IQWiG2021Neurologie

Satralizumab bei NMOSD: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet Satralizumab zur Behandlung von Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD). Da es sich um ein Orphan Drug handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt.

Die Bewertung fokussiert sich daher ausschließlich auf die Anzahl der infrage kommenden Patientinnen und Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie auf die Therapiekosten. Das Ausmaß des Zusatznutzens wird separat durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bewertet.

Satralizumab wird als Monotherapie oder in Kombination mit einer immunsuppressiven Therapie angewendet. Die Zielgruppe umfasst Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren, die anti-Aquaporin-4-Immunglobulin G (AQP4-IgG) seropositiv sind.

Empfehlungen

Der Bericht fasst folgende Kernaspekte zur Versorgungssituation zusammen:

Zielpopulation und Epidemiologie

Laut IQWiG-Bericht wird die Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation auf 463 bis 5035 Personen geschätzt.

Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die berechnete Obergrenze tendenziell eine Überschätzung darstellt. Dies liegt unter anderem daran, dass Schübe bei NMOSD häufig schwer verlaufen und überproportional oft zu Hospitalisierungen führen.

Kombinationspartner

Die Therapie mit Satralizumab kann gemäß Fachinformation mit folgenden immunsuppressiven Wirkstoffen kombiniert werden:

  • Azathioprin

  • Mycophenolat-Mofetil

  • Orale Kortikosteroide (z. B. Prednisolon)

Therapiekosten

Der Bericht beziffert die reinen Arzneimittelkosten für Satralizumab in den Folgejahren auf 122.418,14 Euro pro Jahr.

Zusätzlich fallen Kosten für die jeweiligen Kombinationspartner an. Es wird angemerkt, dass weitere Kosten für zusätzlich notwendige GKV-Leistungen, wie etwa regelmäßige Laborkontrollen, entstehen können.

Dosierung

Der Bericht legt für die Kostenberechnung folgende maximale Dosierungen gemäß Zulassungsstudie und Fachinformation zugrunde:

WirkstoffDosierungAnwendungsart
Satralizumab120 mg (1-mal alle 4 Wochen)Subkutane Injektion
Azathioprinmax. 3 mg/kg/TagTäglich (oral)
Mycophenolat-Mofetilmax. 3000 mg/TagTäglich (oral)
Orale Kortikosteroide (z. B. Prednisolon)15 mg/TagTäglich (oral)
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💡Praxis-Tipp

Bei der Behandlung mit Satralizumab wird auf die Notwendigkeit von regelmäßigen Kontrolluntersuchungen hingewiesen. Insbesondere wird die Überwachung der Alanin- und Aspartataminotransferasewerte (Leberwerte) als zusätzlich notwendige Leistung im Rahmen der Therapie aufgeführt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG ist Satralizumab für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) zugelassen. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen anti-Aquaporin-4-Immunglobulin G (AQP4-IgG) seropositiv sind.

Das Medikament wird einmal alle vier Wochen als subkutane Injektion in einer Dosierung von 120 mg verabreicht. Es ist für die chronische Langzeitbehandlung vorgesehen.

Ja, der Bericht beschreibt die Anwendung als Monotherapie oder in Kombination mit einer immunsuppressiven Therapie. Als Kombinationspartner werden Azathioprin, Mycophenolat-Mofetil oder orale Kortikosteroide genannt.

Die reinen Arzneimittelkosten für Satralizumab in der Erhaltungstherapie (Folgejahre) werden auf rund 122.400 Euro pro Jahr geschätzt. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für Kombinationspräparate und notwendige Kontrolluntersuchungen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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