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Infectious Diseases Society of America (IDSA)2018InfektiologieOnkologie

Antimikrobielle Prophylaxe bei Krebs: ASCO/IDSA Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Infectious Diseases Society of America (IDSA) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Eine antibakterielle und antimykotische Prophylaxe wird bei tiefer, prolongierter Neutropenie (< 100/µL für > 7 Tage) empfohlen.
  • HSV-seropositive Patienten benötigen bei allogener Stammzelltransplantation oder Leukämie-Induktion eine antivirale Prophylaxe (z. B. Aciclovir).
  • Eine PJP-Prophylaxe ist ab einem Pneumonie-Risiko von > 3,5 % indiziert (z. B. bei ≥ 20 mg Prednison-Äquivalent/Tag für ≥ 1 Monat).
  • Bei hohem Risiko für eine HBV-Reaktivierung sollen Nukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (z. B. Entecavir, Tenofovir) eingesetzt werden.
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Hintergrund

Die gemeinsame Leitlinie der ASCO und IDSA (2018) definiert Standards für die antimikrobielle Prophylaxe bei erwachsenen Krebspatienten. Zielgruppe sind Patienten mit einer krebs- oder therapieassoziierten Immunsuppression, die ein hohes Risiko für opportunistische Infektionen aufweisen.

Indikationen zur Prophylaxe

Die Empfehlungen zur medikamentösen Prophylaxe richten sich nach dem spezifischen Risikoprofil und der Art der Immunsuppression. Die Leitlinie stratifiziert die Therapie nach Erregergruppen:

Erreger / InfektionHochrisiko-KriterienEmpfohlene Prophylaxe
Bakterien & PilzeErwartete tiefe, prolongierte Neutropenie (< 100 Neutrophile/µL für > 7 Tage) oder andere RisikofaktorenAntibakterielle und antimykotische Prophylaxe
Herpes-simplex-Virus (HSV)HSV-seropositiv UND allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) oder Leukämie-InduktionstherapieNukleosidanaloga (z. B. Aciclovir)
Pneumocystis jirovecii (PJP)> 3,5 % Pneumonie-Risiko (z. B. durch ≥ 20 mg Prednison-Äquivalent/Tag für ≥ 1 Monat oder Einsatz von Purinanaloga)PJP-Prophylaxe
Hepatitis-B-Virus (HBV)Hohes Risiko für eine HBV-ReaktivierungNukleosid-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (z. B. Entecavir oder Tenofovir)

Allgemeine Präventionsmaßnahmen

Neben der medikamentösen Prophylaxe empfiehlt die Leitlinie weitere Basismaßnahmen für immunsupprimierte Krebspatienten, um das Infektionsrisiko im Alltag und klinischen Umfeld zu minimieren:

  • Durchführung empfohlener Impfungen
  • Vermeidung von Umgebungen mit hoher Konzentration an luftgetragenen Pilzsporen (z. B. Baustellen, Landwirtschaft oder Renovierungsarbeiten)

💡Praxis-Tipp

Prüfen Sie bei onkologischen Patienten unter hochdosierter Kortikosteroidtherapie (≥ 20 mg Prednison-Äquivalent für ≥ 1 Monat) oder Purinanaloga stets aktiv die Indikation für eine Pneumocystis-jirovecii-Prophylaxe.

Häufig gestellte Fragen

Bei Patienten mit hohem Infektionsrisiko, insbesondere bei einer erwarteten tiefen und prolongierten Neutropenie (definiert als < 100 Neutrophile/µL für mehr als 7 Tage).
HSV-seropositive Patienten, die sich einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) oder einer Leukämie-Induktionstherapie unterziehen.
Bei einer Dosis von ≥ 20 mg Prednison-Äquivalent täglich über einen Zeitraum von mindestens einem Monat, da hier das Pneumonie-Risiko auf über 3,5 % steigt.

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