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Nivolumab bei Ösophaguskarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A22-54 aus dem Jahr 2022 bewertet den Zusatznutzen von Nivolumab in Kombination mit einer fluoropyrimidin- und platinbasierten Chemotherapie. Die Bewertung bezieht sich auf die Erstlinienbehandlung des Plattenepithelkarzinoms des Ösophagus.

Eingeschlossen sind erwachsene Patientinnen und Patienten mit einem nicht resezierbaren, fortgeschrittenen, rezidivierten oder metastasierten Tumor. Eine weitere Voraussetzung für diese spezifische Bewertung ist eine Tumorzell-PD-L1-Expression von mindestens 1 %.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Cisplatin in Kombination mit 5-Fluorouracil festgelegt. Die Datengrundlage der Bewertung bildet die randomisierte, kontrollierte Studie CheckMate 648.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG basiert auf den Ergebnissen der CheckMate 648 Studie und kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen hinsichtlich des Zusatznutzens:

Gesamtüberleben und Zusatznutzen

Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil der Kombinationstherapie. Daraus leitet der Bericht einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen ab.

In der Gesamtschau wird für die untersuchte Patientengruppe ein Hinweis auf einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Nivolumab plus Chemotherapie gegenüber der alleinigen Chemotherapie festgestellt. Das Ausmaß ist nicht quantifizierbar, da für die Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität keine verwertbaren Daten vorliegen.

Unerwünschte Ereignisse (UE)

Bezüglich der Nebenwirkungen zeigt die Auswertung ein gemischtes Bild mit positiven und negativen Effekten:

  • Es gibt einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden (geringes Ausmaß) bei Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse.

  • Bei den spezifischen schweren unerwünschten Ereignissen Erbrechen und Pneumonie zeigt sich jeweils ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden.

  • Für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) insgesamt sowie für immunvermittelte SUEs ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied.

Dosierung

Die in der zugrundeliegenden Studie CheckMate 648 angewendeten Dosierungen für den Interventionsarm (Nivolumab + Chemotherapie) stellen sich wie folgt dar:

WirkstoffDosierungApplikationZyklus
Nivolumab240 mgi.v. an Tag 1 und Tag 15Alle 2 Wochen eines 4-wöchigen Zyklus (max. 24 Monate)
5-Fluorouracil800 mg/m2 KOF/Tagi.v. als kontinuierliche Infusion (Tag 1 bis 5)4-wöchiger Zyklus
Cisplatin80 mg/m2 KOFi.v. an Tag 14-wöchiger Zyklus

Die Dosierung von 5-Fluorouracil in der Studie wich leicht von der Fachinformation ab, was laut Bericht jedoch keine Auswirkungen auf die Nutzenbewertung hat. Dosisreduktionen waren für Nivolumab nicht erlaubt, für die Chemotherapie-Komponenten jedoch nach festgelegten Schemata möglich.

Kontraindikationen

Laut den Einschlusskriterien der bewerteten Studie waren bestimmte Begleitbehandlungen und Vorerkrankungen ausgeschlossen:

  • Patientinnen und Patienten mit einem Adenokarzinom oder symptomatischer Metastasierung im Gehirn/Meningen.

  • Hohes Blutungs- und Fistelrisiko aufgrund einer Tumorinvasion in angrenzende Organe.

  • Vorherige systemische Krebstherapie als Primärtherapie bei fortgeschrittener Erkrankung.

  • Gleichzeitige Gabe von Immunsuppressiva oder immunsuppressiven Dosen systemischer Kortikosteroide (ab 14 Tage vor Beginn).

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💡Praxis-Tipp

Es wird in der Bewertung hervorgehoben, dass die Kombination aus Nivolumab und Chemotherapie zwar einen erheblichen Überlebensvorteil bietet, jedoch auch zu signifikant mehr Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen führt. Im klinischen Alltag wird daher ein engmaschiges Monitoring der Verträglichkeit empfohlen, um rechtzeitig mit Dosisverzögerungen bei Nivolumab oder Dosisreduktionen der Chemotherapie-Komponenten reagieren zu können.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gilt der festgestellte Zusatznutzen für Erwachsene mit einem nicht resezierbaren, fortgeschrittenen oder metastasierten Plattenepithelkarzinom des Ösophagus. Eine zwingende Voraussetzung ist zudem eine Tumorzell-PD-L1-Expression von mindestens 1 %.

Die Bewertung stellt einen Hinweis auf einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen fest. Zwar gibt es beim Gesamtüberleben einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen, mangels verwertbaren Daten zur Lebensqualität lässt sich das Gesamtausmaß jedoch nicht exakt beziffern.

In der zugrundeliegenden Studie CheckMate 648 wurde Nivolumab mit einer fluoropyrimidin- und platinbasierten Chemotherapie kombiniert. Konkret handelte es sich dabei um die Wirkstoffe 5-Fluorouracil und Cisplatin.

Gemäß dem Studienprotokoll und der Fachinformation sind Dosisreduktionen oder Dosis-Eskalationen für Nivolumab nicht erlaubt. Bei auftretenden Toxizitäten wird stattdessen eine Dosisverzögerung oder eine Unterbrechung der Therapie empfohlen.

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Quelle: IQWiG A22-54: Nivolumab (Plattenepithelkarzinom des Ösophagus) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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