Imatinib: Dosierung und Therapie bei CML, GIST und ALL

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: EMA (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der Fachinformation der EMA zu Imatinib Teva. Imatinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der spezifisch die Bcr-Abl-Tyrosinkinase sowie weitere Rezeptoren wie c-Kit und PDGFR hemmt.

Das Medikament wird vorrangig in der Onkologie und Hämatologie eingesetzt. Zu den Hauptindikationen zählen die Philadelphia-Chromosom-positive chronische myeloische Leukämie (Ph+ CML) und die akute lymphatische Leukämie (Ph+ ALL).

Weitere Anwendungsgebiete umfassen gastrointestinale Stromatumoren (GIST), das hypereosinophile Syndrom (HES) sowie das Dermatofibrosarcoma protuberans (DFSP). Die Therapie erfordert eine engmaschige Überwachung durch erfahrene Spezialisten.

Empfehlungen

Therapiebeginn und Überwachung

Laut Fachinformation wird empfohlen, die Therapie durch einen in der Behandlung von hämatologischen oder malignen Erkrankungen erfahrenen Arzt einzuleiten. Vor Therapiebeginn ist eine Testung auf eine Hepatitis-B-Infektion zwingend erforderlich.

Während der Behandlung wird eine regelmäßige Kontrolle des großen Blutbildes sowie der Leberfunktion (Transaminasen, Bilirubin, alkalische Phosphatase) empfohlen. Da es zu schweren Flüssigkeitsretentionen kommen kann, wird zudem eine regelmäßige Gewichtskontrolle angeraten.

Dosisanpassungen bei Toxizität

Bei schweren nicht-hämatologischen Nebenwirkungen wird eine Unterbrechung der Therapie empfohlen, bis das Ereignis abgeklungen ist. Bei einer Erhöhung des Bilirubins auf das über 3-Fache oder der Transaminasen auf das über 5-Fache des oberen Normwertes ist das Medikament zu pausieren.

Nach Normalisierung der Werte kann die Therapie mit einer reduzierten Dosis fortgesetzt werden. Auch bei schwerer Neutropenie oder Thrombozytopenie werden spezifische Dosisreduktionen oder Therapieunterbrechungen empfohlen.

Besondere Patientengruppen

Bei Kindern und Heranwachsenden wird eine engmaschige Überwachung des Längenwachstums empfohlen, da Fallberichte über Wachstumsverzögerungen vorliegen.

Für Patienten mit leichter bis schwerer Leberfunktionsstörung wird eine Startdosis von 400 mg täglich empfohlen, die bei Unverträglichkeit reduziert werden kann. Bei Niereninsuffizienz wird ebenfalls eine vorsichtige Dosierung mit einer Startdosis von 400 mg angeraten.

Dosierung

Die Dosierung von Imatinib erfolgt in der Regel einmal täglich (bei 800 mg zweimal täglich) zu einer Mahlzeit mit einem großen Glas Wasser. Für Kinder wird die Dosis nach der Körperoberfläche (mg/m²) berechnet.

IndikationDosierung ErwachseneDosierung Kinder
Ph+ CML (chronische Phase)400 mg/Tag340 mg/m²/Tag (max. 800 mg)
Ph+ CML (akzelerierte Phase / Blastenkrise)600 mg/Tag340 mg/m²/Tag (max. 800 mg)
Ph+ ALL600 mg/Tag340 mg/m²/Tag (max. 600 mg)
MDS/MPD400 mg/TagKeine Empfehlung
HES/CEL100 mg/Tag (Eskalation auf 400 mg möglich)Keine Empfehlung
GIST (inkurabel, metastasiert oder adjuvant)400 mg/TagKeine Empfehlung
DFSP800 mg/TagKeine Empfehlung

Die Fachinformation definiert zudem die Schweregrade der Leberfunktionsstörung für eventuelle Dosisanpassungen:

Schweregrad der LeberfunktionsstörungDefinition (Laborwerte)
LeichtGesamtbilirubin ≤ 1,5 x ULN; AST > ULN
MittelschwerGesamtbilirubin > 1,5 bis 3,0 x ULN; AST beliebig
SchwerGesamtbilirubin > 3 bis 10 x ULN; AST beliebig

Kontraindikationen

Die Fachinformation nennt folgende absolute Kontraindikationen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Imatinib

  • Überempfindlichkeit gegen einen der sonstigen Bestandteile des Präparats

Zudem werden folgende Warnhinweise hervorgehoben:

  • Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Induktoren (z. B. Dexamethason, Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin, Johanniskraut) sollte vermieden werden, da dies die Wirksamkeit von Imatinib verringern kann.

  • Bei Patienten mit Herzerkrankungen oder Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz ist besondere Vorsicht geboten.

  • Eine Anwendung in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, es sei denn, dies ist zwingend erforderlich.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Fachinformation warnt ausdrücklich vor dem Risiko einer Hepatitis-B-Reaktivierung unter der Therapie mit BCR-ABL-Tyrosinkinase-Inhibitoren. Es wird dringend empfohlen, alle Patienten vor dem Start der Behandlung mit Imatinib auf eine HBV-Infektion zu testen und Träger des Virus während und nach der Therapie engmaschig auf Anzeichen einer aktiven Infektion zu überwachen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Fachinformation sollte die Einnahme oral zu einer Mahlzeit und mit einem großen Glas Wasser erfolgen. Dies wird empfohlen, um das Risiko von gastrointestinalen Reizungen zu minimieren.

Die Filmtabletten können in einem Glas mit stillem Wasser oder Apfelsaft aufgelöst werden. Es wird empfohlen, die Suspension unmittelbar nach dem vollständigen Zerfall der Tablette zu verabreichen.

Die Fachinformation rät von einer Anwendung während der Schwangerschaft ab, da ein potenzielles Risiko für den Fötus besteht. Frauen im gebärfähigen Alter wird eine zuverlässige Verhütung während und bis zu 15 Tage nach der Therapie empfohlen.

Es wird zur Vorsicht bei der gleichzeitigen Anwendung von hohen Dosen Paracetamol geraten, da Imatinib dessen Verstoffwechselung hemmen kann. Die Fachinformation berichtet von Einzelfällen mit tödlichem Leberversagen unter dieser Kombination.

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Quelle: Imatinib Teva — SmPC (Summary of Product Characteristics) (EMA, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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