IQWiG2008Neurologie

Ginkgo biloba bei Alzheimer Demenz: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2008 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2008)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht aus dem Jahr 2008 untersucht den patientenrelevanten Nutzen einer langfristigen Behandlung mit ginkgohaltigen Präparaten bei leichter bis schwerer Alzheimer-Demenz. Die Auswertung basiert auf einer systematischen Literaturrecherche, die sieben placebokontrollierte Studien einschloss.

Alle bewerteten Studien verwendeten den standardisierten Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761. Als Vergleichsinterventionen dienten Placebo sowie andere medikamentöse Therapieoptionen.

Ziel der Untersuchung war es, die Effekte auf Alltagsaktivitäten, kognitive Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu bewerten. Zudem wurden unerwünschte Arzneimittelwirkungen und der Betreuungsaufwand für Angehörige analysiert.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Studienlage folgende zentrale Bewertungsergebnisse für den Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761:

Wirksamkeit bei hoher Dosierung (240 mg/Tag)

Für die tägliche Gabe von 240 mg Ginkgo-Extrakt zeigt die Auswertung folgende patientenrelevante Effekte:

  • Aktivitäten des täglichen Lebens: Es liegt ein Beleg für einen Nutzen vor.

  • Kognitive Fähigkeiten und allgemeine Psychopathologie: Es zeigt sich ein Hinweis auf einen Nutzen.

  • Klinischer Gesamteindruck: Es gibt einen Beleg für eine günstige Beeinflussung.

  • Angehörigenrelevante Ziele: Es besteht ein Hinweis auf eine Reduktion des emotionalen Stresses bei betreuenden Angehörigen.

Der Bericht betont, dass die Ergebnisse sehr heterogen sind. Eine zusammenfassende Aussage zur genauen Effektstärke ist laut IQWiG nicht möglich.

Einfluss von Begleitsymptomen

Es gibt Hinweise darauf, dass der Nutzen der Therapie primär bei Personen mit begleitenden psychopathologischen Symptomen vorhanden ist. Die Auswertung zeigt zudem, dass das Alter der Behandelten ein potenziell relevanter Faktor für das Therapieansprechen ist.

Vergleich mit anderen Antidementiva

Der Nutzen von Ginkgo biloba im direkten Vergleich zu zugelassenen Wirkstoffen wie Cholinesterasehemmern oder Memantin bleibt unklar. Laut Bericht lag hierzu nur eine einzige explorative Vergleichsstudie mit Donepezil vor.

Dosierung

Wirkstoff / ExtraktTagesdosisBewertung laut IQWiG
Ginkgo biloba (EGb 761)240 mgBeleg bzw. Hinweis auf Nutzen bei verschiedenen Therapiezielen
Ginkgo biloba (EGb 761)120 mgKeine abschließende Aussage zum Nutzen aufgrund heterogener Datenlage möglich

Kontraindikationen

Bezüglich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse zeigt der Bericht keinen Hinweis auf einen Schaden durch Ginkgo biloba.

Es liegt jedoch ein Beleg dafür vor, dass unter der Einnahme von Ginkgo biloba häufiger Studienabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse erfolgen als unter Placebo.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation der Wirksamkeit ist zu berücksichtigen, dass die positiven Ergebnisse maßgeblich von zwei Studien aus einem osteuropäischen Versorgungskontext dominiert werden. Der Bericht weist darauf hin, dass die behandelten Personen dort ein besonders hohes Ausmaß an begleitender Psychopathologie aufwiesen, was die Übertragbarkeit auf andere Versorgungsstrukturen einschränken kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es für eine hohe Dosierung (240 mg/Tag) Belege für einen Nutzen bei Alltagsaktivitäten und Hinweise auf Verbesserungen der Kognition. Die Ergebnisse sind jedoch sehr heterogen, weshalb keine Aussage zur genauen Effektstärke getroffen wird.

Die Auswertung zeigt positive Effekte primär für eine Tagesdosis von 240 mg des Extrakts EGb 761. Für eine niedrigere Dosierung von 120 mg täglich lässt die Studienlage laut Bericht keine abschließende Aussage zum Nutzen zu.

Der Nutzen im Vergleich zu Cholinesterasehemmern wie Donepezil ist unklar. Der Bericht identifizierte nur eine einzige explorative Studie, die einen direkten Vergleich untersuchte.

Es gibt keinen Hinweis auf vermehrte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Der Bericht belegt jedoch, dass es unter Ginkgo biloba häufiger zu Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen kommt als unter Placebo.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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