Hepatitis B (HBV): Diagnostik, Therapie und Prophylaxe

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF S3-Leitlinie bietet umfassende Empfehlungen zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virusinfektion (HBV). Ziel ist die Etablierung evidenzbasierter Standards, um die Morbidität und Mortalität durch Leberzirrhose und das hepatozelluläre Karzinom (HCC) zu senken.

Weltweit sind Millionen Menschen von einer chronischen HBV-Infektion betroffen. In Deutschland steigen die gemeldeten Neuinfektionen seit 2015 wieder an, was eine strukturierte Versorgung und Früherkennung unerlässlich macht.

Die Leitlinie richtet sich an alle in die Versorgung involvierten Arztgruppen. Sie berücksichtigt zudem besondere Patientengruppen wie Schwangere, Kinder, Transplantationspatienten und Personen mit Koinfektionen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie oder Chemotherapie wird ein generelles Screening auf HBsAg und Anti-HBc dringend empfohlen. Bei Hochrisikokonstellationen, wie einer B-Zell-depletierenden Therapie (z.B. Rituximab), ist eine prophylaktische antivirale Therapie mit Entecavir oder Tenofovir indiziert, um eine lebensbedrohliche HBV-Reaktivierung zu verhindern. Diese Prophylaxe sollte mindestens 18 Monate nach Abschluss der Immunsuppression fortgeführt werden.

Häufig gestellte Fragen

Aufgrund der hohen Spontanheilungsrate besteht bei Erwachsenen in der Regel keine Indikation zur antiviralen Therapie. Lediglich bei schweren oder fulminanten Verläufen mit eingeschränkter Lebersynthese wird laut Leitlinie der frühzeitige Einsatz von Nukleos(t)idanaloga empfohlen.

Zur Verhinderung einer Mutter-Kind-Übertragung bei hoher Viruslast wird bevorzugt Tenofovir (TDF) eingesetzt. Lamivudin und Telbivudin gelten laut Leitlinie ebenfalls als sicher, während eine Therapie mit Entecavir in der Schwangerschaft umgestellt werden soll.

Die Therapie mit Nukleos(t)idanaloga ist meist eine Langzeitbehandlung. Ein Absetzen kann laut Leitlinie bei HBeAg-negativen Patienten ohne fortgeschrittene Fibrose erwogen werden, wenn die HBV-DNA für mindestens drei Jahre nicht quantifizierbar war.

Bei Dialysepatienten und anderen immunsupprimierten Personen wird die Gabe einer erhöhten Impfdosis empfohlen. Zudem sollte der Impferfolg jährlich kontrolliert und bei einem Anti-HBs-Abfall unter 100 IU/l eine Auffrischimpfung durchgeführt werden.

Bei einer chronischen HBV/HDV-Koinfektion wird der Einsatz von pegyliertem Interferon alfa über mindestens 48 Wochen empfohlen. Nukleos(t)idanaloga haben keine direkte Wirksamkeit gegen HDV, können aber bei nachweisbarer HBV-Replikation zusätzlich eingesetzt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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