IQWiG2019

Alirocumab bei Dyslipidämie: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A18-74 aus dem Jahr 2019 bewertet den Zusatznutzen von Alirocumab bei primärer Hypercholesterinämie und gemischter Dyslipidämie. Die Bewertung erfolgt auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse für einen Teil des zugelassenen Anwendungsgebiets.

Im Fokus stehen zwei Fragestellungen: Patientengruppen, für die eine Statintherapie infrage kommt, sowie Personen mit Statinintoleranz oder Kontraindikationen. Die Bewertung vergleicht Alirocumab als Zusatztherapie mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Personen, bei denen medikamentöse und diätetische Optionen zur Lipidsenkung bereits vollständig ausgeschöpft wurden, sind nicht Gegenstand dieser spezifischen Nutzenbewertung.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Patienten mit möglicher Statintherapie

Laut Bewertung wird für diese Gruppe die Studie COMBO II herangezogen, welche Alirocumab mit Ezetimib vergleicht. Die Auswertung der relevanten Teilpopulation mit maximaler Statin-Vorbehandlung zeigt keinen belegten Zusatznutzen.

Für die patientenrelevanten Endpunkte ergeben sich folgende Resultate:

  • Gesamtmortalität: Kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen.

  • Kardiovaskuläre Ereignisse: Keine signifikanten Unterschiede bei nicht tödlichem Myokardinfarkt oder Schlaganfall.

  • Nebenwirkungen: Keine signifikanten Unterschiede bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) oder Therapieabbrüchen.

Patienten mit Statinintoleranz oder Kontraindikation

Für diese Fragestellung legte der pharmazeutische Unternehmer Daten aus der Studie OUTCOMES vor. Der Bericht stuft diese Studie jedoch als nicht relevant ein.

Der Grund hierfür ist, dass die zweckmäßige Vergleichstherapie im Kontrollarm nicht adäquat umgesetzt wurde. Somit ist auch für diese Patientengruppe ein Zusatznutzen nicht belegt.

Methodische Bewertung der Studie OUTCOMES

Die Studie OUTCOMES wird in der Bewertung für beide Fragestellungen als ungeeignet eingestuft. Bei den eingeschlossenen Personen bestand zu Studienbeginn ein Eskalationsbedarf der lipidsenkenden Therapie.

Im Placeboarm wurde die bestehende Therapie jedoch lediglich weitergeführt und nicht eskaliert. Daher entspricht der Kontrollarm nicht der geforderten zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Dosierung

Der Bericht beschreibt folgende Dosierungsschemata, die in der bewerteten Studie (COMBO II) angewendet wurden:

WirkstoffDosierungApplikationDosisanpassung
Alirocumab75 mg alle 2 WochensubkutanErhöhung auf 150 mg möglich, falls LDL-C-Ziel nicht erreicht
Ezetimib10 mg einmal täglichoralKeine Dosisanpassung vorgesehen
Statine (Basistherapie)Maximal verträgliche DosisoralStabile Dosierung (z.B. Atorvastatin 80 mg, Rosuvastatin 20-40 mg)
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass bei unzureichend kontrollierten LDL-C-Werten eine Eskalation der bestehenden lipidsenkenden Therapie erforderlich ist. Wird in klinischen Studien im Kontrollarm lediglich die unzureichende Basistherapie fortgeführt, gilt die zweckmäßige Vergleichstherapie als nicht umgesetzt. Dies führt dazu, dass solche Studiendaten nicht für den Beleg eines Zusatznutzens herangezogen werden können.

Häufig gestellte Fragen

Laut der Nutzenbewertung ist ein Zusatznutzen von Alirocumab im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Dies gilt sowohl für Personen mit als auch ohne Statinintoleranz.

Der Bericht schließt die Studie aus, da die zweckmäßige Vergleichstherapie im Kontrollarm nicht umgesetzt wurde. Trotz bestehendem Eskalationsbedarf wurde die lipidsenkende Therapie im Placeboarm nicht angepasst.

Primärer Endpunkt war die Änderung des LDL-C-Wertes. Zu den untersuchten patientenrelevanten Endpunkten zählten Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Ereignisse und unerwünschte Ereignisse.

Die Auswertung der Studie COMBO II zeigt keine statistisch signifikanten Unterschiede bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen oder Therapieabbrüchen. Ein höherer oder geringerer Schaden durch Alirocumab ist somit nicht belegt.

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Quelle: IQWiG A18-74: Alirocumab (primäre Hypercholesterinämie oder gemischte Dyslipidämie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (neue wissenschaftliche Erkenntnisse) (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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