Telemonitoring bei Herzinsuffizienz & ICD: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht N16-02 untersucht den Nutzen des Telemonitorings mithilfe aktiver kardialer implantierbarer Aggregate. Dazu zählen implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) sowie Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P und CRT-D).
Diese Aggregate werden bei Patienten mit ventrikulären Tachyarrhythmien zur Prävention des plötzlichen Herztodes sowie bei Herzinsuffizienz eingesetzt. Eine regelmäßige ärztliche Nachsorge der Implantate ist zwingend erforderlich.
Das Telemonitoring umfasst dabei sowohl die Fernüberwachung mit Übermittlung von Warnsignalen als auch die Fernnachsorge. Letztere soll routinemäßige Nachsorgetermine mit persönlichem Arztkontakt teilweise ersetzen.
Empfehlungen
Der Bericht fasst die Ergebnisse von 17 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zusammen. Es wurden verschiedene Telemonitoring-Strategien mit der Standardbehandlung ohne Telemonitoring verglichen.
Untersuchte Telemonitoring-Strategien
In den eingeschlossenen Studien kamen unterschiedliche Konzepte zum Einsatz, die allein oder in Kombination genutzt wurden. Der Bericht differenziert folgende Ansätze:
| Telemonitoring-Strategie | Beschreibung |
|---|---|
| Fernnachsorge | Datenübertragung zu geplanten Zeitpunkten als Ersatz für persönliche Vorstellungen |
| Warnsignale | Automatische Übermittlung bei kritischen Parametern oder Aggregatfehlfunktionen |
| Engmaschiges Datenreview | Warnsignalunabhängige, mindestens wöchentliche Auswertung der Daten |
| Tägliche Übertragung | Automatische und tägliche Übermittlung von Telemonitoringdaten |
Ergebnisse zu patientenrelevanten Endpunkten
Laut Bericht zeigte sich für die meisten untersuchten Endpunkte kein Vor- oder Nachteil des Telemonitorings gegenüber der Standardversorgung. Dies betrifft unter anderem:
-
Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Mortalität
-
Hospitalisierungen (gesamt und kardiovaskulär bedingt)
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Schlaganfälle, Herzinfarkte und kardiale Dekompensationen
-
Therapiebedürftige Herzrhythmusstörungen und abgegebene Schocks
Fehlende Daten und Gesamtfazit
Für zentrale Endpunkte konnten aufgrund unvollständiger oder nicht verwertbarer Angaben keine Nutzenaussagen getroffen werden. Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) fehlten Ergebnisse von 42 % der Studienpopulation.
Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität fehlten sogar Daten von 82 % der untersuchten Personen. Der Bericht schlussfolgert, dass der Nutzen des Telemonitorings insgesamt weiter unklar bleibt, bis diese Datenlücken geschlossen sind.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht lässt sich aktuell kein eindeutiger patientenrelevanter Nutzen für das Telemonitoring bei ICD- und CRT-Trägern belegen. Es wird darauf hingewiesen, dass massive Datenlücken in den Zulassungsstudien, insbesondere bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen und der Lebensqualität, eine abschließende Bewertung verhindern. Die persönliche ärztliche Nachsorge bleibt daher ein zentraler Baustein der kardiologischen Versorgung.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Nutzen des Telemonitorings bei Personen mit Herzinsuffizienz oder ventrikulären Tachyarrhythmien unklar bleibt. Es zeigte sich in den Metaanalysen kein signifikanter Vor- oder Nachteil bezüglich Mortalität oder Hospitalisierungen.
In einigen untersuchten Studien sollte die Fernnachsorge routinemäßige Termine mit persönlichem Arztkontakt teilweise ersetzen. Aufgrund der unklaren Datenlage bezüglich des Gesamtnutzens und fehlender Daten zu unerwünschten Ereignissen kann aus dem Bericht jedoch keine generelle Empfehlung zum vollständigen Ersatz abgeleitet werden.
Es wurden patientenrelevante Endpunkte wie Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Mortalität, Hospitalisierungen, Schlaganfälle und abgegebene Schocks analysiert. Zudem wurden schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) und die gesundheitsbezogene Lebensqualität betrachtet, für die jedoch massive Datenlücken bestanden.
Für eine endgültige Beurteilung fehlten relevante Mengen an Daten aus den eingeschlossenen Studien. Insbesondere bei der Lebensqualität (82 % fehlende Daten) und den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (42 % fehlende Daten) war eine Verzerrung der Ergebnisse möglich, weshalb keine Nutzenaussage getroffen wurde.
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Quelle: IQWiG N16-02: Telemonitoring mithilfe von aktiven kardialen implantierbaren Aggregaten bei ventrikulären Tachyarrhythmien sowie Herzinsuffizienz (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.