Evinacumab bei HoFH: Indikation und Zusatznutzen
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine Nutzenbewertung für den Wirkstoff Evinacumab durchgeführt. Das Anwendungsgebiet umfasst die adjuvante Therapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie (HoFH).
Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen und Patienten, bei denen diätetische und medikamentöse Optionen zur Lipidsenkung bereits ausgeschöpft worden sind. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Evolocumab und/oder eine LDL-Apherese festgelegt.
Ziel der Therapie ist die dauerhafte Senkung des LDL-Cholesterins, um das Risiko für kardiovaskuläre Folgeerkrankungen und Mortalität zu verringern. Die vorliegende Bewertung prüft, ob Evinacumab in diesem Setting einen belegbaren Zusatznutzen bietet.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass bei der Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie die Ausschöpfung aller Vortherapien essenziell ist. Es wird betont, dass insbesondere die LDL-Apherese eine grundlegende Bedeutung hat und vor der Eskalation auf neue Wirkstoffe adäquat eingesetzt und in ihrer Frequenz optimiert werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation wird Evinacumab in einer Dosis von 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht. Die Gabe erfolgt alle 4 Wochen als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 60 Minuten.
Gemäß den Herstellerangaben ist bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich. Gleiches gilt laut Fachinformation für Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder für ältere Patienten.
Das IQWiG bemängelt unter anderem die zu kurze Studiendauer von 24 Wochen in der Zulassungsstudie. Zudem wurde die vom G-BA geforderte zweckmäßige Vergleichstherapie, bestehend aus Evolocumab und/oder LDL-Apherese, im Kontrollarm nicht ausreichend umgesetzt.
Die Produktinformation warnt vor potenziellen fötalen Schädigungen durch Evinacumab. Eine Anwendung in der Schwangerschaft wird nur empfohlen, wenn der erwartete Nutzen für die Patientin das potenzielle Risiko für den Fötus überwiegt.
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Quelle: IQWiG A24-05: Evinacumab (homozygote familiäre Hypercholesterinämie; Erwachsene und Jugendliche = 12 Jahre) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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