IQWiG2021

Semaglutid bei Typ-2-Diabetes: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-93 bewertet den Zusatznutzen von Semaglutid bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2. Es handelt sich um eine erneute Bewertung aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, insbesondere zur oralen Darreichungsform.

Im Fokus der Bewertung stehen verschiedene therapeutische Szenarien, von der Monotherapie bis hin zu unterschiedlichen Kombinationstherapien. Als Datengrundlage dienten unter anderem die Studien PIONEER 2, PIONEER 6 und SUSTAIN 6.

Ziel der Auswertung war der Vergleich von Semaglutid mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Die Bewertung erfolgte anhand patientenrelevanter Endpunkte wie Mortalität, Morbidität und Nebenwirkungen.

Empfehlungen

Der Bericht unterteilt die Bewertung in vier primäre Fragestellungen sowie eine Zusatzfragestellung. Die Ergebnisse zum Zusatznutzen stellen sich wie folgt dar:

FragestellungTherapiesituationErgebnis zum Zusatznutzen
AMonotherapieNicht belegt
BKombination mit 1 AntidiabetikumNicht belegt
CKombination mit ≥ 2 AntidiabetikaNicht belegt
DKombination mit InsulinNicht belegt

Monotherapie (Fragestellung A)

Für die Monotherapie bei Metformin-Unverträglichkeit oder -Kontraindikation wurden keine relevanten Daten vorgelegt. Ein Zusatznutzen ist laut Bewertung nicht belegt.

Zweifachkombination (Fragestellung B)

In der Kombination mit Metformin wurde Semaglutid mit Empagliflozin verglichen. Als Datengrundlage diente hierfür die Studie PIONEER 2.

Es zeigten sich folgende Effekte im Vergleich zur Kontrollgruppe:

  • Hinweis auf einen Zusatznutzen bei zerebrovaskulären Ereignissen

  • Anhaltspunkt für geringeren Schaden bei Genitalinfektionen

  • Anhaltspunkt für höheren Schaden durch gastrointestinale Erkrankungen (Übelkeit) und Therapieabbrüche

In der Gesamtschau heben sich positive und negative Effekte auf. Ein Zusatznutzen für die Zweifachkombination ist somit nicht belegt.

Mehrfachkombinationen und Insulin (Fragestellungen C und D)

Für die Kombination mit mindestens zwei weiteren Antidiabetika oder Insulin wurden keine relevanten Daten eingereicht. Auch hier gilt der Zusatznutzen als nicht belegt.

Hohes kardiovaskuläres Risiko (Zusatzfragestellung)

Der pharmazeutische Unternehmer reichte Daten der Studien PIONEER 6 und SUSTAIN 6 für Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko ein. Das IQWiG stuft diese Studien als ungeeignet ein, da die Kontrollgruppen systematisch untertherapiert waren.

Sowohl die blutzuckersenkende als auch die blutdrucksenkende Therapie in der Vergleichsgruppe entsprach nicht dem medizinischen Standard. Notwendige Therapieeskalationen wurden nicht durchgeführt.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bewertung weisen die kardiovaskulären Endpunktstudien zu Semaglutid (PIONEER 6 und SUSTAIN 6) methodische Schwächen hinsichtlich der Kontrollgruppe auf. Es wird darauf hingewiesen, dass Patienten im Placeboarm systematisch untertherapiert waren und Eskalationsmöglichkeiten bei Blutzucker und Blutdruck nicht ausgeschöpft wurden. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer konsequenten leitliniengerechten Standardtherapie in der klinischen Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß der IQWiG-Bewertung wurden für die Monotherapie bei Metformin-Unverträglichkeit keine relevanten Daten vorgelegt. Daher gilt ein Zusatznutzen in dieser Indikation als nicht belegt.

In der Studie PIONEER 2 zeigte Semaglutid (jeweils plus Metformin) Vorteile bei zerebrovaskulären Ereignissen und Genitalinfektionen. Dem standen jedoch Nachteile durch vermehrte gastrointestinale Nebenwirkungen und Therapieabbrüche gegenüber, sodass insgesamt kein Zusatznutzen abgeleitet wurde.

Der Bericht bemängelt, dass die Patienten in den Kontrollgruppen dieser Studien keine adäquate Standardtherapie erhielten. Insbesondere wurden notwendige Therapieeskalationen bei Blutzucker und Blutdruck nicht ausreichend umgesetzt.

Für die Kombinationstherapie von Semaglutid mit Insulin wurden im Rahmen dieser Dossierbewertung keine relevanten Daten vorgelegt. Ein Zusatznutzen ist für diese Patientengruppe laut Bericht nicht belegt.

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Quelle: IQWiG A20-93: Semaglutid (Diabetes mellitus Typ 2) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (neue wissenschaftliche Erkenntnisse) (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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