Kaltplasma: Therapie chronischer Wunden und Wirksamkeit
Hintergrund
Der Bericht des IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) bewertet das Potenzial der Kaltplasmatherapie zur Behandlung chronischer Wunden. Das Verfahren richtet sich an Personen mit Wunden der Haut, die unter einer Standard-Wundversorgung keine Heilungstendenz zeigen.
Das Wirkprinzip von kaltem atmosphärischem Plasma (CAP) beruht auf einer lokalen Dekontamination. Dem Bericht zufolge entfaltet das Plasma eine antibakterielle, antimykotische und antivirale Wirkung und stimuliert gleichzeitig lokal die Zellen.
Die Bewertung basiert auf dem Antrag zur Erprobung einer neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethode. Ziel ist es festzustellen, ob die Kaltplasmatherapie eine erforderliche Behandlungsalternative darstellt.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Wirksamkeit und zum Potenzial der Methode:
Bewertung des therapeutischen Potenzials
Laut Bericht lässt sich für die Kaltplasmatherapie ein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative ableiten. Diese Einschätzung stützt sich auf zwei randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) bei diabetischem Fußsyndrom.
Es wird davon ausgegangen, dass sich dieses Potenzial auf chronische Wunden der Haut unabhängig von Wundtyp und Wundgröße übertragen lässt.
Studienergebnisse und Endpunkte
Die bewerteten Studien zeigen vorteilhafte Effekte der Kaltplasmatherapie im Vergleich zur Standard-Wundversorgung.
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Es zeigt sich eine statistisch signifikante Verringerung der Wundfläche (Evidenzstufe 1b).
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Die Veränderung der Wundfläche wird als etablierter und plausibler Surrogatendpunkt für eine vollständige Wundheilung angesehen.
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Ein Beleg für den tatsächlichen Nutzen (vollständige Wundheilung) kann aus den bisherigen Daten jedoch noch nicht abgeleitet werden.
Anforderungen an zukünftige Studien
Um den endgültigen Nutzen der Methode zu belegen, wird die Durchführung einer Erprobungsstudie als grundsätzlich möglich und sinnvoll erachtet.
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Als primärer Endpunkt sollte die vollständige Wundheilung (100 % Epithelialisierung) nachgewiesen werden.
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Die Nachbeobachtungszeit sollte mindestens 6 Monate betragen.
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Unerwünschte Ereignisse sowie patientenrelevante Endpunkte wie Schmerz und Lebensqualität müssen systematisch erfasst werden.
Kontraindikationen
Laut den im Bericht zitierten Antragsunterlagen werden für die Anwendung des Kaltplasma-Geräts folgende Kontraindikationen genannt:
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Direkte intraoperative Anwendung an großen Gefäßen
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Anwendung bei laufender Strahlentherapie
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Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III–IV)
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Akuter Myokardinfarkt
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass die bisherigen positiven Studienergebnisse primär auf dem Surrogatendpunkt der Wundflächenreduktion basieren. Es wird betont, dass eine vollständige Wundheilung durch die Kaltplasmatherapie bisher nicht abschließend belegt ist, weshalb die Methode als Ergänzung und nicht als Ersatz für eine leitliniengerechte kausale Standard-Wundversorgung zu betrachten ist.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht sieht das Anwendungsgebiet bei chronischen Wunden der Haut, die unter einer Standard-Wundversorgung keine Heilungstendenz zeigen. Dies schließt Wunden unabhängig von ihrer Genese ein, wie etwa das diabetische Fußsyndrom.
Laut Bericht beruht das Wirkprinzip auf einer lokalen Dekontamination mit antibakteriellen, antimykotischen und antiviralen Eigenschaften. Zudem wird eine lokale Zellstimulation beschrieben, die den Wundheilungsprozess fördern soll.
Ein abschließender Beleg für den Nutzen liegt laut Bericht noch nicht vor, da bisherige Studien primär eine Verringerung der Wundfläche zeigen. Es wird jedoch ein Potenzial als Behandlungsalternative festgestellt, das in weiteren Erprobungsstudien untersucht werden soll.
Anhand der eingereichten Unterlagen ließ sich dem Bericht zufolge kein Schadenspotenzial erkennen. Schwere unerwünschte Ereignisse wurden in den bewerteten Studien nicht auf die Therapie zurückgeführt.
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Quelle: IQWiG E21-03: Kaltplasma zur Wundbehandlung (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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