IQWiG2026Kardiologie

Interatrialer Shunt bei HFrEF: Indikation und Nutzen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG Rapid Report N25-07 (Addendum zu N24-04) bewertet den Nutzen eines perkutan implantierten interatrialen Shunts. Die Bewertung fokussiert sich auf Personen mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF, LVEF < 40 %).

Voraussetzung für die Intervention ist ein erhöhter linksatrialer Druck sowie eine fortbestehende Symptomatik trotz leitliniengerechter medikamentöser Therapie. Die Datengrundlage bildet die randomisiert-kontrollierte RELIEVE-HF-Studie mit 206 ausgewerteten Personen.

Der Bericht vergleicht die Shunt-Implantation zusätzlich zur Standardversorgung mit einer alleinigen medikamentösen Therapie (Scheinbehandlung in der Kontrollgruppe). Ziel ist die endpunktübergreifende Nutzen-Schaden-Abwägung auf Basis nachgelieferter Studiendaten.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Bewertungsergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit:

Gesamtnutzen

In der Gesamtschau ergibt sich laut IQWiG ein Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen des interatrialen Shunts. Dieser Vorteil wird primär durch eine signifikante Reduktion von Krankenhausaufenthalten getragen.

Bewertung der klinischen Endpunkte

Der Bericht bewertet die patientenrelevanten Endpunkte im Vergleich zur alleinigen medikamentösen Therapie wie folgt:

EndpunktkategorieSpezifischer EndpunktBewertungsergebnis
MorbiditätHI-bedingte HospitalisierungHinweis auf höheren Nutzen
MorbiditätGesamthospitalisierungHinweis auf höheren Nutzen
MortalitätGesamtmortalitätKein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden
LebensqualitätKCCQ-OSS ScoreKein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden
MorbiditätKörperliche Belastbarkeit (6-MWT)Kein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden
SicherheitSchwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)Kein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden

Einschränkungen der Datenlage

Die Nutzenaussage wird durch bestimmte Studiencharakteristika eingeschränkt:

  • Etwa 95 % der Studienpopulation befanden sich im NYHA-Stadium III, weshalb die Übertragbarkeit auf das Stadium NYHA II unklar ist.

  • Der Frauenanteil in der HFrEF-Gruppe lag bei nur circa 20 %, sodass die Ergebnisse hauptsächlich auf männlichen Betroffenen basieren.

  • Der fehlende Nutzen bei Mortalität und Lebensqualität schwächt den positiven Effekt der reduzierten Hospitalisierungen in der Gesamtschau ab.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass der Nutzen des interatrialen Shunts primär in der Vermeidung von herzinsuffizienzbedingten Hospitalisierungen liegt. Bei den für die Indikation wesentlichen Endpunkten wie Mortalität und gesundheitsbezogener Lebensqualität zeigt sich laut Bericht kein Vorteil. Zudem bezieht sich die Evidenz fast ausschließlich auf das NYHA-Stadium III.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen im Vergleich zur rein medikamentösen Therapie. Dieser basiert auf einer signifikanten Reduktion von herzinsuffizienzbedingten und allgemeinen Hospitalisierungen.

Der aktuelle Bericht zeigt keinen Anhaltspunkt für einen Überlebensvorteil. Die Gesamtmortalität unterschied sich in der RELIEVE-HF-Studie nicht signifikant zwischen der Shunt- und der Kontrollgruppe.

Die Evidenz der zugrundeliegenden Studie stützt sich zu 95 % auf Personen im NYHA-Stadium III. Eine Übertragbarkeit der positiven Effekte auf das NYHA-Stadium II wird im Bericht als unklar eingestuft.

Die Auswertung zeigt keinen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch die Intervention. Die Gesamtrate an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) war in beiden Gruppen vergleichbar.

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Quelle: IQWiG N25-07: Perkutan implantierter interatrialer Shunt zur Behandlung der Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF < 40 %) - Addendum zum Projekt N24-04 (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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