IQWiG2025Onkologie

NSCLC Erstlinie: Amivantamab & Lazertinib (IQWiG 2025)

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2025 bewertet den Zusatznutzen einer Kombinationstherapie beim nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC).

Untersucht wird der Einsatz von Amivantamab in Kombination mit Lazertinib als Erstlinienbehandlung. Die Zielgruppe umfasst erwachsene Personen mit fortgeschrittenem NSCLC, die epidermale Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen aufweisen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie dient Osimertinib. Die Datengrundlage bildet der finale Datenschnitt der randomisierten, kontrollierten MARIPOSA-Studie vom Dezember 2024.

Aufgrund methodischer Einschränkungen, wie einer unzureichenden prophylaktischen Antikoagulation im Interventionsarm, ist die Übertragbarkeit auf den deutschen Versorgungskontext laut Bewertung eingeschränkt.

Empfehlungen

Die IQWiG-Dossierbewertung liefert folgende zentrale Ergebnisse zum Vergleich von Amivantamab plus Lazertinib gegenüber Osimertinib:

Mortalität und Gesamtüberleben

Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten der Kombinationstherapie. Die Auswertung belegt ein reduziertes Sterberisiko unter Amivantamab und Lazertinib (Hazard Ratio 0,75; p=0,005).

Das Verzerrungspotenzial für diesen Endpunkt wird als niedrig eingestuft.

Morbidität und Lebensqualität

Bei den patientenberichteten Endpunkten wird das Verzerrungspotenzial als hoch bewertet, unter anderem wegen fehlender Verblindung und sinkender Rücklaufquoten der Fragebögen.

Die Auswertung der MARIPOSA-Studie zeigt folgende signifikante Effekte im direkten Vergleich:

EndpunktHazard RatioEffektrichtung
Gesamtüberleben0,75Vorteil für Amivantamab + Lazertinib
Schlaflosigkeit0,63Vorteil für Amivantamab + Lazertinib
Diarrhö0,43Vorteil für Amivantamab + Lazertinib
Rollenfunktion1,55Nachteil für Amivantamab + Lazertinib
Körperliche Funktion1,50Nachteil für Amivantamab + Lazertinib

Der Endpunkt der symptomatischen Progression wurde für die Nutzenbewertung nicht herangezogen. Die Definition war unklar und umfasste nicht zwangsläufig patientenrelevante Ereignisse.

Unerwünschte Ereignisse

Die Aussagesicherheit zu unerwünschten Ereignissen ist aufgrund unvollständiger Beobachtungen und hoher Therapieabbruchraten eingeschränkt.

Zudem wurden die den infusionsbedingten Reaktionen zugrunde liegenden Symptome im Interventionsarm nicht vollständig in die Auswertungen einbezogen. Trotz dieser Unsicherheiten zeigen sich laut Bericht deutliche Effekte zum Nachteil der Intervention bei spezifischen und schweren unerwünschten Ereignissen.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist auf eine eingeschränkte Übertragbarkeit der Studiendaten auf den deutschen Versorgungsalltag hin. Dies wird maßgeblich mit dem unzureichenden Einsatz einer prophylaktischen Begleitbehandlung mit Antikoagulanzien zur Vermeidung von venösen Thromboembolien (VTE) im Interventionsarm begründet. Bei der Interpretation der Nebenwirkungsraten ist zudem zu berücksichtigen, dass infusionsbedingte Symptome in der Studie potenziell unterschätzt wurden.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung zeigt die Kombinationstherapie im Vergleich zu Osimertinib einen signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben. Das Sterberisiko war in der MARIPOSA-Studie signifikant reduziert (Hazard Ratio 0,75).

Der Bericht stellt signifikante Nachteile bei den Funktionsskalen für die Rollenfunktion und die körperliche Funktion fest. Diese Ergebnisse weisen jedoch aufgrund methodischer Mängel ein hohes Verzerrungspotenzial auf.

Die Operationalisierung dieses Endpunkts war laut Bericht ungeeignet, da unklar blieb, auf Basis welcher Ereignisse eine Progression festgestellt wurde. Zudem flossen unspezifische und nicht zwingend patientenrelevante Symptome in die Auswertung ein.

Die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen ist aufgrund hoher Abbruchraten und methodischer Mängel bei der Erfassung infusionsbedingter Reaktionen unsicher. Dennoch stellt das IQWiG deutliche Effekte zum Nachteil von Amivantamab und Lazertinib bei schweren Nebenwirkungen fest.

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Quelle: IQWiG A25-77: Lazertinib (NSCLC, Erstlinie, Kombination mit Amivantamab) - Addendum zum Projekt A25-11 (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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