzsicherheit für dieses Ergebnis wird als hoch eingestuft.
Gemäß den Ergebnissen des Reviews profitierten weder Frauen mit einem hohen Präeklampsie-Risiko noch Frauen mit einer niedrigen basaler Calciumaufnahme signifikant von der Supplementierung. Der Ausgangsstatus veränderte die Ergebnisse nicht.
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Quelle: Cochrane Review: Calcium supplementation during pregnancy for preventing hypertensive disorders and related problems (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.