Zystische Fibrose: IQWiG-Bewertung zu Lumacaftor/Ivacaftor
Hintergrund
Das IQWiG hat in der Dossierbewertung A18-08 den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Lumacaftor/Ivacaftor untersucht. Die Bewertung bezieht sich auf Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren mit zystischer Fibrose (Mukoviszidose).
Voraussetzung für die Behandlung in dieser Indikation ist, dass die Betroffenen homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die bestmögliche symptomatische Therapie (BST) festgelegt.
Die Grundlage der Nutzenbewertung bildet die randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie VX14-809-109. In dieser wurden 206 Kinder über einen Zeitraum von 24 Wochen untersucht.
Empfehlungen
Die Bewertung des IQWiG kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen bezüglich des Zusatznutzens:
Mortalität und Morbidität
Während der Studiendauer traten keine Todesfälle auf, weshalb sich für die Gesamtmortalität kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen ergibt.
Für die Endpunkte pulmonale Exazerbationen und Hospitalisierungen wegen pulmonaler Exazerbationen zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied. Ein Zusatznutzen ist laut Bewertung für diese Endpunkte nicht belegt.
Symptomatik und Lebensqualität
Die Symptomatik und die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurden primär über den krankheitsspezifischen Fragebogen CFQ-R (Patientenversion) erfasst.
Die Auswertung der Domänen Atmungssystem und gastrointestinale Symptome liefert keinen Anhaltspunkt für einen klinisch relevanten Zusatznutzen. Auch in den Domänen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied.
Unerwünschte Ereignisse
Bezüglich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SUEs) und Studienabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse (UEs) gibt es keinen Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden.
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
In der Gesamtschau ergeben sich weder positive noch negative Effekte von Lumacaftor/Ivacaftor im Vergleich zur bestmöglichen symptomatischen Therapie.
Zusammenfassend formuliert der Bericht:
-
Es gibt keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen gegenüber der bestmöglichen symptomatischen Therapie.
-
Ein Zusatznutzen ist für diese Patientengruppe nicht belegt.
Dosierung
Die in der bewerteten Studie angewandte Dosierung gemäß Fachinformation gestaltet sich wie folgt:
| Wirkstoffkombination | Standarddosierung | Dosisanpassung (Woche 1) bei starken CYP3A-Inhibitoren |
|---|---|---|
| Lumacaftor 100 mg / Ivacaftor 125 mg | 2 Tabletten alle 12 Stunden | 1 Tablette täglich |
Kontraindikationen
Laut den Studienkriterien war die gleichzeitige Behandlung mit starken CYP3A-Induktoren während der Studie nicht erlaubt. Bei der Anwendung von starken CYP3A-Inhibitoren wird auf eine notwendige Dosisanpassung in der ersten Behandlungswoche hingewiesen.
💡Praxis-Tipp
Die Dokumentation weist darauf hin, dass bei der Therapieplanung mögliche Interaktionen mit starken CYP3A-Inhibitoren und -Induktoren berücksichtigt werden müssen. Eine entsprechende Dosisanpassung wird in der ersten Behandlungswoche empfohlen, um der Induktionswirkung von Lumacaftor Rechnung zu tragen.
Häufig gestellte Fragen
Laut der IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen für diese Altersgruppe mit homozygoter F508del-Mutation nicht belegt. Es zeigten sich keine signifikanten Vorteile gegenüber der bestmöglichen symptomatischen Therapie.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde die bestmögliche symptomatische Therapie definiert. Diese umfasst unter anderem Antibiotika bei Infektionen, Mukolytika, Pankreasenzyme und Physiotherapie.
Die bewertete Studie zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied bei den pulmonalen Exazerbationen. Auch bei den Hospitalisierungen aufgrund von Exazerbationen ergab sich kein Vorteil.
Die Standarddosierung in der Studie betrug alle 12 Stunden 2 Tabletten (Lumacaftor 100 mg / Ivacaftor 125 mg). Bei gleichzeitiger Gabe von starken CYP3A-Inhibitoren ist eine Dosisreduktion in der ersten Woche erforderlich.
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Quelle: IQWiG A18-08: Lumacaftor/Ivacaftor (zystische Fibrose) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.