IQWiG2021Onkologie

Bosutinib bei CML: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A21-79 bewertet den Zusatznutzen von Bosutinib bei erwachsenen Personen mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie (Ph+ CML) in der chronischen Phase. Die Bewertung basiert auf den finalen Daten der BFORE-Studie.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Imatinib, Nilotinib oder Dasatinib festgelegt. Für den direkten Vergleich wurde vom pharmazeutischen Unternehmer Imatinib herangezogen.

In der zugrundeliegenden offenen, randomisierten kontrollierten Studie (RCT) wurden die Endpunkte Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse (UE) untersucht.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Mortalität, Morbidität und Lebensqualität

Laut Bewertung zeigt sich für das Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Bosutinib und Imatinib. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt nicht belegt.

Auch für die Endpunkte Übergang in die Blastenkrise, Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) und gesundheitsbezogene Lebensqualität (FACT-Leu) ergeben sich keine signifikanten Unterschiede. Ein Zusatznutzen ist hier ebenfalls nicht belegt.

Nebenwirkungen und unerwünschte Ereignisse

In der Gesamtschau zeigen sich laut Bericht ausschließlich in der Endpunktkategorie der Nebenwirkungen positive und negative Effekte. Für die Gesamtrate der schweren unerwünschten Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden unter Bosutinib.

Zudem zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Nachteil von Bosutinib bei den Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse.

Bei spezifischen Nebenwirkungen zeigt die Auswertung ein differenziertes Bild:

  • Vorteil für Bosutinib (geringerer Schaden): Augenerkrankungen, periphere Ödeme, Skelettmuskulatur- und Knochenerkrankungen sowie schwere Neutropenien.

  • Nachteil für Bosutinib (höherer Schaden): Gastrointestinale Erkrankungen, Pruritus, schwere Diarrhö, Beeinträchtigung der Leberfunktion und erhöhte Lipase-Werte.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Zusammenfassend stellt der Bericht für Personen mit neu diagnostizierter Ph+ CML in der chronischen Phase einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Bosutinib gegenüber Imatinib fest. Dies entspricht dem Ergebnis der Erstbewertung.

Dosierung

WirkstoffDosierungEinnahmehinweise
Bosutinib400 mg/Tagoral, am Morgen mit einer Mahlzeit und 200 ml Wasser
Imatinib400 mg/Tagoral, am Morgen mit einer Mahlzeit und 200 ml Wasser

Laut Bericht sind Dosiserhöhungen bei ungenügendem Ansprechen oder Wirkverlust möglich. Dosisverringerungen werden beim Auftreten von inakzeptabler Toxizität beschrieben.

Kontraindikationen

Laut Studienprotokoll der BFORE-Studie waren folgende Begleitbehandlungen nicht erlaubt:

  • Chemo-, Strahlen-, Immun- oder andere Krebstherapien

  • QT-Intervall-verlängernde Wirkstoffe

  • Antikoagulantien mit Warfarin oder verwandten oralen Wirkstoffen

  • Prophylaxe mit Wachstumsfaktoren

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass Therapieabbrüche unter Bosutinib im Vergleich zu Imatinib deutlich häufiger aufgrund von unerwünschten Ereignissen erfolgen (25,2 % vs. 13,8 %). Es wird beschrieben, dass insbesondere gastrointestinale Beschwerden wie schwere Diarrhö sowie Leberfunktionsstörungen unter Bosutinib vermehrt auftreten. Gleichzeitig zeigt die Auswertung einen Vorteil von Bosutinib bei der Vermeidung von schweren Neutropenien und peripheren Ödemen.

Häufig gestellte Fragen

Laut der Nutzenbewertung zeigt sich für das Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Wirkstoffen. Ein Zusatznutzen bezüglich der Mortalität ist somit nicht belegt.

Der Bericht beschreibt einen höheren Schaden durch Bosutinib insbesondere bei gastrointestinalen Erkrankungen, Pruritus und Leberfunktionsstörungen. Auch schwere Diarrhö und erhöhte Lipase-Werte wurden signifikant häufiger beobachtet.

Ja, die Auswertung zeigt einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden von Bosutinib bei Augenerkrankungen und peripheren Ödemen. Zudem traten schwere Neutropenien unter Bosutinib seltener auf als unter Imatinib.

Die in der Studie verwendete Standarddosierung beträgt 400 mg pro Tag. Die Einnahme erfolgt oral am Morgen, idealerweise mit einer Mahlzeit und 200 ml Wasser.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A21-79: Bosutinib (Chronisch myeloischen Leukämie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien