IQWiG2019Onkologie

Olaparib bei Mammakarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Olaparib als Monotherapie beim Mammakarzinom. Die Zielgruppe umfasst erwachsene Personen mit BRCA1/2-Keimbahnmutationen und HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs.

Voraussetzung für die Behandlung ist laut Bericht eine Vorbehandlung mit einem Anthrazyklin und einem Taxan, sofern diese nicht kontraindiziert waren. Bei hormonrezeptorpositiven Tumoren wird zudem eine vorherige endokrine Therapie oder deren Ungeeignetheit vorausgesetzt.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie definiert der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Chemotherapie nach ärztlicher Wahl. Hierfür stehen Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin zur Verfügung.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen basierend auf der OlympiAD-Studie:

Ohne vorherige Chemotherapie im metastasierten Stadium

Für diese Subgruppe zeigt der Bericht einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Es wird ein positiver Effekt beim Gesamtüberleben im Vergleich zur Chemotherapie beschrieben. Zudem treten laut Auswertung bestimmte Nebenwirkungen seltener auf.

Mit vorheriger Chemotherapie im metastasierten Stadium

Für Personen mit vorheriger Chemotherapie im metastasierten Stadium leitet der Bericht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen ab.

In dieser Gruppe zeigt sich kein statistisch signifikanter Vorteil beim Gesamtüberleben. Der positive Effekt beschränkt sich hier auf das vorteilhaftere Nebenwirkungsprofil.

Nebenwirkungen und Lebensqualität

Die Auswertung zeigt spezifische Vor- und Nachteile im Bereich der unerwünschten Ereignisse:

  • Geringerer Schaden durch Olaparib bei Hand-Fuß-Syndrom, Neutropenien und Alopezie

  • Höherer Schaden durch Olaparib bei Anämie und Übelkeit

  • Keine verwertbaren Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität

Dosierung

Der Bericht listet folgende Dosierungsschemata aus der bewerteten Studie auf:

WirkstoffDosierungApplikationZyklus
Olaparib2-mal täglich 300 mg (Tagesgesamtdosis 600 mg)oralkontinuierlich
Capecitabin2500 mg/m² Körperoberfläche (aufgeteilt in 2 Dosen)oral14 Tage Gabe, Wiederholung alle 21 Tage
Vinorelbin30 mg/m² KörperoberflächeintravenösTag 1 und 8, Wiederholung alle 21 Tage
Eribulin1,4 mg/m² KörperoberflächeintravenösTag 1 und 8, Wiederholung alle 21 Tage

Dosisanpassungen bei Toxizitäten erfolgen gemäß der jeweiligen Fachinformation.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht unterscheidet sich der belegte Zusatznutzen von Olaparib signifikant je nach Vorbehandlung der metastasierten Erkrankung. Es wird hervorgehoben, dass ein Überlebensvorteil nur bei Personen ohne vorherige Chemotherapie im metastasierten Stadium beobachtet wurde. Bei der Therapieplanung ist zudem das erhöhte Risiko für Anämien und Übelkeit unter Olaparib zu berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht bewertet Olaparib bei HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom. Voraussetzung ist das Vorliegen einer BRCA1/2-Keimbahnmutation.

Laut Dokument wird eine Vorbehandlung mit einem Anthrazyklin und einem Taxan vorausgesetzt. Bei hormonrezeptorpositiven Tumoren muss zudem eine endokrine Therapie erfolgt sein oder als ungeeignet gelten.

Die bewertete Standarddosierung beträgt zweimal täglich 300 mg Olaparib. Dies entspricht einer Tagesgesamtdosis von 600 mg, die oral eingenommen wird.

Die Auswertung zeigt unter Olaparib ein signifikant höheres Risiko für Anämien und Übelkeit. Andere Nebenwirkungen wie das Hand-Fuß-Syndrom oder Alopezie treten hingegen seltener auf.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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