IQWiG2008Pneumologie

Asthma Diagnostik und Therapie: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2008 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2008)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Chronisches Asthma bronchiale ist eine dauerhafte, entzündliche Erkrankung der Atemwege, die häufig mit einer Allergie verbunden ist. Die Erkrankung ist durch eine Überempfindlichkeit der Bronchien gekennzeichnet, was zu einer Schleimhautschwellung, zäher Schleimbildung und einer Verkrampfung der Atemwegsmuskulatur führt.

Typische Beschwerden umfassen anfallsartige Atemnot, pfeifende Atmung (Giemen), Engegefühl in der Brust und Husten. Diese Symptome treten häufig nachts oder bei Belastung auf und können durch verschiedene Auslöser wie Pollen, Tabakrauch, kalte Luft oder Infekte verstärkt werden.

Der Verlauf der Erkrankung ist hochgradig variabel und führt nicht zwangsläufig zu einer dauerhaften Einschränkung der Lungenfunktion. Eine strukturierte Behandlung und das Vermeiden von individuellen Auslösern sind zentrale Bausteine der Asthmakontrolle.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht beschreibt ein mehrstufiges Vorgehen zur Diagnosestellung und Therapie.

Diagnostik

Laut Bericht stützt sich die Diagnose primär auf eine ausführliche Anamnese und die körperliche Untersuchung. Zur Objektivierung der Atemwegsverengung wird der Einsatz folgender Lungenfunktionstests beschrieben:

  • Spirometrie: Zur Messung der Einsekundenkapazität (FEV1) und der Ausatmungsgeschwindigkeit.

  • Peak-Flow-Messung: Zur Beurteilung der aktuellen asthmatypischen Verengung, auch als Heimmonitoring im Rahmen eines Asthmatagebuchs.

  • Provokations- oder Lysetests: Bei unauffälliger Lungenfunktion in beschwerdefreien Intervallen kann die Diagnose durch eine medikamentöse Provokation oder die Gabe eines Bronchodilatators (Lysetest) gesichert werden.

Klassifikation der Schweregrade

Die Einteilung des Asthmas erfolgt anhand der klinischen Symptomatik und der Lungenfunktion. Der Bericht teilt die Erkrankung in vier Schweregrade ein:

SchweregradBezeichnungSymptomatik
Stufe IZeitweise auftretendGelegentliche Beschwerden tagsüber, nächtliche Beschwerden max. 2x/Monat
Stufe IIGeringgradig dauerhaftBeschwerden tagsüber 1x/Woche bis 1x/Tag, nachts >2x/Monat
Stufe IIIMittelgradig dauerhaftTägliche Beschwerden, nachts >1x/Woche, tägliche Bedarfsmedikation nötig
Stufe IVSchwergradig dauerhaftAnhaltende tägliche Beschwerden, häufig nachts, eingeschränkte Aktivität

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und wird in ein Stufenschema unterteilt. Es wird grundsätzlich zwischen zwei Medikamentengruppen unterschieden:

  • Dauermedikation (Controller): Zur Unterdrückung der Entzündungsbereitschaft. Hierzu zählen inhalative Kortikosteroide (ICS), langwirksame Beta-2-Mimetika (LABA) und Leukotrienantagonisten.

  • Bedarfsmedikation (Reliever): Zur raschen Bronchienerweiterung bei akuten Beschwerden, primär kurzwirksame Beta-2-Mimetika (SABA) wie Salbutamol.

Der Bericht warnt ausdrücklich davor, langwirksame Beta-2-Mimetika als alleinige Dauertherapie ohne begleitendes Kortison einzusetzen, da dies zu lebensbedrohlichen Asthmaanfällen führen kann.

Selbstmanagement und Schulung

Es wird hervorgehoben, dass Patientenschulungen und die Teilnahme an Disease-Management-Programmen (DMP) essenziell für den Therapieerfolg sind. Ein schriftlicher Behandlungs- und Notfallplan wird als wichtiges Instrument zur Selbstkontrolle beschrieben.

Kontraindikationen

Der Bericht warnt vor einer alleinigen Dauertherapie mit langwirksamen Beta-2-Mimetika. Diese Wirkstoffgruppe muss stets mit inhalativen Kortikosteroiden kombiniert werden, da eine Monotherapie das Risiko für lebensbedrohliche Asthmaanfälle erhöhen kann.

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💡Praxis-Tipp

Ein unauffälliger Lungenfunktionsbefund schließt ein Asthma bronchiale nicht aus, da die Atemwegsverengung hochgradig variabel ist. Laut Bericht ist es bei beschwerdefreien Patienten oft zielführend, die Diagnose durch einen Provokationstest, einen Belastungstest oder ein mehrwöchiges Peak-Flow-Protokoll zu sichern.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bericht tritt Asthma oft schon im Kindesalter auf und ist durch eine variable Atemwegsverengung gekennzeichnet. Die COPD betrifft meist ältere Patienten nach langjähriger Schadstoffbelastung (z.B. Rauchen) und geht mit einer dauerhaften Schädigung der Lungenbläschen einher.

Zur Durchbrechung akuter Beschwerden beschreibt der Bericht den Einsatz von kurzwirksamen Bedarfsmedikamenten (Relievern). Hierbei kommen primär rasch wirksame Beta-2-Mimetika wie Salbutamol zum Einsatz, welche die verkrampfte Bronchialmuskulatur entspannen.

Inhalative Kortikosteroide gelten als zentrale Dauermedikation (Controller), da sie die ständige Entzündungsbereitschaft der Atemwege unterdrücken. Der Bericht betont, dass durch ihre regelmäßige Anwendung die Häufigkeit schwerer Asthmaanfälle deutlich verringert wird.

Der Bericht weist darauf hin, dass für die meisten komplementärmedizinischen Verfahren keine verlässlichen Wirksamkeitsnachweise vorliegen. Es wird zudem vor möglichen Wechselwirkungen zwischen pflanzlichen Präparaten und der ärztlich verordneten Asthmamedikation gewarnt.

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Quelle: IQWiG P05-05B: Evidenzbasierte Patienteninformationen zum Thema "Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen - Asthma" (IQWiG, 2008). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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