IQWiG2021Dermatologie

Dupilumab bei atopischer Dermatitis (Kinder): IQWiG

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht fasst die IQWiG-Dossierbewertung zu Dupilumab zusammen. Der Wirkstoff wird zur Behandlung der schweren atopischen Dermatitis bei Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren eingesetzt, für die eine systemische Therapie in Betracht kommt.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde ein patientenindividuell optimiertes Therapieregime festgelegt. Dieses umfasst topische Glukokortikoide der Klassen 2 bis 3 sowie topisches Tacrolimus.

Da die atopische Dermatitis einen chronisch-entzündlichen Verlauf zeigt, ist eine langfristige Schubprävention ein zentrales Therapieziel. Für die Bewertung des Zusatznutzens wurden daher Studiendaten über einen Zeitraum von 52 Wochen herangezogen.

Empfehlungen

Zusatznutzen und Wirksamkeit

Laut IQWiG-Bericht ergibt sich für Dupilumab ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Diese Einschätzung basiert auf der Übertragung von Langzeitdaten aus der CHRONOS-Studie auf die pädiatrische Zielpopulation.

In den untersuchten Endpunktkategorien zeigen sich laut Bewertung folgende positive Effekte:

  • Linderung von schwerem Juckreiz (erhebliches Ausmaß)

  • Verbesserung der patientenberichteten Symptomatik

  • Reduktion von Schlafstörungen

  • Steigerung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (erhebliches Ausmaß)

Nebenwirkungen

Dem positiven Nutzen steht laut Bericht ein negativer Effekt im Bereich der Nebenwirkungen gegenüber. Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch Augenerkrankungen, insbesondere Konjunktivitis (beträchtliches Ausmaß).

Dieser negative Effekt stellt die positiven Effekte von Dupilumab jedoch insgesamt nicht infrage.

Therapieansprechen

Es wird beschrieben, dass eine Beendigung der Behandlung in Betracht gezogen werden sollte, wenn nach 16 Wochen kein Ansprechen aufweist. Einige Behandelte mit anfänglich partiellem Ansprechen können jedoch von einer Fortführung über 16 Wochen hinaus profitieren.

Dosierung

Die Anwendung erfolgt als subkutane Injektion. Laut Fachinformation gelten für Kinder von 6 bis 11 Jahren folgende Dosierungsempfehlungen:

KörpergewichtInitialdosis (Tag 1)ErhaltungsdosisEskalationsmöglichkeit
15 bis < 60 kg600 mg (2x 300 mg)300 mg alle 4 Wochen200 mg alle 2 Wochen
≥ 60 kg600 mg (2x 300 mg)300 mg alle 2 WochenKeine Angabe

Es wird darauf hingewiesen, dass Dupilumab mit oder ohne topische Kortikosteroide angewendet werden kann. Topische Calcineurin-Inhibitoren können ebenfalls ergänzt werden, sollten aber auf Problemzonen wie Gesicht, Hals und Genitalbereich beschränkt bleiben.

Für Kinder unter 6 Jahren oder mit einem Körpergewicht unter 15 kg sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen. Bei leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Als Kontraindikation wird eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile genannt.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass während der Therapie mit Dupilumab keine Lebendimpfstoffe verabreicht werden dürfen. Die gleichzeitige Gabe von inaktivierten Impfstoffen oder Totimpfstoffen ist hingegen möglich und zeigte in Studien keine unerwünschten Wechselwirkungen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass unter der Therapie mit Dupilumab vermehrt Augenerkrankungen, insbesondere Konjunktividen, auftreten können. Es wird empfohlen, bei der klinischen Verlaufskontrolle gezielt auf entsprechende ophthalmologische Symptome zu achten.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist Dupilumab zur Behandlung der schweren atopischen Dermatitis bei Kindern ab 6 Jahren zugelassen. Für Kinder unter 6 Jahren liegen keine ausreichenden Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit vor.

Ja, die Bewertung gibt an, dass Dupilumab mit oder ohne topische Kortikosteroide angewendet werden kann. Auch topische Calcineurin-Inhibitoren können für spezielle Problemzonen ergänzt werden.

Es wird beschrieben, dass ein Therapieabbruch erwogen werden sollte, wenn nach 16 Behandlungswochen kein Ansprechen erkennbar ist. Bei partiellem Ansprechen kann eine längere Therapiedauer jedoch sinnvoll sein.

Die Gabe von inaktivierten Impfstoffen oder Totimpfstoffen ist während der Behandlung problemlos möglich. Lebendimpfstoffe dürfen laut Fachinformation jedoch nicht verabreicht werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A20-123: Dupilumab (atopische Dermatitis bei Kindern) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien