IQWiG2024

Patisiran bei hATTR-Amyloidose: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung A23-118 aus dem Jahr 2024 untersucht den Zusatznutzen von Patisiran. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit hereditärer Transthyretin-Amyloidose (hATTR) und einer Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Vutrisiran oder Tafamidis (nur bei Stadium 1) festgelegt. Die Bewertung basiert primär auf den Daten der offenen, randomisiert-kontrollierten Studie HELIOS-A.

In dieser Studie wurde Patisiran direkt mit Vutrisiran über eine Behandlungsphase von 18 Monaten verglichen. Dabei wurden patientenrelevante Endpunkte wie Mortalität, Morbidität und unerwünschte Ereignisse analysiert.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Das IQWiG stellt in der Gesamtschau einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Patisiran gegenüber Vutrisiran fest. Dies gilt für Erwachsene mit hATTR-Amyloidose und Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2.

Dieses Ergebnis weicht von der Bewertung aus dem Jahr 2018 ab. Damals wurde im Vergleich zu Placebo ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt.

Mortalität und Morbidität

Laut Bewertung zeigen sich in den Bereichen Gesamtmortalität und Morbidität keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist in diesen Kategorien nicht belegt.

Dies betrifft unter anderem die Symptomatik, die mit dem Norfolk QoL-DN Fragebogen und dem 10-Meter-Gehtest erfasst wurde. Auch beim Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) ergaben sich keine Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen.

Unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen)

Bei den Nebenwirkungen zeigen sich laut Bericht signifikante Unterschiede zum Nachteil von Patisiran. Es ergeben sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden in folgenden Bereichen:

  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs)

  • Schwere unerwünschte Ereignisse

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen

  • Herzinsuffizienz und Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Dosierung

Die Bewertung basiert auf folgendem Dosierungsschema der Studie HELIOS-A:

MedikamentDosierungApplikationswegIntervall
Patisiran0,3 mg/kgintravenösalle 3 Wochen
Vutrisiran25 mgsubkutanalle 3 Monate

Vor der Gabe von Patisiran war laut Studienprotokoll eine Prämedikation erforderlich. Diese umfasste intravenöse Kortikosteroide, orales Paracetamol sowie intravenöse H1- und H2-Blocker.

Kontraindikationen

In der zugrundeliegenden Studie waren Personen mit einer bereits erfolgten oder anstehenden Lebertransplantation von der Behandlung ausgeschlossen.

Ebenso durfte die Herzinsuffizienz gemäß NYHA-Klassifikation zu Studienbeginn das Stadium II nicht überschreiten.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass Patisiran im direkten Vergleich zu Vutrisiran mit einer höheren Rate an schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen assoziiert ist. Es wird hervorgehoben, dass in diesen Endpunkten auch Ereignisse enthalten sind, die der Krankheitssymptomatik zugeordnet werden könnten.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG stellt im aktuellen Bericht einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Patisiran im Vergleich zu Vutrisiran fest. Dies begründet sich primär durch signifikant häufigere unerwünschte Ereignisse unter Patisiran.

Der G-BA hat Vutrisiran oder Tafamidis als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. Tafamidis ist dabei nur für das Stadium 1 der Polyneuropathie vorgesehen.

Laut den Studiendaten wird Patisiran alle 3 Wochen in einer Dosierung von 0,3 mg/kg intravenös verabreicht. Vutrisiran wird hingegen alle 3 Monate mit 25 mg subkutan appliziert.

Die Bewertung zeigt unter Patisiran signifikant häufiger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Dazu zählen unter anderem Infektionen, Herzinsuffizienz und Beschwerden am Verabreichungsort.

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Quelle: IQWiG A23-118 : Patisiran (hereditäre Transthyretin-Amyloidose mit Polyneuropathie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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