IQWiG2023Neurologie

Lasmiditan bei Migräne: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine frühe Nutzenbewertung für den Wirkstoff Lasmiditan durchgeführt. Geprüft wurde der Einsatz zur Akutbehandlung der Kopfschmerzphase von Migräneattacken mit oder ohne Aura bei Erwachsenen.

Ziel der Bewertung war der Vergleich von Lasmiditan mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Diese umfasst eine patientenindividuelle Auswahl aus Triptanen oder nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR).

Der pharmazeutische Unternehmer reichte Daten aus drei placebokontrollierten Studien (SAMURAI, SPARTAN, CENTURION) ein. Ein direkter Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie fehlte jedoch im Dossier, weshalb die Studien für die Ableitung eines Zusatznutzens als nicht geeignet eingestuft wurden.

Empfehlungen

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Laut Dossierbewertung definiert der G-BA als Vergleichstherapie eine patientenindividuelle Behandlung unter Berücksichtigung von Vorbehandlung, Anfallsschwere und Begleiterkrankungen. Zur Auswahl stehen:

  • Selektive 5-HT1-Rezeptoragonisten (Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan, Zolmitriptan)

  • Nicht steroidale Antirheumatika (Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen)

Bewertung der Evidenz

Die vom Hersteller vorgelegten Studien verglichen Lasmiditan lediglich mit Placebo. Da ein direkter Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie fehlt, stuft die Bewertung die Datenlage für das vorliegende Anwendungsgebiet als unzureichend ein.

Fazit zum Zusatznutzen

Aufgrund der fehlenden relevanten Studiendaten ergibt sich laut Bericht kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Der Zusatznutzen von Lasmiditan gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie gilt somit als nicht belegt.

Dosierung

Die Dokumentation nennt folgende Dosierungsempfehlungen für Lasmiditan zur Akutbehandlung von Migräneattacken:

PatientengruppeInitialdosisDosisanpassungMaximaldosis
Erwachsene100 mgErhöhung auf 200 mg oder Reduktion auf 50 mg möglich200 mg innerhalb von 24 Stunden

Eine zweite Dosis derselben Stärke kann eingenommen werden, falls der Kopfschmerz nach erstem Ansprechen innerhalb von 24 Stunden erneut auftritt. Zwischen den Einnahmen wird ein Abstand von mindestens 2 Stunden empfohlen.

Kontraindikationen

Laut Bericht wird die Einnahme von Lasmiditan während der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Bei Auftreten einer schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktion ist die Anwendung sofort zu beenden und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Zudem wird bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen serotonergen Arzneimitteln eine angemessene Überwachung empfohlen. Bei einem Verdacht auf ein Serotonin-Syndrom ist das Medikament abzusetzen.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass behandelte Personen nach der Einnahme von Lasmiditan für mindestens 8 Stunden kein Fahrzeug führen dürfen. Dies gilt auch für andere Aktivitäten, die eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordern, selbst wenn sich die Person dazu in der Lage fühlt. Zudem wird eine klinische Beobachtung hinsichtlich eines möglichen Missbrauchspotenzials angeraten.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen von Lasmiditan gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Es lagen keine geeigneten Studien vor, die das Medikament direkt mit Triptanen oder NSAR verglichen haben.

Der G-BA definiert als Vergleichstherapie eine patientenindividuelle Auswahl aus Triptanen (wie Sumatriptan oder Zolmitriptan) und NSAR (wie Ibuprofen oder Diclofenac). Die Auswahl richtet sich nach Vorbehandlung, Begleiterkrankungen und Anfallsschwere.

Die empfohlene Initialdosis beträgt 100 mg. Bei Bedarf kann die Dosis auf 200 mg erhöht oder auf 50 mg reduziert werden, wobei die Maximaldosis von 200 mg innerhalb von 24 Stunden nicht überschritten werden darf.

Es wird dringend darauf hingewiesen, nach jeder Einnahme für mindestens 8 Stunden kein Fahrzeug zu führen. Dies gilt unabhängig vom subjektiven Befinden der behandelten Person.

Bei der gleichzeitigen Gabe von anderen serotonergen Arzneimitteln wird eine strenge Überwachung empfohlen. Bei einem Verdacht auf ein Serotonin-Syndrom ist das Medikament sofort abzusetzen.

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Quelle: IQWiG A23-35: Lasmiditan (Migräne) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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