IQWiG2023Hämatologie

Valoctocogen Roxaparvovec bei Hämophilie A: IQWiG-Bewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das IQWiG hat im Rahmen der frühen Nutzenbewertung nach § 35a SGB V das Orphan Drug Valoctocogen Roxaparvovec bewertet. Der Fokus des Berichts liegt auf der Ermittlung der Patientenzahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie den Therapiekosten.

Valoctocogen Roxaparvovec ist eine Gentherapie zur Behandlung der schweren Hämophilie A. Da es sich um ein Arzneimittel für seltene Leiden handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt.

Die Bewertung des Ausmaßes des Zusatznutzens obliegt dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Das IQWiG prüfte in diesem Verfahren ausschließlich die Angaben des pharmazeutischen Unternehmers zu Epidemiologie und Kostenstrukturen.

Empfehlungen

Die Dossierbewertung des IQWiG formuliert folgende Kernaussagen zur Zielpopulation und Versorgung:

Zielpopulation und Anwendungsgebiet

Laut IQWiG-Bericht ist Valoctocogen Roxaparvovec für erwachsene Patienten mit schwerer Hämophilie A (kongenitaler Faktor-VIII-Mangel) zugelassen.

Voraussetzung für die Anwendung ist das Fehlen von Faktor-VIII-Inhibitoren in der Vorgeschichte. Zudem dürfen keine nachweisbaren Antikörper gegen das Adeno-assoziierte Virus Serotyp 5 (AAV5) vorliegen.

Bewertung der Patientenzahlen

Der pharmazeutische Unternehmer schätzt die GKV-Zielpopulation auf 458 bis 697 Patienten.

Das IQWiG bewertet diese Berechnungsmethodik als nur teilweise nachvollziehbar. Es wird festgestellt, dass die angegebene Patientenzahl eine Unterschätzung der tatsächlichen Zielpopulation darstellt.

Therapiekosten und Begleitmaßnahmen

Die Therapie besteht aus einer einmaligen Gabe des Wirkstoffs. Die Jahrestherapiekosten pro Patient belaufen sich im ersten Jahr auf rund 2,25 Millionen Euro.

Zusätzlich fallen laut Bewertung Kosten für notwendige GKV-Leistungen an:

  • Begleitmedikation mit Prednisolon

  • Laboruntersuchungen auf die Entwicklung von Faktor-VIII-Inhibitoren

  • Regelmäßige Bestimmung der Faktor-VIII-Aktivität

Dosierung

Valoctocogen Roxaparvovec wird als einmalige Infusion verabreicht. Die Dosierung erfolgt gewichtsadaptiert.

MedikamentDosisIndikation
Valoctocogen Roxaparvovec6 x 10^13 Vektorgenome pro kg Körpergewicht (einmalige Gabe)Schwere Hämophilie A bei Erwachsenen

Kontraindikationen

Laut Fachinformation und IQWiG-Bericht gelten folgende Kontraindikationen für die Anwendung:

  • Vorliegen von Faktor-VIII-Inhibitoren in der Vorgeschichte

  • Nachweisbare Antikörper gegen das Adeno-assoziierte Virus Serotyp 5 (AAV5)

  • Bekannte signifikante Leberfibrose oder Leberzirrhose

  • Aktive Infektionen (entweder akut oder unkontrolliert chronisch)

Das IQWiG stellt klar, dass kontrolliert chronische Infektionen mit Hepatitis B (HBV) oder Hepatitis C (HCV) keine absolute Kontraindikation darstellen.

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass eine Infektion mit Hepatitis B oder C nicht pauschal einen Ausschluss von der Therapie bedeutet. Es wird betont, dass lediglich akute oder unkontrolliert chronische Infektionen eine Kontraindikation darstellen, während Patienten mit kontrolliert chronischen Verläufen für die Behandlung infrage kommen können.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht handelt es sich bei Valoctocogen Roxaparvovec um eine einmalige Gabe. Aufgrund dieser Einmalgabe sind Therapieabbrüche im klassischen Sinne nicht möglich.

Die Jahrestherapiekosten für die einmalige Behandlung mit Valoctocogen Roxaparvovec belaufen sich auf etwa 2,25 Millionen Euro pro Patient. Hinzu kommen Kosten für Begleitmedikationen und Laboruntersuchungen.

Es wird eine regelmäßige Überwachung der Faktor-VIII-Aktivität empfohlen. Zudem sind Laboruntersuchungen auf die Entwicklung von Faktor-VIII-Inhibitoren erforderlich.

Nein, eine bekannte signifikante Leberfibrose oder Leberzirrhose stellt eine Kontraindikation dar. Diese Patienten sind von der Behandlung ausgeschlossen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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