Isoflavone in der Menopause: IQWiG-Evidenzbericht
Hintergrund
Der vorliegende Evidenzbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2025 dient der Aktualisierung der S3-Leitlinie zur Peri- und Postmenopause. Er untersucht systematisch den Nutzen von Isoflavonen bei symptomatischen Frauen ohne onkologische Erkrankungen.
Die Auswertung basiert auf randomisierten kontrollierten Studien (RCTs), die Isoflavone mit einem Placebo oder keiner zusätzlichen Behandlung vergleichen. Dabei werden sowohl Frauen in der Perimenopause als auch in der Postmenopause berücksichtigt.
Zur Bewertung werden kritische Endpunkte wie die gesundheitsbezogene Lebensqualität, depressive Symptome, Angst, Schlafstörungen und unerwünschte Ereignisse herangezogen. Zusätzlich werden wichtige Endpunkte wie vasomotorische Beschwerden und Fatigue analysiert.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert die Evidenzgrundlage für die Leitlinienaktualisierung anhand folgender Parameter:
Untersuchte Interventionen
Laut Bericht umfassen die evaluierten Therapien verschiedene Darreichungsformen und Ursprünge von Isoflavonen:
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Die tägliche Dosierung in den untersuchten Studien liegt zwischen 30 mg und 126 mg Isoflavonen.
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Als Quellen werden primär Soja, aber auch Rotklee oder synthetische Isoflavone herangezogen.
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Die Verabreichung erfolgt in Form von Tabletten, Kapseln oder als Sojaproteinpulver zur Verarbeitung in Nahrungsmitteln.
Evaluierte Endpunkte
Der Evidenzbericht bewertet den therapeutischen Nutzen anhand spezifischer klinischer Parameter:
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Kritische Endpunkte: Gesundheitsbezogene Lebensqualität, depressive Symptome, Angst, Schlafstörungen und unerwünschte Ereignisse.
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Wichtige Endpunkte: Vasomotorische Beschwerden (wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche), Fatigue, Palpitationen, Arthralgie und das urogenitale Syndrom der Menopause (GSM).
Behandlungsdauer
Die untersuchten Behandlungszeiträume variieren je nach menopausaler Phase:
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In der Perimenopause wird primär eine kurzfristige Behandlung über 6 Monate evaluiert.
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In der Postmenopause reichen die Beobachtungszeiträume von kurzfristigen (3 bis 6 Monate) bis hin zu langfristigen Behandlungen (12 bis 24 Monate).
Dosierung
| Menopausale Phase | Dosierungsspanne | Darreichungsformen | Behandlungsdauer |
|---|---|---|---|
| Perimenopause | 60 - 80 mg / Tag | Tabletten, Sojaproteinpulver | 6 Monate |
| Postmenopause | 30 - 126 mg / Tag | Tabletten, Kapseln, Sojaproteinpulver | 3 - 24 Monate |
| Peri- / Postmenopause (gemischt) | 40 - 114 mg / Tag | Tabletten, Kapseln, Sojaproteinpulver | 3 - 6 Monate |
Kontraindikationen
Basierend auf den Ausschlusskriterien der untersuchten Studien werden folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für die Einnahme von Isoflavonen aufgeführt:
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Onkologische Erkrankungen: Bestehende oder anamnestische östrogenabhängige Tumore (z. B. Brustkrebs, Endometriumkarzinom) sowie Gebärmutterhalskrebs.
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Kardiovaskuläre Erkrankungen: Vorgeschichte mit Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, unkontrolliertem Bluthochdruck oder aktiven thromboembolischen Erkrankungen.
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Organfunktionsstörungen: Schwere akute oder chronische Leber- und Nierenerkrankungen.
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Allergien: Bekannte Überempfindlichkeit gegen Soja, Rotklee, Erdnüsse oder Hülsenfrüchte.
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Gynäkologische Befunde: Undiagnostizierte vaginale Blutungen oder behandlungsbedürftige Endometriose.
💡Praxis-Tipp
Bei der Beratung zu Isoflavonen in der Menopause wird empfohlen, die strengen Ausschlusskriterien der klinischen Studien zu beachten. Insbesondere bei Frauen mit einer Vorgeschichte von östrogenabhängigen Tumoren, schweren kardiovaskulären Ereignissen oder unklaren vaginalen Blutungen sollte laut Evidenzbericht von einer Einnahme abgesehen werden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die in Studien verwendeten Dosierungen stark variieren (30 bis 126 mg/Tag) und oft an spezifische Darreichungsformen wie standardisierte Extrakte gebunden sind.
Häufig gestellte Fragen
Der Evidenzbericht evaluiert Studien, in denen Tagesdosen zwischen 30 mg und 126 mg Isoflavonen eingesetzt wurden. Die Mindestdosis für den Einschluss in die Bewertung lag bei 30 mg pro Tag.
Vasomotorische Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche werden im Bericht als wichtige Endpunkte zur Beurteilung der Wirksamkeit herangezogen. Die finale Bewertung der Effektivität fließt in die Aktualisierung der S3-Leitlinie ein.
Laut den Einschlusskriterien des Berichts sind Frauen mit onkologischen Erkrankungen, insbesondere östrogenabhängigen Tumoren wie Brustkrebs, von der Behandlung mit Isoflavonen ausgeschlossen. Es wird bei diesen Patientinnen keine Anwendung evaluiert.
Die untersuchten Studien umfassen Behandlungszeiträume von 3 bis 24 Monaten. In der Perimenopause wurden vor allem kurzfristige Behandlungen über 6 Monate evaluiert, während in der Postmenopause auch Langzeitdaten bis zu 2 Jahren vorliegen.
Unerwünschte Ereignisse werden im Evidenzbericht als kritischer Endpunkt systematisch erfasst. Zu den Kontraindikationen, die in den Studien zum Ausschluss führten, gehören unter anderem allergische Reaktionen auf Soja oder Rotklee.
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Quelle: IQWiG V24-05: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause - Diagnostik und Interventionen (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.