Sofosbuvir bei Kindern mit Hepatitis C: IQWiG-Bewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-64 bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Sofosbuvir bei Kindern im Alter von 3 bis unter 12 Jahren. Es geht um die Behandlung der chronischen Hepatitis C (CHC) der Genotypen 2 oder 3.

Sofosbuvir ist für diese Altersgruppe ausschließlich in Kombination mit Ribavirin zugelassen. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) das beobachtende Abwarten festgelegt.

Die Bewertung basiert auf der einarmigen, offenen Studie G334-1112. Randomisierte kontrollierte Studien zum direkten Vergleich lagen zum Zeitpunkt der Bewertung nicht vor.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen hinsichtlich des Zusatznutzens:

Virologisches Ansprechen

Laut Bericht erreichten in der eingeschlossenen Studie 98,1 Prozent der behandelten Kinder ein dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR12 beziehungsweise SVR24). Unter der zweckmäßigen Vergleichstherapie des beobachtenden Abwartens wird eine spontane Viruselimination als unwahrscheinlich eingestuft.

Daher leitet das IQWiG einen Vorteil für die Kombinationstherapie ab. Das dauerhafte virologische Ansprechen wird dabei als ausreichend valides Surrogat für den Endpunkt hepatozelluläres Karzinom gewertet.

Sicherheit und Verträglichkeit

Die Auswertung der einarmigen Studie zeigt laut Bericht folgendes Schadenspotenzial:

  • Es traten keine Todesfälle auf

  • Ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis (SUE) wurde bei 1,9 Prozent der Kinder beobachtet

  • Ein Therapieabbruch wegen unerwünschter Ereignisse erfolgte ebenfalls bei 1,9 Prozent

Fazit zum Zusatznutzen

Zusammenfassend sieht der Bericht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Sofosbuvir plus Ribavirin gegenüber dem beobachtenden Abwarten.

Diese Einschätzung gilt ausschließlich für Kinder ohne Zirrhose. Kinder mit dekompensierter Zirrhose waren von der zugrundeliegenden Studie ausgeschlossen.

Dosierung

Der Bericht zitiert die in der Studie angewendeten Dosierungsschemata für Sofosbuvir und Ribavirin. Die Behandlungsdauer beträgt laut Dokument 12 Wochen bei Genotyp 2 und 24 Wochen bei Genotyp 3.

WirkstoffKörpergewichtTagesdosis
Sofosbuvir< 17 kg150 mg
Sofosbuvir≥ 17 kg200 mg
Ribavirin< 47 kg15 mg/kg
Ribavirin47 - 49 kg600 mg
Ribavirin50 - 65 kg800 mg
Ribavirin66 - 80 kg1000 mg
Ribavirin81 - 105 kg1200 mg
Ribavirin> 105 kg1400 mg

Es wird im Text darauf hingewiesen, dass gemäß Fachinformation Kinder ab 35 kg Körpergewicht eigentlich 400 mg Sofosbuvir erhalten sollen. In der Studie lag teilweise eine Unterdosierung vor, die jedoch das positive Gesamtergebnis laut IQWiG nicht infrage stellt.

Kontraindikationen

Der Bericht schließt bestimmte Patientengruppen von der Bewertung des Zusatznutzens aus, da diese in der Studie nicht untersucht wurden.

Dazu gehören Kinder mit einer dekompensierten Lebererkrankung. Ebenso waren Kinder mit einer HIV-, Hepatitis-A- oder Hepatitis-B-Koinfektion von der Studie ausgeschlossen.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht weicht die in der Zulassungsstudie verwendete Sofosbuvir-Dosis bei Kindern über 17 kg (200 mg) teilweise von der aktuellen Fachinformation ab. Es wird darauf hingewiesen, dass gemäß Fachinformation bei einem Körpergewicht ab 35 kg eine Dosis von 400 mg vorgesehen ist. Diese Diskrepanz wird im Bericht als potenziell relevant für den klinischen Alltag beschrieben.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen gegenüber dem beobachtenden Abwarten. Dies gilt für Kinder zwischen 3 und unter 12 Jahren mit Genotyp 2 oder 3 ohne Zirrhose.

Laut dem bewerteten Studienprotokoll richtet sich die Dauer nach dem Genotyp. Bei Genotyp 2 erfolgt die Gabe über 12 Wochen, bei Genotyp 3 über 24 Wochen.

Der Bericht hält fest, dass Sofosbuvir in dieser Altersgruppe ausschließlich in Kombination mit Ribavirin zugelassen ist. Eine Monotherapie ist nicht vorgesehen.

In der vom IQWiG ausgewerteten Studie erreichten 98,1 Prozent der behandelten Kinder ein dauerhaftes virologisches Ansprechen. Dies entspricht einer erfolgreichen Viruselimination.

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Quelle: IQWiG A20-64: Sofosbuvir (chronische Hepatitis C bei Kindern) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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