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Fedratinib bei Myelofibrose: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende IQWiG-Bericht (G21-10) bewertet Fedratinib als Orphan Drug zur Behandlung der Myelofibrose. Da es sich um ein Arzneimittel für seltene Leiden handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt.

Fedratinib wird bei erwachsenen Personen mit primärer Myelofibrose, Post-Polycythaemia-Vera-Myelofibrose oder Post-Essentieller-Thrombozythämie-Myelofibrose eingesetzt. Ziel der Therapie ist die Behandlung einer krankheitsbedingten Splenomegalie oder entsprechender Symptome.

Das Medikament kommt sowohl für Betroffene infrage, die nicht mit einem Janus-Kinase-Inhibitor (JAK-Inhibitor) vorbehandelt sind, als auch für solche, die bereits Ruxolitinib erhalten haben. Die jährlichen Therapiekosten belaufen sich laut Bericht auf etwa 65.140 Euro pro behandelter Person.

Empfehlungen

Indikationsstellung und Voraussetzungen

Laut IQWiG-Bericht ist Fedratinib für Erwachsene mit Myelofibrose und krankheitsbedingter Splenomegalie oder Symptomatik indiziert. Vor Behandlungsbeginn werden bestimmte hämatologische Parameter vorausgesetzt:

  • Die Thrombozytenzahl muss zu Beginn der Therapie bei mindestens 50 x 10^9/l liegen.

  • Ein Start der Behandlung wird nicht empfohlen, wenn die absolute Neutrophilenzahl (ANC) unter 1,0 x 10^9/l beträgt.

Monitoring während der Therapie

Der Bericht verweist auf die Fachinformation, die regelmäßige Kontrollen während der Behandlung mit Fedratinib vorsieht. Folgende Parameter werden hervorgehoben:

  • Eine Überprüfung der Thiaminspiegel wird in regelmäßigen Abständen (alle 3 Monate) empfohlen.

  • Weitere Laborwerte, wie beispielsweise die Leberfunktionswerte, sollten ebenfalls regelmäßig kontrolliert werden.

Dosierung

Die Dosierungsangaben basieren auf der im Bericht zitierten Fachinformation:

MedikamentDosierungEinnahmehäufigkeitDarreichungsform
Fedratinib400 mgTäglich4 Hartkapseln à 100 mg

Kontraindikationen

Der Bericht weist auf spezifische Kontraindikationen und Warnhinweise gemäß der Fachinformation hin:

  • Fedratinib sollte nicht bei Personen mit einer Thiamin-Defizienz angewendet werden.

  • Bei einer Thrombozytenzahl von unter 50 x 10^9/l oder einer absoluten Neutrophilenzahl von unter 1,0 x 10^9/l wird der Behandlungsbeginn nicht empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt bei der Therapie mit Fedratinib ist das strikte Monitoring des Thiaminspiegels. Laut Bericht wird eine Kontrolle alle drei Monate empfohlen, da das Medikament bei einem bestehenden Thiamin-Mangel nicht angewendet werden sollte. Zudem wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, vor Therapiebeginn die Thrombozyten- und Neutrophilenzahlen zu überprüfen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist Fedratinib für Erwachsene mit primärer oder sekundärer Myelofibrose zugelassen, die an Splenomegalie oder krankheitsbedingten Symptomen leiden. Es kann sowohl bei JAK-Inhibitor-naiven Personen als auch nach einer Vorbehandlung mit Ruxolitinib eingesetzt werden.

Die empfohlene Dosis beträgt gemäß der zitierten Fachinformation 400 mg pro Tag. Dies entspricht der täglichen Einnahme von vier Hartkapseln zu je 100 mg.

Der Bericht hebt hervor, dass der Thiaminspiegel alle drei Monate kontrolliert werden sollte. Darüber hinaus wird eine regelmäßige Überprüfung weiterer Parameter, wie etwa der Leberfunktionswerte, empfohlen.

Die Jahrestherapiekosten für die gesetzliche Krankenversicherung werden im Bericht auf rund 65.140 Euro pro behandelter Person geschätzt. Darin sind die Arzneimittelkosten sowie zusätzlich notwendige Leistungen wie das Thiamin-Monitoring enthalten.

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Quelle: IQWiG G21-10: Fedratinib (Myelofibrose) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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