IQWiG2024

Somapacitan bei Wachstumshormonmangel: IQWiG-Bewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2024 bewertet das Arzneimittel Somapacitan. Es handelt sich um ein Orphan Drug zur Substitution des endogenen Wachstumshormons bei Erwachsenen mit Wachstumshormonmangel (GHD).

Da es sich um ein Medikament für seltene Leiden handelt, fokussiert sich der IQWiG-Bericht auftragsgemäß auf die Auswertung der Patientenzahlen und der Therapiekosten für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Die eigentliche Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens erfolgt im Anschluss durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht analysiert die Angaben des pharmazeutischen Unternehmers und formuliert folgende zentrale Erkenntnisse:

Zielpopulation und Patientenzahlen

Laut Bericht wird die Anzahl der erwachsenen GKV-Versicherten mit Wachstumshormonmangel auf 2.435 bis 3.388 Personen geschätzt. Das IQWiG stuft diese Spanne jedoch als mit Unsicherheit behaftet ein.

Folgende methodische Einschränkungen werden im Bericht für diese Unsicherheit genannt:

  • Es existiert kein spezifischer ICD-10-Code für den Wachstumshormonmangel.

  • Die stellvertretend herangezogenen Codes für Hypopituitarismus (z. B. E23.0, E89.3) erfassen die Zielgruppe möglicherweise nicht spezifisch genug.

  • Erkrankte ohne eingelöste Somatropin-Verordnung blieben in der zugrundeliegenden Datenanalyse unberücksichtigt.

Therapiekosten

Die reinen Arzneimittelkosten für Somapacitan werden auf 3.868,45 € bis 42.672,43 € pro Person und Jahr beziffert. Das IQWiG bewertet die obere Grenze als plausibel.

Die untere Kostengrenze wird laut Bericht jedoch unterschätzt. Dies liegt an einer zu niedrig angesetzten minimalen Erhaltungsdosis in der Berechnung des Herstellers.

Zusätzliche GKV-Leistungen

Der Bericht kritisiert, dass der Hersteller keine zusätzlichen GKV-Leistungen einkalkuliert hat. Gemäß Fachinformation fallen jedoch weitere Kosten an für:

  • Die regelmäßige Überwachung der Schilddrüsenfunktion

  • Die Anschaffung von Einwegnadeln für den Fertigpen

Dosierung

Der Bericht diskutiert die wöchentliche Dosierung von Somapacitan im Rahmen der Kostenberechnung. Dabei korrigiert das IQWiG die vom Hersteller angenommene Minimaldosis nach oben.

WirkstoffApplikationsintervallDosierungsspanne laut HerstellerKorrigierte Spanne laut IQWiG (Erwachsene)
Somapacitan1-mal wöchentlich0,1 mg bis 8,0 mg1,0 mg bis 8,0 mg

Das IQWiG betont, dass sich aus der Fachinformation eine Untergrenze von 1,0 mg wöchentlich für Erwachsene ableitet. Die vom Hersteller genutzte Grenze von 0,1 mg stammt aus einer klinischen Studie und entspricht nicht der zugelassenen minimalen Erhaltungsdosis für diese Altersgruppe.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist bei der Verordnung von Somapacitan zu beachten, dass neben den reinen Arzneimittelkosten zusätzliche Aufwendungen für die Überwachung der Schilddrüsenfunktion sowie für Einwegnadeln anfallen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die zugelassene wöchentliche Minimaldosis für Erwachsene bei 1,0 mg liegt und nicht bei 0,1 mg, wie in einigen Studienprotokollen verwendet.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bericht ist Somapacitan der einzige Wirkstoff für Erwachsene mit Wachstumshormonmangel, der lediglich 1-mal wöchentlich verabreicht wird. Es wird erwartet, dass dieses Intervall die Therapieadhärenz im Vergleich zu täglichen Gaben steigern kann.

Die reinen Arzneimittelkosten belaufen sich laut IQWiG auf etwa 3.868 Euro bis 42.672 Euro pro Jahr. Die genauen Kosten hängen stark von der individuellen Dosisanpassung ab.

Da es keinen spezifischen Code gibt, werden laut Bericht meist Codes für Hypopituitarismus genutzt. Dazu zählen unter anderem E23.0 (Hypopituitarismus) und E89.3 (Hypopituitarismus nach medizinischen Maßnahmen).

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Quelle: IQWiG G23-30: Somapacitan (Wachstumshormonmangel, Erwachsene) – Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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