IQWiG2024

Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor bei CF (2-5 J.): IQWiG

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A23-124 bewertet den Zusatznutzen der Dreifachkombination Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor in Kombination mit Ivacaftor.

Die Bewertung bezieht sich auf Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren mit zystischer Fibrose (Mukoviszidose). Voraussetzung für diese spezifische Fragestellung ist eine heterozygote F508del-Mutation im CFTR-Gen sowie eine Gating-Mutation (inklusive R117H) auf dem zweiten Allel.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine Monotherapie mit Ivacaftor festgelegt. Beide Therapiearme beinhalten zusätzlich eine symptomatische, patientenindividuelle Behandlung zur Linderung von Symptomen (Best Supportive Care).

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Erkenntnisse zur Evidenzlage und zum Zusatznutzen:

Studienlage und Evidenz

Laut Bewertung liegen keine randomisierten kontrollierten Studien (RCT) vor, die die Dreifachkombination direkt mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie in der Zielgruppe vergleichen. Auch nicht-vergleichende Studien für dieses spezifische Anwendungsgebiet wurden nicht identifiziert.

Methodik der Nutzenübertragung

Der pharmazeutische Unternehmer versuchte, den Zusatznutzen aus anderen Populationen abzuleiten. Das IQWiG stuft diese Übertragung aus folgenden Gründen als nicht geeignet ein:

  • Eine Übertragung von älteren Betroffenen (ab 12 Jahren) mit gleichem Mutationstyp ist nicht zulässig, da auch für diese Gruppe der Zusatznutzen mangels Daten als nicht belegt gilt.

  • Eine Übertragung von Kindern mit abweichendem Mutationstyp (Minimalfunktion auf dem zweiten Allel) wird abgelehnt, da hierzu lediglich qualitative Argumente zum Wirkprinzip vorgebracht wurden.

  • Es fehlen konkrete Daten zu patientenrelevanten Endpunkten für die spezifische Zielpopulation der 2- bis 5-Jährigen.

Bewertung des Zusatznutzens

Aufgrund der unzureichenden Datenlage kommt der Bericht zu einem eindeutigen Ergebnis. Ein Zusatznutzen der Kombinationstherapie ist für diese spezifische Patientengruppe nicht belegt.

Dosierung

Die im Bericht zitierte Fachinformation macht folgende Vorgaben zur Anwendung des Granulats bei Kindern von 2 bis unter 6 Jahren:

Alter / GruppeAnwendungshinweiseBesonderheiten
2 bis <6 JahreMorgen- und Abenddosis im Abstand von ca. 12 StundenEinnahme zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit
ZubereitungGranulat mit 1 Teelöffel (5 ml) weicher Nahrung/Flüssigkeit mischenMischung muss vollständig verzehrt werden
Leberfunktion (Child-Pugh B)Anwendung nicht empfohlenNur bei klarem medizinischem Bedarf in reduzierter Dosis
Leberfunktion (Child-Pugh C)Anwendung kontraindiziertKeine Behandlung mit der Dreifachkombination
CYP3A-InhibitorenDosisreduktion erforderlichGilt für mäßige und starke Inhibitoren

Kontraindikationen

Laut Bericht ergeben sich aus der Fachinformation spezifische Warnhinweise für bestimmte Begleiterkrankungen:

  • Bei stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) darf das Medikament nicht angewendet werden.

  • Bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B) wird die Behandlung grundsätzlich nicht empfohlen.

  • Bei terminaler Niereninsuffizienz oder stark eingeschränkter Nierenfunktion liegen keine Erfahrungen vor.

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💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation ist bei der Verabreichung des Granulats an Kleinkinder zwingend auf die gleichzeitige Aufnahme von Fett zu achten. Es wird betont, dass unmittelbar vor oder nach der Einnahme eine fetthaltige Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit konsumiert werden muss, um eine adäquate Resorption zu gewährleisten.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung fehlen direkte Vergleichsstudien für diese spezifische Alters- und Mutationsgruppe. Die vom Hersteller vorgelegte Übertragung von Studiendaten älterer Personen oder anderer Mutationstypen wurde als methodisch nicht geeignet eingestuft.

Der G-BA hat für diese Patientengruppe eine Monotherapie mit Ivacaftor als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. Zusätzlich erhalten alle Betroffenen eine patientenindividuelle symptomatische Therapie (Best Supportive Care).

Das Granulat wird mit einem Teelöffel (5 ml) altersgerechter weicher Nahrung oder Flüssigkeit vermischt. Die Fachinformation weist darauf hin, dass die Einnahme im Abstand von etwa 12 Stunden zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen muss.

Bei leicht eingeschränkter Leberfunktion ist keine Anpassung nötig. Bei mäßiger Einschränkung wird die Gabe nicht empfohlen, während sie bei starker Einschränkung (Child-Pugh C) laut Fachinformation kontraindiziert ist.

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Quelle: IQWiG A23-124: Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor (zystische Fibrose, 2 bis 5 Jahre, F508del-Mutation, Gating-Mutation, heterozygot) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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