IQWiG2022Neurologie

Efgartigimod alfa bei Myasthenia gravis: IQWiG-Bewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht G22-29 aus dem Jahr 2022 bewertet das Arzneimittel Efgartigimod alfa zur Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis (gMG). Da es sich um ein Orphan Drug handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt.

Die Bewertung fokussiert sich auf die Anzahl der infrage kommenden Patientinnen und Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie die zu erwartenden Therapiekosten. Das Ausmaß des Zusatznutzens wird separat durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bewertet.

Efgartigimod alfa wird zusätzlich zur Standardtherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit gMG angewendet. Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die Betroffenen Anti-Acetylcholinrezeptor-Antikörper (AChR-AK) positiv sind.

Empfehlungen

Zielpopulation und Epidemiologie

Laut Bericht wird die Anzahl der Patientinnen und Patienten in der GKV-Zielpopulation auf 14.014 bis 16.816 geschätzt. Diese Schätzung basiert auf einer ermittelten gMG-Prävalenz von 25,5 pro 100.000 Personen und einem Anteil von 75 bis 90 % AChR-AK-positiven Erkrankten.

Das IQWiG stuft diese Zahlen jedoch als mit Unsicherheit behaftet ein. Gründe hierfür sind unter anderem die Hochrechnung von Kassendaten auf die Gesamt-GKV sowie die mögliche Mit-Erfassung von rein okulären Manifestationen der Erkrankung.

Therapiekosten und Versorgungsanteile

Die Jahrestherapiekosten für Efgartigimod alfa werden auf 288.499,01 € bis 432.748,52 € pro Person geschätzt. Diese Spanne ergibt sich aus der patientenindividuellen Anzahl an benötigten Behandlungszyklen pro Jahr.

Zusätzlich fallen Kosten für die begleitende Standardtherapie sowie für die Infusionsgabe an, welche in der reinen Arzneimittelberechnung noch nicht vollständig abgebildet sind. Es wird davon ausgegangen, dass die Behandlung überwiegend ambulant erfolgt.

Dosierung

Die Dosierung und Anwendung von Efgartigimod alfa erfolgt gemäß Fachinformation in Zyklen:

MedikamentDosierungZyklus-SchemaGeschätzte Zyklen pro Jahr
Efgartigimod alfa10 mg/kg Körpergewicht1-mal wöchentlich über 4 Wochen (1 Zyklus)4 bis 5,92 Zyklen (16 bis 24 Behandlungstage)

Weitere Behandlungszyklen werden entsprechend der klinischen Beurteilung durchgeführt. Ein neuer Zyklus darf frühestens 7 Wochen nach der ersten Infusion des vorherigen Zyklus starten.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Therapieplanung mit Efgartigimod alfa ist zu beachten, dass die Häufigkeit der Behandlungszyklen patientenindividuell variiert und von der klinischen Beurteilung abhängt. Der Bericht betont, dass nachfolgende Zyklen frühestens 7 Wochen nach der ersten Infusion des vorherigen Zyklus durchgeführt werden dürfen.

Häufig gestellte Fragen

Das Medikament wird zusätzlich zur Standardtherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit generalisierter Myasthenia gravis (gMG) angewendet. Voraussetzung ist laut Bericht ein positiver Nachweis von Anti-Acetylcholinrezeptor-Antikörpern (AChR-AK).

Der IQWiG-Bericht schätzt die Jahrestherapiekosten auf rund 288.500 € bis 432.750 € pro Person. Die genauen Kosten variieren je nach der individuell benötigten Anzahl an Behandlungszyklen.

Die Dosierung beträgt 10 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Das Medikament wird in Zyklen verabreicht, wobei ein Zyklus aus einer wöchentlichen Gabe über einen Zeitraum von vier Wochen besteht.

Da es sich um ein Orphan Drug handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen laut SGB V bereits durch die Zulassung als belegt. Dies gilt, solange der GKV-Umsatz des Arzneimittels 50 Millionen Euro innerhalb von 12 Monaten nicht überschreitet.

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Quelle: IQWiG G22-29: Efgartigimod alfa (Myasthenia gravis) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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