IQWiG2021Onkologie

Olaparib bei Pankreaskarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-115 bewertet den Zusatznutzen von Olaparib beim metastasierten Adenokarzinom des Pankreas. Die Bewertung fokussiert sich auf die Erhaltungstherapie bei erwachsenen Personen mit einer Keimbahnmutation im BRCA1/2-Gen (gBRCA1/2).

Voraussetzung für die Therapie ist, dass die Erkrankung nach einer mindestens 16-wöchigen platinhaltigen Erstlinienchemotherapie nicht progredient war. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) das beobachtende Abwarten festgelegt.

Die Datengrundlage der Bewertung bildet die randomisierte, doppelblinde POLO-Studie. In dieser wurde Olaparib direkt mit einem Placebo verglichen, um den patientenrelevanten Nutzen und Schaden zu ermitteln.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung des IQWiG kommt zu dem Schluss, dass für Olaparib im Vergleich zum beobachtenden Abwarten ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen vorliegt.

Überleben und Symptomatik

Für das Gesamtüberleben zeigt sich laut Bericht kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist in diesem Bereich folglich nicht belegt.

Bei der Betrachtung der Symptomatik ergeben sich negative Effekte für den Wirkstoff. Die Bewertung stellt fest:

  • Ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen zeigt sich beim Endpunkt Übelkeit und Erbrechen.

  • Für den Endpunkt verminderter Appetit ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch die Therapie.

  • Bei weiteren Symptomen wie Fatigue, Schmerzen oder Diarrhö gibt es keinen signifikanten Unterschied zur Vergleichsgruppe.

Lebensqualität und Nebenwirkungen

Hinsichtlich der physischen Funktion liegt laut Bericht eine Effektmodifikation durch das Alter vor. Für Personen ab 65 Jahren ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Olaparib.

Bei Personen unter 65 Jahren ist kein Zusatznutzen belegt. Für die globale gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zur Vergleichstherapie.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau der POLO-Studie zeigen sich ausschließlich negative Effekte für die Intervention. Das Ausmaß dieser negativen Effekte wird in der Bewertung als bis zu beträchtlich eingestuft.

Dosierung

Die Dosierung von Olaparib in der zugrundeliegenden POLO-Studie richtet sich nach den Vorgaben der Fachinformation.

MedikamentDosisEinnahmeDosisreduktion bei Toxizität
Olaparib600 mg/Tag (2-mal 300 mg)oral, im Abstand von 12 StundenReduktion auf bis zu 2-mal 200 mg/Tag möglich

Es wird darauf hingewiesen, dass Therapieunterbrechungen für maximal 4 Wochen möglich sind. Eine Dosis-Eskalation nach einer erfolgten Reduktion ist im Studienprotokoll nicht vorgesehen.

Kontraindikationen

Laut den Einschlusskriterien der bewerteten Studie sind bestimmte Vor- und Begleittherapien nicht zulässig.

Folgende Behandlungen schließen eine Anwendung im Rahmen des Studienprotokolls aus:

  • Zytotoxische Chemotherapie oder nicht hormonelle gezielte Therapie innerhalb von 28 Tagen vor Behandlungsbeginn

  • Vorherige Behandlung mit PARP-Inhibitoren (inklusive Olaparib)

  • Gleichzeitige Gabe von potenten CYP3A4/5-Inhibitoren oder CYP-Induktoren

  • Verabreichung von Lebendimpfstoffen während der Therapie

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bewertung ist bei der Aufklärung über Olaparib als Erhaltungstherapie beim Pankreaskarzinom besonders auf gastrointestinale Nebenwirkungen hinzuweisen. Es wird betont, dass die Datenlage einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch verminderten Appetit sowie einen geringeren Nutzen bezüglich Übelkeit und Erbrechen im Vergleich zum beobachtenden Abwarten zeigt.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht bewertet den Einsatz bei Erwachsenen mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas und einer gBRCA1/2-Mutation. Voraussetzung ist, dass die Erkrankung nach mindestens 16 Wochen platinhaltiger Erstlinienchemotherapie nicht fortgeschritten ist.

Laut der IQWiG-Nutzenbewertung zeigt sich für das Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied im Vergleich zum beobachtenden Abwarten. Ein Zusatznutzen bezüglich der Mortalität ist somit nicht belegt.

Die Auswertung der POLO-Studie zeigt signifikante Nachteile der Therapie in den Bereichen Übelkeit, Erbrechen und verminderter Appetit. Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) ergab sich hingegen kein signifikanter Unterschied zur Placebo-Gruppe.

In der untersuchten Studie betrug die Standarddosis 600 mg pro Tag, aufgeteilt in zwei Gaben von je 300 mg im Abstand von 12 Stunden. Bei auftretender Toxizität kann die Dosis laut Studienprotokoll auf zweimal 200 mg täglich reduziert werden.

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Quelle: IQWiG A20-115: Olaparib (Adenokarzinom des Pankreas) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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