IQWiG2020Pneumologie

Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor: Zusatznutzen bei CF

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-83 bewertet den Zusatznutzen von Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit zystischer Fibrose.

Voraussetzung für diese Therapie ist, dass die Betroffenen heterozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind. Zudem muss auf dem zweiten Allel eine Minimalfunktions-Mutation (MF-Mutation) vorliegen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best Supportive Care (BSC) festgelegt. Diese umfasst eine patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen hinsichtlich des Zusatznutzens gegenüber der Best Supportive Care (BSC).

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Laut Bericht ergibt sich in der Gesamtschau ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen der Kombinationstherapie. Es zeigten sich in den untersuchten Studien ausschließlich positive Effekte im Vergleich zur alleinigen BSC.

Morbidität und Exazerbationen

Für den Bereich der Morbidität stellt die Bewertung deutliche Vorteile fest:

  • Für die Hospitalisierung wegen pulmonaler Exazerbationen ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen.

  • Für das Auftreten pulmonaler Exazerbationen allgemein liegt ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen vor.

Lebensqualität und Symptomatik

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität und Symptomatik wurden mittels des CFQ-R-Fragebogens erhoben. Hierbei zeigen sich folgende Resultate:

  • Für die Domäne Atmungssystem zeigt sich ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen.

  • Bei Patientinnen und Patienten ab 18 Jahren ergibt sich ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen für körperliches Wohlbefinden, soziale Einschränkungen und Therapiebelastung.

  • Für die Endpunkte Mortalität und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) ist laut Bewertung kein Zusatznutzen beziehungsweise kein höherer oder geringerer Schaden belegt.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierungsempfehlungen für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren vor. Die Einnahme erfolgt im Abstand von etwa 12 Stunden zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit.

TageszeitMedikationDosierung
MorgensIvacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor2 Tabletten (je 75 mg / 50 mg / 100 mg)
AbendsIvacaftor1 Tablette (150 mg)

Bei eingeschränkter Leberfunktion oder der gleichzeitigen Gabe von CYP3A-Inhibitoren ist eine Dosisanpassung erforderlich.

Patientengruppe / InteraktionAnpassung der Dosierung
Mäßig eingeschränkte Leberfunktion (Child-Pugh B)Anwendung nicht empfohlen, außer der Nutzen übersteigt das Risiko. Ggf. alternierende Gabe.
Stark eingeschränkte Leberfunktion (Child-Pugh C)Anwendung kontraindiziert beziehungsweise nicht empfohlen.
Mäßige CYP3A-InhibitorenAlternierende Einnahme der Morgendosis, Abenddosis entfällt.
Starke CYP3A-InhibitorenZweimal wöchentliche Einnahme der Morgendosis, Abenddosis entfällt.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation besteht eine Kontraindikation bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile.

Zudem wird von der Anwendung bei stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) abgeraten. Auf Speisen oder Getränke, die Grapefruit oder Pomeranzen enthalten, ist während der Behandlung zu verzichten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die Tabletten im Ganzen geschluckt und nicht zerkaut oder zerkleinert werden dürfen. Zudem wird betont, dass die Einnahme zwingend zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen muss, um eine adäquate Resorption zu gewährleisten.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht attestiert der Kombination aus Ivacaftor und Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen. Dieser zeigt sich besonders bei der Reduktion von pulmonalen Exazerbationen und damit verbundenen Hospitalisierungen.

Die bewertete Kombinationstherapie wird für Jugendliche und Erwachsene ab 12 Jahren angewendet. Voraussetzung ist das Vorliegen einer heterozygoten F508del-Mutation und einer Minimalfunktions-Mutation.

Ja, laut Fachinformation wird die Anwendung bei mäßig oder stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh B und C) regulär nicht empfohlen. Falls der Nutzen das Risiko übersteigt, ist ein stark modifiziertes, alternierendes Dosierungsschema anzuwenden.

Als Vergleichstherapie wurde die Best Supportive Care (BSC) herangezogen. Diese beinhaltet eine patientenindividuell optimierte Behandlung mit Antibiotika, Mukolytika, Pankreasenzymen und Physiotherapie.

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Quelle: IQWiG A20-83: Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor; zystische Fibrose, ab 12 Jahre, F508del-Mutation, heterozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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