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Unipolare Depression: NVL-Leitlinie 2023 (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf BÄK / KBV / AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnose erfordert die Erfassung von Haupt- und Zusatzsymptomen über mindestens 2 Wochen.
  • Der Schweregrad (leicht, mittelgradig, schwer) bestimmt sich aus der Anzahl der Symptome nach ICD-10.
  • Ein Therapie-Monitoring sollte im ersten Monat wöchentlich, danach alle 2 bis 4 Wochen erfolgen.
  • Die Wirksamkeit von Antidepressiva soll 3 bis 4 Wochen nach Erreichen der Standarddosis überprüft werden.
  • Das Absetzen von Antidepressiva nach einer Erhaltungstherapie sollte über 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden.
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Hintergrund

Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression (2023) definiert Standards für die Diagnostik, Therapieplanung und Behandlung depressiver Störungen. Ziel ist eine strukturierte Versorgung, die Über- sowie Unterdiagnostik vermeidet und partizipative Entscheidungsfindung integriert.

Diagnostik und Symptomerfassung

Die Diagnose einer depressiven Episode erfordert das Vorliegen der Symptomatik über mindestens 2 Wochen. Die Symptome werden in Haupt- und Zusatzsymptome unterteilt:

SymptomkategorieKlinische Merkmale
HauptsymptomeGedrückte, depressive Stimmung; Interessenverlust und Freudlosigkeit; Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit
ZusatzsymptomeVerminderte Konzentration; vermindertes Selbstwertgefühl; Schuldgefühle; psychomotorische Agitiertheit/Hemmung; Hoffnungslosigkeit; Schlafstörungen; Appetitstörungen; Suizidgedanken

Bei Verdacht auf eine zugrundeliegende somatische Erkrankung soll eine weiterführende Diagnostik abgewogen werden.

"Red Flags" für organische Ursachen
Neue neurologische Fokalsymptomatik
Ausgeprägte kognitive Einschränkungen
Psychotische Symptomatik
Fehlende psychosoziale Stressfaktoren bei schwerer Symptomatik
Auffällige klinische Veränderungen (z. B. Fieber, starker Gewichtsverlust)

Schweregradeinteilung nach ICD-10

Der Schweregrad bestimmt maßgeblich die Therapieplanung und wird durch die Anzahl der vorliegenden Symptome definiert:

SchweregradHauptsymptomeZusatzsymptomeSumme der Symptome
Leicht≥ 2≥ 24–5
Mittelgradig≥ 2≥ 36–7
Schwer3≥ 5≥ 8

Therapieplanung und Monitoring

Ein systematisches Monitoring sollte unter jeder Behandlungsform in folgenden Intervallen erfolgen:

  • Monat 1: Wöchentlich
  • Monat 2 und 3: Alle 2 bis 4 Wochen
  • Danach: In längeren Intervallen

Erfasst werden sollen dabei Symptomatik (inkl. Suizidalität), Nebenwirkungen, psychosozialer Status und Adhärenz.

Internet- und mobilbasierte Interventionen (IMI)

Der Einsatz von IMI soll therapeutisch begleitet werden und eine fachgerechte Diagnostik und Indikationsstellung voraussetzen. Ein regelmäßiges Monitoring der Adhärenz und Wirksamkeit soll erfolgen.

Medikamentöse Therapie

Die Auswahl des Antidepressivums soll nach Sicherheits- und Interaktionsprofil, Patient*innenpräferenz und ärztlicher Erfahrung erfolgen.

  • Die Medikation soll mit einer niedrigen Anfangsdosis begonnen werden.
  • Es sollte so schnell wie möglich zur Standarddosis aufdosiert werden.
  • Aufgrund der Wirklatenz soll das Ansprechen 3 bis 4 Wochen nach Erreichen der Standarddosis bewertet werden.

Therapeutisches Medikamentenmonitoring (TDM)

Serumspiegelkontrollen sollten nicht routinemäßig, sondern bei spezifischen Indikationen erfolgen:

Indikation für TDMBemerkung
Dosierung & WirkungBehandlung mit Maximaldosis, Nichtansprechen, Symptomverschlechterung bei dosisstabiler Medikation
PatientenfaktorenMultimedikation, Multimorbidität, Leber- oder Niereninsuffizienz
Spezielle RisikenVerträglichkeitsprobleme, bekannte genetische Metabolisierungsbesonderheiten, mangelnde Adhärenz

Absetzen von Antidepressiva

Beim Absetzen von Antidepressiva besteht das Risiko von Absetzsymptomen und Rebound-Depressionen.

Klinische SituationAbsetzstrategie
Nach Erhaltungstherapie/RezidivprophylaxeSollte über mindestens 8–12 Wochen ausgeschlichen werden
Bei gefährlichen/belastenden NebenwirkungenSoll rasch oder abrupt abgesetzt werden
Bei Auftreten von AbsetzsymptomenSoll auf vorherige Dosis erhöht und danach langsamer ausgeschlichen werden
Nach KombinationsbehandlungMedikamente sollen nacheinander (nicht gleichzeitig) ausgeschlichen werden

Nach der letzten Einnahme soll der regelmäßige Kontakt für mindestens 6 Monate fortgeführt werden (z. B. alle 4 Wochen).

💡Praxis-Tipp

Vereinbaren Sie bereits bei Beginn einer Antidepressiva-Therapie einen festen Termin zur Wirkungsprüfung nach 3 bis 4 Wochen (unter Standarddosis), um unwirksame Behandlungen nicht unnötig fortzuführen.

Häufig gestellte Fragen

Nach ICD-10 durch die Anzahl der Symptome: Leicht (2 Haupt-, 2 Zusatzsymptome), mittelgradig (2 Haupt-, 3-4 Zusatzsymptome), schwer (3 Haupt-, ≥5 Zusatzsymptome).
Aufgrund der Wirklatenz soll das Ansprechen 3 bis 4 Wochen nach Erreichen der Standarddosis bewertet werden.
In den ersten 4 Wochen wöchentlich, im 2. und 3. Monat alle 2 bis 4 Wochen, danach in längeren Intervallen.
Sie sollten über einen Zeitraum von mindestens 8 bis 12 Wochen schrittweise ausgeschlichen werden, um Absetzsymptome und Rebound-Depressionen zu vermeiden.
Unter anderem bei Maximaldosis, Verträglichkeitsproblemen, Multimedikation, Leber-/Niereninsuffizienz, Nichtansprechen oder bekannten Metabolisierungsbesonderheiten.

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