IQWiG2023Dermatologie

Kaltplasma zur Wundbehandlung: IQWiG-Bericht

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht E21-04 stellt ein Addendum zur vorherigen Potenzialbewertung dar. Es wird untersucht, ob neue Evidenz die Einschätzung zur Kaltplasmabehandlung bei chronischen Wunden verändert.

Chronische Wunden, die unter Standardversorgung keine Heilungstendenz zeigen, stellen eine klinische Herausforderung dar. Kaltplasma wird als additive physikalische Therapieform zur Förderung der Wundheilung eingesetzt.

Ziel des Berichts ist die Identifikation neuer randomisierter kontrollierter Studien (RCTs). Dabei wird geprüft, ob ein Nutzen bereits belegt ist oder das Potenzial der Methode weiterhin besteht.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Kaltplasmatherapie:

Potenzialbewertung

Es wird bestätigt, dass die Kaltplasmabehandlung bei chronischen Wunden weiterhin Potenzial besitzt. Die zusätzlich identifizierten Studien führen zu keiner Änderung der bisherigen positiven Einschätzung.

Ein hinreichender Nutzenbeleg, der eine sofortige Übernahme in die Standardversorgung rechtfertigen würde, lässt sich aus den neuen Daten jedoch nicht ableiten.

Studienergebnisse zu Endpunkten

Die Auswertung von fünf neu identifizierten randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) liefert folgende Erkenntnisse im Vergleich zur Standard-Wundversorgung:

EndpunktBeobachteter Effekt (Kaltplasma vs. Standard)Datenbasis laut Bericht
Vollständige WundheilungKein eindeutiger Vorteil belegtSehr gering (nur eine Studie)
WundflächenveränderungSignifikanter Unterschied in Einzelstudien zugunsten KaltplasmaMäßig
WundgrundbeschaffenheitSignifikanter Unterschied in Einzelstudien zugunsten KaltplasmaMäßig
Schmerz & LebensqualitätKeine sicheren Schlüsse auf Gruppenunterschiede möglichUnzureichend

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

Laut Auswertung treten unter der Therapie mit Kaltplasma kaum schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf. In den meisten untersuchten Studien wurden keine therapiebedingten Komplikationen dokumentiert.

Laufende Studien

Es wurden zwei laufende Studien (PULSE und PETH) identifiziert. Der Bericht merkt hierzu an:

  • Es werden nur kleine Wunden (maximal 3 cm Durchmesser) eingeschlossen.

  • Die Studien sind sehr wahrscheinlich nicht geeignet, in naher Zukunft einen Nutzennachweis für die gesamte Indikation zu liefern.

  • Die Daten könnten jedoch für die Fallzahlplanung zukünftiger Erprobungsstudien genutzt werden.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass aktuelle Studien zur Kaltplasmatherapie häufig nur Wunden mit einem maximalen Durchmesser von 3 cm einschließen. Es wird betont, dass sich Effekte aus Studien mit kleinen Wunden nicht ohne Weiteres auf größere chronische Wunden übertragen lassen. Für die klinische Bewertung der Wirksamkeit bei großflächigen Ulzera reicht die derzeitige Datenbasis voraussichtlich nicht aus.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht besitzt die Kaltplasmabehandlung bei chronischen Wunden weiterhin Potenzial. Neue Studienergebnisse haben diese positive Grundeinschätzung nicht verändert.

Ein hinreichender Nutzenbeleg für die Standardversorgung liegt laut Bericht noch nicht vor. Es fehlen ausreichend große Studien, die einen klaren Vorteil für die gesamte Indikation zeigen.

Die Auswertung der Studien zeigt ein günstiges Sicherheitsprofil. Es wurden in den meisten Untersuchungen keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit der Kaltplasmatherapie berichtet.

Es laufen derzeit Studien wie PULSE und PETH. Der Bericht schätzt jedoch, dass diese aufgrund methodischer Einschränkungen, wie der Begrenzung auf kleine Wunden, zeitnah keinen abschließenden Nutzennachweis liefern werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG E21-04: Kaltplasma zur Wundbehandlung (Addendum zum Auftrag E21-03) (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien