Kaltplasma bei chronischen Wunden: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht E22-04 (2. Addendum) überprüft das Potenzial der Kaltplasmatherapie bei chronischen Wunden. Ziel war es, neuere Studien zu identifizieren und deren Einfluss auf die bisherige Potenzialbewertung zu analysieren.
Chronische Wunden stellen im klinischen Alltag eine therapeutische Herausforderung dar. Die Kaltplasmatherapie wird als ergänzende physikalische Methode zur Standard-Wundversorgung eingesetzt, um die Wundheilung zu fördern.
Die vorliegende Bewertung basiert auf einer systematischen Literaturrecherche nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs). Es wurden zwei neue, abgeschlossene Studien mit Ergebnissen in die Analyse einbezogen.
Empfehlungen
Potenzialbewertung
Laut Bericht besitzt die Kaltplasmabehandlung bei chronischen Wunden weiterhin das Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative. Die neu identifizierten Studien ändern diese positive Grundeinschätzung nicht.
Studienergebnisse zu Surrogatendpunkten
Die Bewertung hebt hervor, dass in den neuen Studien signifikante Effekte auf Surrogatendpunkte gezeigt wurden. Zu den beobachteten Verbesserungen unter Kaltplasma zählen:
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Eine beschleunigte Wundflächenveränderung
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Eine verbesserte Wundgrundbeschaffenheit
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Eine raschere vollständige Wundgranulation
Zur Übersicht der neu identifizierten Studien fasst der Bericht folgende Charakteristika zusammen:
| Studie | Indikation | Vergleich | Signifikanter Effekt (Surrogatendpunkte) |
|---|---|---|---|
| Strohal 2022 | Chronische Wunden | Kaltplasma + Basisversorgung vs. Spezial-Wundauflagen | Ja (Wundgranulation) |
| Samsavar 2021 | Diabetisches Fußsyndrom | Kaltplasma + Standardversorgung vs. Standardversorgung | Ja (Wundflächenreduktion) |
Sicherheit und Nebenwirkungen
Hinsichtlich der Sicherheit wird berichtet, dass in den untersuchten Studien keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse durch das Kaltplasma auftraten. Vereinzelt wurde über erträgliche Schmerzen im Anschluss an die Applikation berichtet, die den Heilungsprozess nicht beeinflussten.
Implikationen für zukünftige Studien
Der Bericht weist darauf hin, dass der zentrale patientenrelevante Endpunkt der vollständigen Wundheilung in den neuen Studien oft nicht adäquat erhoben wurde. Dennoch deuten die starken Effekte auf die Granulation darauf hin, dass für zukünftige Erprobungsstudien eine deutlich geringere Fallzahl ausreichen könnte.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass eine 100-prozentige Wundgranulation nicht mit einer vollständigen Wundheilung gleichzusetzen ist. Es wird betont, dass für den Nachweis eines patientenrelevanten Nutzens die vollständige Epithelialisierung der Wunde als Endpunkt entscheidend ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist der patientenrelevante Nutzen aktuell noch nicht abschließend belegt, die Methode besitzt jedoch ein erhebliches Potenzial. Für einen endgültigen Nutzennachweis werden weitere Erprobungsstudien mit dem Endpunkt der vollständigen Wundheilung benötigt.
Die identifizierten Studien zeigen signifikante Verbesserungen bei etablierten Surrogatendpunkten. Dazu gehören laut Bewertung insbesondere die Reduktion der Wundfläche und eine verbesserte Wundgrundbeschaffenheit durch raschere Granulation.
In den bewerteten Studien traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf. Es wird lediglich von Einzelfällen berichtet, in denen erträgliche Schmerzen im Anschluss an die Applikation auftraten, die den Heilungsprozess nicht beeinflussten.
Die Applikationshäufigkeit variierte in den untersuchten Studien. Es wird von Behandlungszyklen berichtet, die von ein- bis dreimal wöchentlich bis hin zu täglichen Anwendungen bei infizierten Wunden reichten.
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Quelle: IQWiG E22-04: Kaltplasma zur Wundbehandlung (2. Addendum zum Auftrag E21-03) (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.