IQWiG2024Onkologie

Pembrolizumab bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einem Addendum zur Nutzenbewertung von Pembrolizumab. Dies betrifft die neoadjuvante und adjuvante Behandlung des resezierbaren nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit hohem Rezidivrisiko.

Im Fokus des Berichts steht die Überprüfung der vom pharmazeutischen Unternehmer berechneten Patientenzahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens wurden ergänzende Daten zur Zielpopulation eingereicht.

Das IQWiG bewertet insbesondere die Berechnungsgrundlagen für den Anteil der Erkrankten mit einem PD-L1-Status von unter 1 Prozent. Zudem werden methodische Schritte zur Eingrenzung der operablen Zielpopulation analysiert.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende methodische Bewertungen zur Bestimmung der Zielpopulation:

Bestimmung des PD-L1-Status

Laut IQWiG ist die vorgeschlagene Mittelwertbildung aus drei Zulassungsstudien nicht die beste Methode zur Bestimmung des PD-L1-Status. Stattdessen wird die Studie KEYNOTE-671 als passendste Annäherung an die Versorgungsrealität bewertet.

Daraus ergeben sich laut Bericht folgende berechnete Anteile für die Zielpopulation:

PD-L1-ExpressionGeschätzter Anteil
< 1 % (Fragestellung 2)36,3 %
≥ 1 % (Fragestellung 1)63,7 %

Methodische Rechenschritte zur Population

Das IQWiG bewertet die durchgeführten Eingrenzungen der Zielpopulation wie folgt:

  • Pancoast-Tumoren (Schritt 3): Ein separates Herausrechnen wird als nicht sachgerecht erachtet, da diese oft ohnehin nicht operabel sind.

  • Anatomische Lungenresektionen (Schritt 5): Die Eingrenzung auf operierte Personen ist sachgerecht, da ein relevanter Teil der Stadien II bis III nicht operativ behandelt wird.

  • Neoadjuvante Historie (Schritt 6): Die Eingrenzung auf Personen, die in der Vergangenheit eine neoadjuvante Therapie erhielten, schränkt die Population zu stark ein.

Gesamteinschätzung der Patientenzahlen

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die angegebene Zahl von 436 bis 506 Erwachsenen in der GKV-Zielpopulation eine Unterschätzung darstellt. Der Verzicht auf den sechsten Rechenschritt wird als geeigneter angesehen, um die tatsächliche Zielpopulation abzubilden.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass historische Daten zu rein neoadjuvanten Behandlungen nicht unkritisch auf den neuen perioperativen Einsatz (neoadjuvant plus adjuvant) von Pembrolizumab übertragen werden können. Eine reine Orientierung am bisherigen Versorgungsgeschehen führt laut Bericht zu einer starken Unterschätzung der tatsächlichen Zielpopulation.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht wird der Anteil der Erkrankten mit einem PD-L1-Status < 1 % auf Basis der KEYNOTE-671-Studie auf 36,3 Prozent geschätzt. Der Anteil mit einer Expression ≥ 1 % liegt demnach bei 63,7 Prozent.

Das IQWiG kritisiert, dass die Eingrenzung auf Personen, die in der Vergangenheit bereits eine neoadjuvante Therapie erhielten, die Zielpopulation zu stark einschränkt. Der neue perioperative Ansatz unterscheidet sich maßgeblich vom bisherigen Versorgungsgeschehen.

Der Bericht bewertet die Zulassungsstudie KEYNOTE-671 als die beste Annäherung an die Population. Sie spiegelt die aktuelle Stadieneinteilung nach UICC (8. Auflage) am besten wider.

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Quelle: IQWiG G24-23: Pembrolizumab (NSCLC, neoadjuvant + adjuvant) – 2. Addendum zum Projekt A24-46 (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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