Nivolumab bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A21-57 (Addendum) bewertet den Zusatznutzen der Kombinationstherapie aus Nivolumab, Ipilimumab und platinbasierter Chemotherapie. Die Bewertung bezieht sich auf die Erstlinientherapie bei erwachsenen Personen mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).
Eingeschlossen wurden Erkrankte ohne sensitivierende EGFR-Mutation oder ALK-Translokation, deren Tumoren eine PD-L1-Expression von unter 50 Prozent aufweisen. Dabei wurden sowohl plattenepitheliale als auch nicht-plattenepitheliale Histologien berücksichtigt.
Als Vergleichstherapie diente eine rein platinbasierte Chemotherapie. Die Datengrundlage für diese Nutzenbewertung bildet die randomisierte, kontrollierte Studie CA209-9LA.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen der Kombinationstherapie:
Gesamtüberleben (Mortalität)
Laut Bewertung zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben zugunsten der Kombination aus Nivolumab, Ipilimumab und Chemotherapie. Daraus leitet das IQWiG einen Hinweis auf einen Zusatznutzen gegenüber der reinen Chemotherapie ab.
Dieser Überlebensvorteil zeigt sich unabhängig vom Vorliegen von Hirnmetastasen zu Studienbeginn. Das Ausmaß des Nutzens unterscheidet sich jedoch zwischen diesen beiden Subgruppen.
Morbidität und Lebensqualität
Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die Symptomatik ergeben sich laut Bericht keine Vorteile:
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Bei der Symptomatik (erfasst über den LCSS ASBI) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied.
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Auch beim Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) ist kein Unterschied belegbar.
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Es ergibt sich somit kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen in diesen Kategorien.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Die Bewertung stellt bei den unerwünschten Ereignissen (UE) signifikante Nachteile der Kombinationstherapie fest. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden in folgenden Bereichen:
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Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) und schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3).
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Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen.
-
Immunvermittelte Nebenwirkungen sowie spezifische Ereignisse wie erhöhte Lipase- und Amylasewerte.
Eine Ausnahme bildet die schwere Anämie bei nicht-plattenepithelialer Histologie. Hier zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden unter der Kombinationstherapie.
Dosierung
Die in der zugrundeliegenden Studie angewendete Dosierung der Interventionsgruppe gliedert sich wie folgt:
| Medikament | Dosierung | Dauer / Frequenz |
|---|---|---|
| Nivolumab | 360 mg i.v. | alle 3 Wochen für maximal 24 Monate |
| Ipilimumab | 1 mg/kg Körpergewicht i.v. | alle 6 Wochen für maximal 24 Monate |
| Chemotherapie (Plattenepithel) | Carboplatin AUC 6 + Paclitaxel 200 mg/m² KOF i.v. | an Tag 1 eines jeden Zyklus, für maximal 2 Zyklen |
| Chemotherapie (Nicht-Plattenepithel) | Cisplatin 75 mg/m² KOF + Pemetrexed ODER Carboplatin AUC 5-6 + Pemetrexed | an Tag 1 eines jeden Zyklus, für maximal 2 Zyklen |
Kontraindikationen
Gemäß den Einschlusskriterien der zugrundeliegenden Studie gelten folgende Vorbehandlungen als Ausschlusskriterien für die Therapie:
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Eine systemische antineoplastische Therapie als primäre Behandlung des NSCLC im Stadium III oder IV.
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Systemische immunsuppressive Therapien innerhalb von 14 Tagen vor Beginn der Studienmedikation.
-
Ausgenommen von der Immunsuppressions-Regel sind systemische Glukokortikoide in einer Dosierung von unter 10 mg/Tag Prednison-Äquivalent.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht verdeutlicht, dass der Überlebensvorteil der Kombinationstherapie mit einer signifikant höheren Toxizität einhergeht. Es wird in den Daten ein deutlich erhöhtes Risiko für schwerwiegende und immunvermittelte unerwünschte Ereignisse sowie für Therapieabbrüche beschrieben. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines engmaschigen Monitorings auf immunvermittelte Nebenwirkungen und Endokrinopathien während der Behandlung.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen Zusatznutzen für das Gesamtüberleben durch die Kombination aus Nivolumab, Ipilimumab und Chemotherapie. Gleichzeitig wird jedoch ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch vermehrte Nebenwirkungen festgestellt.
Laut Studiendesign richtet sich die Chemotherapie nach der Histologie. Bei Plattenepithelkarzinomen wird Carboplatin mit Paclitaxel eingesetzt, bei nicht-plattenepithelialen Tumoren Cisplatin oder Carboplatin in Kombination mit Pemetrexed.
Die zugrundeliegende Studie sah eine Gabe von Nivolumab und Ipilimumab bis zum Eintreten einer Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität vor. Die maximale Behandlungsdauer für die Immuntherapeutika war auf 24 Monate begrenzt.
Der Bericht verzeichnet signifikant mehr Therapieabbrüche und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse unter der Kombinationstherapie. Insbesondere immunvermittelte Nebenwirkungen, Leber- und Gallenerkrankungen sowie erhöhte Lipase- und Amylasewerte traten gehäuft auf.
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Quelle: IQWiG A21-57: Nivolumab (NSCLC) - Addendum zum Auftrag A20-118 (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.