Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor bei CF: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Die IQWiG-Dossierbewertung A20-83 untersucht den Zusatznutzen der Dreifachkombination Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor in Kombination mit Ivacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit zystischer Fibrose.
Voraussetzung für diese spezifische Indikation ist eine heterozygote F508del-Mutation im CFTR-Gen. Zudem muss auf dem zweiten Allel eine Minimalfunktions-Mutation (MF-Mutation) vorliegen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best supportive Care (BSC) festgelegt. Die Datengrundlage der Bewertung bildet die randomisierte, doppelblinde Zulassungsstudie VX17-445-102 mit einer Dauer von 24 Wochen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen gegenüber der Best supportive Care (BSC):
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
In der Gesamtschau zeigt die Bewertung ausschließlich positive Effekte für die Kombinationstherapie. Es wird ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet.
Morbidität und Exazerbationen
Die Auswertung der Studiendaten zeigt deutliche Vorteile bei der Reduktion von Lungenkomplikationen. Der Bericht stellt folgende Zusatznutzen fest:
-
Hospitalisierung wegen pulmonaler Exazerbationen: Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen
-
Pulmonale Exazerbationen allgemein: Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen
Symptomatik und Lebensqualität
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität und Symptomatik wurden mittels des CFQ-R-Fragebogens erhoben. Für die Domäne Atmungssystem ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen für alle Altersgruppen.
Bei Patientinnen und Patienten ab 18 Jahren zeigt sich zudem ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen in weiteren Bereichen. Dazu zählen Gewichtsprobleme, körperliches Wohlbefinden, soziale Einschränkungen und die Therapiebelastung.
Für die Domänen Vitalität, Rollenfunktion, Essstörungen und subjektive Gesundheitseinschätzung wird altersunabhängig ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen gesehen. Bei gastrointestinalen Symptomen, Gefühlslage und Körperbild ist ein Zusatznutzen nicht belegt.
Mortalität und Nebenwirkungen
Im Studienverlauf traten keine Todesfälle auf, weshalb ein Zusatznutzen bezüglich der Gesamtmortalität nicht belegt ist.
Hinsichtlich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SUE) und Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied. Ein höherer oder geringerer Schaden ist somit nicht belegt.
Dosierung
Die in der Zulassungsstudie verwendete Dosierung der Kombinationstherapie stellt sich wie folgt dar:
| Tageszeit | Wirkstoffe | Dosierung | Einnahmehinweis |
|---|---|---|---|
| Morgens | Ivacaftor / Tezacaftor / Elexacaftor | 150 mg / 100 mg / 200 mg | Innerhalb von 30 Min. nach fetthaltiger Mahlzeit |
| Abends | Ivacaftor | 150 mg | Innerhalb von 30 Min. nach fetthaltiger Mahlzeit |
Kontraindikationen
Der Bericht listet spezifische Begleitmedikationen auf, die in der Zulassungsstudie nicht erlaubt waren. Dazu gehören moderate und starke CYP3A-Induktoren oder -Inhibitoren (mit Ausnahme von Ciprofloxacin).
Ebenfalls ausgeschlossen war die gleichzeitige Anwendung von sensitiven OATP1B1-Substraten, wie beispielsweise bestimmten HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statinen). Andere CFTR-Modulatoren durften ebenfalls nicht parallel eingenommen werden.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass sich der Zusatznutzen in einigen Domänen der Lebensqualität (wie körperliches Wohlbefinden und soziale Einschränkungen) ausschließlich bei erwachsenen Patientinnen und Patienten ab 18 Jahren zeigt. Zudem wird in der Studie eine strikte Einnahme der Medikation innerhalb von 30 Minuten nach einer fetthaltigen Mahlzeit vorausgesetzt, was für die Aufklärung im klinischen Alltag relevant ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Bericht wird die Kombination bei Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren untersucht, die heterozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind. Zusätzlich muss auf dem zweiten Allel eine Minimalfunktions-Mutation (MF-Mutation) vorliegen.
Das IQWiG leitet in der Gesamtschau einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen gegenüber der Best supportive Care (BSC) ab. Dieser basiert vor allem auf der starken Reduktion von Hospitalisierungen wegen pulmonaler Exazerbationen.
Die Einnahme der Tabletten erfolgt morgens (Dreifachkombination) und abends (nur Ivacaftor). Gemäß dem Studienprotokoll wird eine Einnahme innerhalb von 30 Minuten nach Beginn einer fetthaltigen Mahlzeit vorgegeben.
In der Zulassungsstudie waren moderate und starke CYP3A-Induktoren sowie -Inhibitoren (außer Ciprofloxacin) ausgeschlossen. Auch sensitive OATP1B1-Substrate wie bestimmte Statine durften nicht parallel verabreicht werden.
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Quelle: IQWiG A20-83: Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor; zystische Fibrose, ab 12 Jahre, F508del-Mutation, heterozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.