IQWiG2021Neurologie

Teriflunomid bei MS (Kinder): IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Bericht des IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) evaluiert den Zusatznutzen von Teriflunomid. Der Wirkstoff ist für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis unter 18 Jahren mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) zugelassen.

Die Bewertung erfolgt im Vergleich zu vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapien. Dabei wird zwischen Patientengruppen mit nicht hochaktiver und hochaktiver Erkrankung unterschieden.

Laut Bericht besteht in der pädiatrischen Indikation ein therapeutischer Bedarf an oralen Behandlungsoptionen. Die Auswertung basiert auf dem Dossier des pharmazeutischen Unternehmers.

Empfehlungen

Fehlender Zusatznutzen

Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass für Kinder und Jugendliche mit RRMS keine verwertbaren Studiendaten vorgelegt wurden. Daher ist ein Zusatznutzen von Teriflunomid nicht belegt.

Diese Einschätzung gilt für beide vom G-BA definierten Fragestellungen und Patientengruppen.

Zweckmäßige Vergleichstherapien

Für die Bewertung wurden folgende Vergleichstherapien herangezogen:

  • Bei nicht hochaktiver RRMS: Interferon-β 1a, Interferon-β 1b oder Glatirameracetat

  • Bei hochaktiver RRMS trotz Vorbehandlung: Fingolimod oder ein Wechsel innerhalb der Basistherapeutika

Monitoring und Anwendung

Vor und während der Behandlung mit Teriflunomid wird ein strukturiertes Monitoring empfohlen.

Laut Dossier des Herstellers umfasst dies:

  • Regelmäßige Blutdruckkontrollen

  • Überwachung der Leberwerte (ALT/SGPT)

  • Kontrollen des großen Blutbildes (inklusive Differenzialblutbild) bei klinischen Anzeichen von Infektionen

Bei schweren generalisierten Hautreaktionen muss die Therapie beendet und ein Verfahren zur beschleunigten Elimination eingeleitet werden.

Dosierung

Die im Bericht aufgeführten Dosierungen für die oralen Therapieoptionen richten sich nach dem Körpergewicht der pädiatrischen Patienten:

WirkstoffPatientengruppe (ab 10 Jahren)DosierungApplikationsweg
TeriflunomidKörpergewicht ≤ 40 kg7 mg 1-mal täglichoral
TeriflunomidKörpergewicht > 40 kg14 mg 1-mal täglichoral
FingolimodKörpergewicht ≤ 40 kg0,25 mg 1-mal täglichoral
FingolimodKörpergewicht > 40 kg0,5 mg 1-mal täglichoral

Kontraindikationen

Der Bericht listet basierend auf der Fachinformation folgende Kontraindikationen und Warnhinweise auf:

  • Schwer beeinträchtigter Immunstatus (z. B. AIDS)

  • Starke Einschränkung der Leberfunktion

  • Schwere Hypoproteinämie

  • Schwere aktive Infektionen (Therapiebeginn aufschieben)

  • Schwangerschaft und Stillzeit

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass bei Verdacht auf schwere generalisierte Hautreaktionen oder Leberschädigungen die Behandlung mit Teriflunomid sofort beendet werden sollte. In solchen Fällen wird ein Verfahren zur beschleunigten Elimination des Wirkstoffs aus dem Körper empfohlen. Zudem wird betont, dass vor Therapiebeginn bei Frauen im gebärfähigen Alter eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Teriflunomid bei Kindern und Jugendlichen (10 bis unter 18 Jahre) mit RRMS nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer hat keine verwertbaren Studiendaten für diese Altersgruppe vorgelegt.

Es wird empfohlen, vor und während der Therapie die Leberwerte (ALT/SGPT) sowie das große Blutbild zu überwachen. Bei klinischen Anzeichen von Infektionen sollte das Blutbild laut Bericht engmaschig kontrolliert werden.

Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Gemäß den im Bericht zitierten Fachinformationen erhalten Patienten über 40 kg täglich 14 mg, während bei einem Gewicht bis 40 kg täglich 7 mg eingenommen werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss legt für diese Patientengruppe Fingolimod als Vergleichstherapie fest. Alternativ wird ein Wechsel innerhalb der Basistherapeutika wie Interferon-β oder Glatirameracetat genannt.

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Quelle: IQWiG A21-96: Teriflunomid (multiple Sklerose) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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