Vutrisiran bei hATTR-Amyloidose: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Das IQWiG-Addendum A23-12 ergänzt die Nutzenbewertung von Vutrisiran bei erwachsenen Personen mit hereditärer Transthyretin-Amyloidose (hATTR-Amyloidose) mit Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2.
Grundlage der Bewertung ist die randomisierte kontrollierte Studie HELIOS-A. Darin wird Vutrisiran mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie Patisiran verglichen.
Der Fokus des Addendums liegt auf der Nachbewertung von Nebenwirkungen sowie spezifischen neurologischen und funktionellen Endpunkten. Dies war unter anderem erforderlich, da Vutrisiran subkutan und Patisiran intravenös verabreicht wird, was die Erfassung von infusionsbedingten Reaktionen beeinflusste.
Empfehlungen
Gesamtergebnis zum Zusatznutzen
Das IQWiG leitet einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Vutrisiran gegenüber Patisiran ab. Diese Einschätzung gilt für Erwachsene mit hATTR-Amyloidose mit Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2.
Vorteile bei Nebenwirkungen
Laut Bericht zeigen sich für Vutrisiran positive Effekte im Bereich der schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (SUEs) und schweren unerwünschten Ereignisse (UEs). Es ergeben sich Anhaltspunkte für einen geringeren Schaden durch Vutrisiran in mehreren spezifischen Kategorien.
| Ereigniskategorie (SUE) | Ausmaß des geringeren Schadens unter Vutrisiran |
|---|---|
| Infektionen und parasitäre Erkrankungen | Gering |
| Herzinsuffizienz | Gering |
| Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts | Gering |
| Beschwerden am Verabreichungsort | Nicht quantifizierbar |
Neurologische und funktionelle Endpunkte
Für die Endpunkte mNIS+7, NIS und R-ODS zeigen sich nach 18 Monaten keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Studienarmen.
Die mit dem mNIS+7 und dem NIS erfassten Parameter werden vom IQWiG als nicht unmittelbar patientenrelevant eingeschätzt. Die vorgelegten Daten zu FAP-Stadien und PND-Werten wurden als nicht sinnvoll interpretierbar bewertet.
Verzerrungspotenzial
Das Verzerrungspotenzial für die Gesamtmortalität wird in der Bewertung als niedrig eingestuft.
Bei den Endpunkten zu Nebenwirkungen besteht laut Bericht hingegen ein hohes Verzerrungspotenzial. Dies wird auf einen relevanten Anteil von Ereignissen zurückgeführt, die sowohl Nebenwirkungen als auch Symptome der Grunderkrankung sein können.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht ist bei der Wahl zwischen Vutrisiran und Patisiran der unterschiedliche Applikationsweg zu berücksichtigen. Da Patisiran intravenös verabreicht wird, können hier spezifische infusionsbedingte Reaktionen auftreten, die bei der subkutanen Gabe von Vutrisiran entfallen. Dies spiegelt sich in den Studiendaten in einem geringeren Risiko für schwerwiegende Beschwerden am Verabreichungsort unter Vutrisiran wider.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Vutrisiran im direkten Vergleich zu Patisiran. Diese Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit hATTR-Amyloidose und Polyneuropathie im Stadium 1 oder 2.
Laut Bewertung treten unter Vutrisiran seltener schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf als unter Patisiran. Dies betrifft insbesondere gastrointestinale Beschwerden, Infektionen, Herzinsuffizienz und Reaktionen am Verabreichungsort.
In der zugrundeliegenden HELIOS-A-Studie zeigten sich bei den neurologischen Scores (wie mNIS+7 und NIS) keine signifikanten Unterschiede zwischen Vutrisiran und Patisiran nach 18 Monaten. Das IQWiG stuft diese spezifischen Parameter zudem als nicht unmittelbar patientenrelevant ein.
Da Vutrisiran subkutan und Patisiran intravenös gegeben wird, konnten klassische Infusionsreaktionen nur im Patisiran-Arm erfasst werden. Der Bericht wertete daher spezifische unerwünschte Ereignisse auf Ebene der Systemorganklassen aus, um die Verträglichkeit der unterschiedlichen Applikationswege methodisch korrekt vergleichen zu können.
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Quelle: IQWiG A23-12: Vutrisiran (hereditäre Transthyretin-Amyloidose mit Polyneuropathie) - Addendum zum Auftrag A22-114 (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.